Entschuldigungen

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"Mercedes, Schatz.....geht es dir gut?", ertönt die Stimme von Mechis Mutter, als wir sie zur Toilette führen, wo die Blondine noch immer darüber hängt. Ihr Vater versteht die Welt nicht mehr. Neben Mechi ist Chiara, aber auch einige Lehrer von uns. Sie bereden gerade, was mit den beiden passieren soll.

"Ich glaube, einmal Nachsitzen genügt bei dir.", erklärt Angie meiner Freundin. Was für eine Erleichterung. "Danke. Es wird auch nicht mehr vorkommen." "Das hoffe ich. Geh jetzt zu deiner Familie.", meint meine Lieblingslehrerin freundlich zu ihr. "Danke." "Ich geh dann auch wieder.", verabschiede ich mich.

Vor den Toiletten hat Rugge gewartet. "Wollen wir?", fragt er, deutetend zur Bühne. "Lass uns doch noch lauschen. Ich will wissen, was Mechi droht.", bittet Chiara uns. Also lauschen wir.

"Nachsitzen wird bei ihrer Tochter leider nicht ausreichen." "Von was reden sie den? Sie ist klarerweise das Opfer hier.", stellt ihr Vater fest. "Keinesfalls. Ihre Tochter hat Cypermobbing betrieben. Die zwei härtesten Fälle sind letztes Jahr und jetzt passiert. Dazwischen gab es noch reichlich andere Dinge, die passiert sind, wie andere Schüler und Schülerinnen berichteten. Das Schlimmste jedoch ist, dass sie einen unserer talentiertesten Schüler vergiften wollte." Nun bleibt es still.

"Bestimmt ist Señora Lambre jetzt in Ohnmacht gefallen.", feixt Chiara leise.

"Wir können nicht zulassen, dass sowas noch mal geschieht. Eigentlich müssten wir sie aus der Schule werfen." Ganz schwach ertönt nun Mechis Stimme:" Nein, bitte nicht." Leichtes Weinen ist zuhören. "Aber ist sie eine unserer besten Schüler." "Außerdem glaube ich, dass....das schon eine Bestrafung ist.", meint Pablo. "Dennoch....dennoch wird sie das nächste halbe Jahr beim Putzen der Schule helfen." Mercedes zetert los.

Zwar kaum hörbar, dennoch können wir uns ihren Gesichtsausdruck vorstellen.

"Inklusive der Toiletten."

Nun zetert Mechi noch mehr los und ich, Chiara und Rugge müssen uns ein Lachen zurückhalten. "Das hat sie verdient.", meint mein Freund.

Wir verschwinden nun von den Toiletten und gehen nach draußen vor das Theater, wo wir schon von unseren Familien erwartet werden. Jorge zieht seine Freundin gleich an sich. Ich sehe lächelnd zu Rugge. "Zum Glück ist alles gut ausgegangen." Er nickt. "Ende gut. Alles gut." Dann beugt er sich zu mich, zum einem einzigartigen Kuss.

~~~~~~~THE END~~~~~~~
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~~~~Kleines Zusatzkapitel~~
NACH DER GROẞEN AUFFÜHRUNG

Eine ganze Woche nach der Aufführung, bleibt Mechi daheim. Derweil hat Chiara ihr Straf-Nachsitzen. Da wir nichts mehr zum Lernen haben, hat sie dafür etwas Putzen müssen. "Jetzt hab ich der blöden Kuh auch noch Arbeit abgenommen.", grummelt Chiara. "Bis nächstes Schuljahr ist eh wieder alles verdreckt." Lachend gibt mir Chia Recht.

In dieser Woche treffe ich mich auch noch mit Benicio und Gio, bevor beide zurückfliegen. Ich habe noch Rugge mitgenommen, einfach weil ich mich mit ihm sicherer gefühlt habe. Wir haben uns ausgesprochen. Endlich.

Als Mechi zurück ist, treffen wir uns in der großen Aula. Pablo bittet um Ruhe und holt Mercedes in die Mitte. Diese beginnt zu erzählen, was sie alles getan hat und bitte alle um Entschuldigung. Sie ist verheult und trägt heute mal kein MakeUp und keine teuren Sachen. Sie wirkt blass und abgemagert.

Dann bleibt sie in der Mitte und alle die wollen, kommen zu ihr und erzählen, wie es ihnen gegangen ist, als Mechi sie so fies behandelt hat, was sie durchgemacht haben und mehr. Mercedes hört sich jede Erzählung genau an. Alle, die ganze Schule, hört jedes Wort. Mechi entschuldigt sich oft, an dem Tag. Auch ich und Cande erzählen unsere Geschichte, welche zu Erstaunen und Erschrecken führen. Vor allem das mit Rugge erschrickt alle.

Dann kommt Pablo wieder zu Mercedes in die Mitte. "Ich bitte euch jetzt, keine Gegenaktionen zu starten. Mobbing, egal welche Art, ist nicht tolerierbar. Es sollte verhindert und gar nicht erst stattfinden. Wenn wir auch nur irgendwie bemerken, dass ihr es Mechi heimzahlen wollt, dann bekommt ihr genau so einen Ärger wie Mercedes. Dies war jetzt ein Nachmittag indem ihr mit Mechi Klartext reden konntet. Ich möchte jetzt ein friedliches Miteinander auf dieser Schule sehen. Habt ihr verstanden?" Alle Blicke ruhen auf unseren Direktor. "Habt ihr verstanden!?", ruft er nochmal. "Ja!", schreien wir zurück. "Hast du es auch verstanden?", wendet er sich an Mercedes. Mechi nimmt das Mikro an sich.

"Ich habe die fürchterlichste Woche meines Lebens hinter mir. Dabei ist mir klargeworden, dass der Schmerz, den ich euch zugeführt habe, noch viel Schlimmer sein muss. Meine Schmerzen waren nur körperlich, aber EURE haben tiefe Narben in eurem Herzen und in eurer Seele hinterlassen. Diese tun noch immer wie Feuer weh, wenn ihr euch an das Geschehene erinnert. Ich kann nichts mehr Ungeschehen machen, aber wenn ich könnte....ich würde es. Ich will kein Salz mehr in eure Wunden streuen. Aber ich weiß auch, dass ihr mir nicht verzeihen werdet. Das könntet ihr auch nicht und ich mache euch nicht fertig dafür. Ihr habt ein Recht darauf, sauer auf mich zu sein. Mich zu hassen. Aber ich kann mich entschuldigen. Entschuldigung. Es tut mir leid! Ich habe SCHEIẞE gebaut. Es tut mir leid. Vielleicht kann ich eure inneren Wunden, damit ein Pflaster schenken. Ich hoffe dennoch, dass ihr mir irgendwann vergeben könnt. Dafür das ich so egoistisch war und nur an mich selbst gedacht habe.

Ach ja, falls ihr findet, dass hier in der Schule irgendwo besonders dreckig ist, dann sagt es mir. Im neuen Jahr, bin ich ein halbes Jahr der Putzdienst für euch." Ein Lachen geht durch die Runde.

"Danke fürs Zuhören."

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Mit diesen Worten beende ich die Story.

Ich danke euch ebenfalls für Zuhören, fürs Mitlesen, fürs Mitdabeisein. Für eure Kommentare und Votes. Für jedes noch so kleine Zeichen, dass ihr meine Geschichte gelesen habt. Ich hoffe, euch hat es gefallen und ihr bleibt mir auch noch weiterhin treu.

Danke♥

Te quiero💜💙

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