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„Du kannst nicht davor weglaufen, Malfoy." Blaise saß neben mir im Gemeinschaftsraum und kritzelte eifrig etwas in sein Notizbuch.

Wenn er gewusst hätte, was ich in der letzten Nacht für Fantasien gehabt hatte.

„Ich laufe vor nichts weg, Zabini."

„Doch. Genau das tust du! Nur merkst du es mittlerweile nicht einmal mehr. Jeder Blinde sieht, was du für die Kleine empfindest."

Sexuelle Anziehung, mehr nicht.

„Ich empfinde nichts für sie!" Mit meiner Faust schlug ich auf den Tisch, der darauffolgenden ein klirrendes Geräusch von sich gab.

Doch auch dadurch ließ Zabini nicht locker; „Du bist so verzweifelt, dass du dir selbst einredest, du würdest sie nicht mögen. Wir Beide wissen was damals mit deiner ersten großen Liebe passiert ist. Aber Malfoy, das hier ist etwas völlig anderes!"

„Nein ist es nicht. Das hier ist eben nichts anderes. Es wird sich nichts daran ändern, dass Liebe einen verletzlich und weich macht. Das war ich vielleicht einmal. Das bin ich nun aber nicht mehr. Und ich werde es niemals wieder sein."

„Dann willst du dein komplettes Leben lang alleine und einsam sein und nur dich selbst lieben?"

Etwas irritiert sah ich ihn an, denn mit diesen Worten hatte er einen, mir bisher unbekannten, Nerv getroffen gehabt.

War es wirklich das, was ich ein Leben lang wollte? Einsamkeit?

„Nein, aber-"

„Wenn du das nicht willst, dann solltest du langsam mal mit ihr reden-" fiel er mir ins Wort „Ich mag dein bester Freund sein, doch auch ich habe meine Grenzen. Ich lasse sicherlich nicht zu, dass du in dein Unglück läufst und nicht endlich ehrlich zu dir selbst bist."

Es schien ihm wirklich ziemlich ernst gewesen zu sein, denn so kannte ich ihn nicht. Normalerweise war er immer lustig drauf gewesen, alberte herum und ging so ziemlich jedem, ansatzweise wichtigen Gespräch aus dem Weg. Doch der Mensch, der in jenem Moment vor mir saß, war in jenem Moment jemand völlig anderes gewesen.

Einen Moment lang dachte ich über seine Worte nach.

Hatte er Recht gehabt?

Liebte ich sie?

Hatte ich dieses Gefühl möglicherweise vergessen gehabt, nach allem was geschehen war und wusste nun nicht mehr, wie genau sich das anfühlte?

Meine Hände fuhren durch meine Haare während mein Kopf vor lauter schwirrender Gedanken pulsierte und ich versuchte, einen von ihnen festzuhalten „Und was soll ich jetzt machen? Ich dachte, wir wollten nicht mehr über dieses verdammte Thema reden."

„Mit ihr reden!" Blaise sah endlich von seinem Buch auf.

„Wie soll ich das deiner Meinung nach machen? Ich kann wohl schlecht auf sie zugehen und sagen D/N, ich glaube ich habe Gefühle für dich aber irgendwie kann ich dir auch nicht sagen, ob es wirklich Gefühle sind, denn ich habe schon lange nicht mehr geliebt und laut meinen Freunden auch ziemliche Angst davor, es zuzulassen. Ich bin weder ein Mensch von großen Worten noch von jeglichen Gefühlen. Und ich denke nach wie vor, dass meine Gefühle für sie nicht existent sind. Es mag eine Schwärmerei sein oder etwas sexuelles, aber nichts weiteres, was in eine ernste Richtung gehen würde."

„Und daran merken wir alle, was du für sie empfindest. Sie verändert dich auf eine Art und Weise, so wie wir dich nicht kennen. Du machst dir Gedanken um deine Worte? Draco Malfoy haut sonst direkt raus, was er denkt. Verstehst du endlich, was wir meinen? Und nein, mein Freund, eine Schwärmerei scheint das alle male nicht zu sein. Überzeuge dich selber von deinen Gefühlen, indem du mir ihr redest."

„Soll das etwas Gutes oder etwas Schlechtes sein, dass sie mich verändert?"

Tat sie das wirklich?

„Etwas Gutes.." entgegnete er mir „Seitdem du sie kennst, bist du teilweise tatsächlich mal freundlich."

Vielleicht war es wirklich an der Zeit mir selber zu zeigen, was da wirklich war zwischen ihr und mir. Auch, wenn ich noch immer keine Ahnung davon hatte.

Genervt verdrehte ich die Augen „Sei leise und sag mir lieber, wie ich das anstellen soll. Wenn du erwartest, dass ich mit ihr rede, dann hilf mir auch dabei."

„Geh jetzt! Geh zu ihr und rede einfach mit ihr, so wie du es für richtig empfindest. Wie dein Kopf und dein Herz es von dir verlangen." Zabini deutete zum Gryffindor Tisch als wir in der großen Halle saßen.

„Jetzt?" ungläubig sah ich ihn an „Bist du nicht mehr ganz bei Sinnen?"

„Vertrau mir und geh!"

Hier vor allen?

Er wollte das hier vor allen tun?

Ein letztes mal biss ich von meinem Apfel ab, dann stand ich widerwillig auf und ging langsam auf sie zu.

Mein Ego war leicht angekratzt, denn ich bewegte mich freiwillig zu den Gryffindor's, für sie.

Als ich vor ihr stand räusperte ich mich.

„D/N. Können wir reden?"

„Ich denke nicht, dass sie das will."

„Und ich denke, sie kann für sich selbst sprechen, Potter." Warnend sah ich ihn an.

Was dachte er eigentlich, wer er war?

Draco Malfoy - Mein emotionsloses HerzGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt