Lian
„Schönen Abend Li..", sagt meine Kollegin, die ihren Schreibtisch gerade aufräumt, ihre Jacke anzieht und ihre Tasche nimmt. „Dir auch Sam...bis morgen.", murmle ich in Gedanken und schaue kurz zu ihr. Sie verlässt das Büro, sodass ich alleine zurückbleibe.
Das zwischen Roman und mir ist nun über eine Woche her und wir beide haben noch nicht geredet seitdem. Ich kann das irgendwie nicht richtig verarbeiten, erstrecht seitdem ich mich wieder alles erinnern kann, denn ich war die, die Roman überredet hat. Was hat das bloß zu bedeuten.
Als ich nur noch Mist mache auf der Arbeit, wird mir einfach klar, dass ich ab 17 Uhr für nichts mehr zu gebrauchen bin. Deshalb packe ich meine Sachen zusammen und verlasse das Bürogebäude was mich jedoch am Eingang erwartet, überrascht mich.
Roman steht in seiner Trainingskleidung vor mir und schaut mich unsicher an. „Du hast dich nicht gemeldet Li...", fängt er an und schaut erwartungsvoll. „Ähm, ja tut mir leid...das war alles dann sehr viel und dann noch mit der Arbeit.", versuche ich mich rauszureden. „Du lügst. Ich kenne dich lange genug, dass ich das merke. Warum machst du das?", fragt er ernst und kommt einen Schritt näher. Ich spanne automatisch meinen Körper an und wende den Blick ab.
„Was soll das? Ich glaube wir sollten darüber jetzt mal reden.", sagt er und ich nicke seufzend. Ich schaue wieder zu Roman, der in eine Richtung läuft, in der ich ihn folge. „Ich weiß, dass das was wir gemacht haben nicht das schlauste ist für eine Freundschaft. Aber es wird ja irgendeinen Grund geben, warum wir dies getan haben.", schildert er unsere Situation. „Ja, wir waren betrunken Roman.", sage ich und Zucke mit den Schultern. „Aber sagt man nicht auch, dass man die Wahrheit sagt, wenn man betrunken ist?", hinterfragt er schon und ich seufze auf.
„Hör zu Roman, ich weiß nicht genau was ich da gesagt habe. Natürlich! Du bist ein wirklich schöner Mann! Total attraktiv und mich würde es nicht wundern, wenn alle Frauen auf dich springen würden, aber ich bin deine beste Freundin.", versuche ich irgendwie klarzustellen.
„Ich weiß Li...und ich bin dein bester Freund.", murmelt er und klingt dabei so, als hätte er eine andere Antwort gehofft.
„Roman, was willst du von mir hören?", frage ich schon leicht zweifelnd und fahre mir durch meine Haare. Er bleibt stehen, bis ich ebenfalls stehen bleibe und mich umdrehe. „Ich weiß es selber nicht, was ich hören will! Ich verstehe einfach nicht, was da zwischen passiert ist und wie es weitergehen soll.", murmelt er verzweifelt.
„Wie sollte es denn auch weitergehen? Ich denke mal, dass es eine einmalige Sache gewesen ist und nicht nochmal passieren darf.", antworte ich und laufe langsam wieder los. „Einmalig...ist gut Lian. Ich muss los! Bis dann.", äußert er und läuft in eine andere Richtung.
An meinem Auto atme ich erstmal tief durch, bis ich nachhause zu fahre und total schlecht gelaunt die Wohnung betrete. „Was ist denn dir über die Leber gelaufen?", fragt meine Schwester und grinst, jedoch verblasst dieses schnell.
„Roman hat mich heute nach der Arbeit aufgesucht und naja...es kam irgendwie zum Streit.", äußere ich und setze mich auf den Hocker in der Küche und reibe meine Stirn. „Und wieso kam es zum Streit? Weil du dicht gemacht hast aufgrund eurer Nacht?", harkt sie nach und ich brumme genervt. „Kann es vielleicht wirklich sein, dass du Roman die Wahrheit gesagt hast und mehr empfindest oder so?", fragt sie und schnell schaue ich sie schockiert an. „Das ist nicht dein Ernst Lillien! Er ist mein bester Freund.", sage ich. „Ich weiß Lian. Jedoch kommt es öfter vor, dass zwei beste Freunde sich ineinander verlieben. Wenn man euch beide betrachtetet, dann kann man denken ihr seid ein Paar.", meint sie und stellt mir eine Limonade hin. „Sind wir aber nicht.", gebe ich langsam gereizt von mir. „Leider. Ihr wärt süß zusammen.", sagt auf einmal eine Stimme hinter mir. Konstantin steht in seinen Sportklamotten an der Tür zu der Küche und hat die Arme verschränkt. „Geh wirklich mal in dich und überlege dir, was du fühlst Li. Würde sicher euch beiden gut tun.", äußert er und verschwindet im Badezimmer. „Konstantin hat recht Lian. Denk mal wirklich darüber nach, was du fühlst und was du willst.", sagt sie und lässt mich alleine in der Küche sitzen.
Mit meiner Pizza setze ich mich in meinem Zimmer auf mein Bett, schalte den Fernseher an und schaue meine Liebligsserie weiter. Währenddessen gehe ich immer wieder mit den Gedanken zu den Worten von Konstantin.
Hat er recht? Empfinde ich wirklich was für Roman? Und wenn, würde er auch was für mich empfinden? Niemals! Roman kann doch jede Frau haben, warum sollte er dann ausgerechnet mich nehmen? Schnell nehme ich mein Handy in die Hand und gehe in den Chat von Roman und mir. Ich sehe, dass er online ist, es sich kurz in ein schreibt, aber es ändert sich wieder in ein online. Ich öffne die Tastatur und fange an zu schreiben.
Lian: Können wir reden?
*nichts*
Lian: Bitte....
Roman: Was willst du Lian?
Lian: Ich möchte mich entschuldigen....
Roman: Wieso? Du hast mir doch nur deine Sicht gesagt. Alles cool.
Lian: Ja, aber ich glaube, dass diese gelogen war...kann ich mal vorbeikommen?
Roman: Wie meinst du das gelogen?
Lian: Kann ich vorbeikommen und es erklären?
Roman: Von mir aus....
Ich schalte meinen Fernseher wieder aus, stelle den Teller in die Küche und renne in den Flur, ziehe meine Boots an, schlüpfe in meinen Mantel, nehme meinen Autoschlüssel, Tasche und verlasse die Wohnung.
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Eine Freundschaft mit etwas mehr? (Roman Bürki FF)
FanfictionRoman und Lian haben sich in Dortmund kennengelernt und seitdem sind sie beste Freunde. Beide können sich über alle möglichen Themen unterhalten, keiner schämt sich ein Thema anzusprechen. Aber eine Nacht, verändert alles. Eine Nacht verändert ihr L...
