Lian
Über der Kloschüssel, kotzend, hole ich gerade mein ganzes Frühstück wieder hoch. Lilien hält mir meine Haare und klopft mir immer wieder leicht auf die Schulter. "Das wird schon Li. Bald wird das für dich vorbei sein.", versucht sie mich aufzubauen. "Ich will nicht. Es soll jetzt schon vorbei sein.", jammere ich und lehne mich an die Wand, nehme das Glas entgegen, welches nun Konstantin hinhält und trinke es schnell leer. "Du solltest dir eher mal überlegen, wann du mal mit dem Vater des Kindes reden willst.", meint er und geht zur Badezimmertüre. "Am liebsten nie wieder mehr!", zische ich, stelle mich auf und betätige die Spülung des Klos. "Dann habe ich jetzt eine schlechte Nachricht, denn er ist hier, sitzt im Wohnzimmer und ich hatte keine Chance, dass er geht.", sagt Konstantin. "Na toll.", brumme ich, drücke meiner Schwester das Glas in die Hand und laufe an beiden aus dem Badezimmer raus.
Roman stellt sich sofort hin, als er mich sieht und versucht gleich zu reden, jedoch hebe ich die Hand und zeige auf mein Zimmer, wo er nun langsam hinläuft. "Lian ich muss mich entschuldigen. Ich habe da vor ein paar Wochen sehr über reagiert und ich weiß, dass es nicht gut und nicht nett und nicht schlau gewesen ist. Ich war einfach verdammt überfordert und das kannst du mir nicht übel nehmen, sondern nur meine Reaktion.", fängt er an. "Ich weiß, ich hätte es dir anders sagen können. Wir müssen uns über einiges unterhalten Roman.", sage ich und und setze mich auf mein Bett und zeige auf meinen Sessel, auf der er sich niederlässt. "Definitiv, ich denke du hast viele Fragen.", äußert er, reibt seine Hände aneinander und schaut mich unsicher an.
"Ich möchte es eigentlich nur verstehen Roman. Erst fragst du mich noch, ob ich mir vorstellen könnte, ob aus uns was werden kann. Dann hast du nicht mehr auf meine Nachrichten geantwortet, mich ignoriert und als ich dir sagen will, dass ich schwanger bin, da ist Marlen bei dir. Und gestern schreibt sie mir, dass sie mit dir zusammen ist. Du hast da einiges zu erklären!", sage ich und klinge dabei aufgebrachter, als ich eigentlich sein wollte. "Nachdem ich das dir geschrieben habe, hat mich deine Antwort ehrlich gesagt schon enttäuschen lassen. Ich hatte mir eine andere erhofft, da bin ich ehrlich und dann kam Marlen. Wir haben mehr unternommen und dann...ich habe angefangen für sie etwas zu empfinden und sie für mich. Naja, dass du Schwanger bist, damit konnte ich ja nicht rechnen.", sagt er und reibt seine Hände aneinander. „Und da denkst du dir, da du meine Antwort nicht befriedigend fandest, triffst du dich mit Marlen.", brumme ich und lege meine Hand auf meinem Bauch, weil mir schon wieder schlecht wird.
„Ja, ich weiß es war nicht gerade schlau Lian. Jetzt ist sie aber in meinem Leben und du bist mit meinem Kind schwanger. Wie wollen wir das jetzt machen?", fragt er. „Ich sage dir es gleich klipp und klar, Marlen wird das Kind nur mit meiner Anwesenheit sehen Roman.", sage ich streng. „Ok, kann ich verstehen und nehme ich hin. Darf ich das Baby dann auch mal über Nacht haben? Natürlich wenn Marlen nicht da ist?" „Wenn ihr bis dahin noch nicht zusammen wohnt, dann natürlich. Ich will, dass mein Baby eine Mama hat! Und ich bin die Mama!", zische ich und verschränke meine Arme. „Ist gut Lian. Ich möchte auch nicht, dass das hier zu einem Duell wird, wer die bessere Mutter ist oder so." „Marlen wird keine Mutter Roman! Das Baby wird von Anfang an so großgezogen. Ist das klar?!", sage ich nochmal lauter. „Ja ich hab es verstanden. Sie ist meine Lebensgefährtin und wird nicht die Mutter, denn du bist sie. Und wenn du dabei bist, kann ja nichts schief gehen.", äußert er und hebt die Hände. Ich laufe durch mein Zimmer, gehe zum Fenster, öffne dieses und lehne mich dran. „Wie machen wir es mit dem Sorgerecht?", fragt er leise. „Solange wir deine Vaterschaft anerkennen lassen, habe ich sie allein.", sage ich und er schaut mich irritiert an. „Was? Echt?" „Ich glaube du recherchierst mal richtig, dann setzen wir uns wieder zusammen. Und das Kind soll meinen Nachnamen bekommen.", sage ich und schließe kurz meine Augen. „Also das mit dem Nachnamen von mir aus, aber ich will auch das Sorgerecht!", sagt er ernst. „Dann müssen wir beim Standesamt eine Vaterschaftsanerkennung beantragen. Das können wir auch schon während der Schwangerschaft machen.", antworte ich und schaue kurz zu ihm. „Dann ist das unser nächster Schritt, wir werden diesen Antrag stellen. Und jetzt...was soll ich Marlen sagen? Sie möchte dir unbedingt helfen.", murmelt er unsicher.
Ich seufze genervt und fahre mir durch die Haare. „Sag ihr, dass das ganz lieb von ihr ist, aber ich möchte keine Hilfe von ihr. Ich habe meine Schwester und meinen Schwager. Ich brauche sie nicht.", antworte ich. „Dann werde ich ihr das sagen. Ich akzeptiere das. Ich muss bloß jetzt los. Bitte ruf mich an, wenn du was hast, denn ich will und werde dir beistehen, denn es ist immerhin auch mein Knirps."
Ich nicke, dann bringe ich ihn zur Tür, wo wir uns beide lange anschauen. Sein Blick sieht etwas traurig aus und seine braune Augen leuchten so schön, dass ich mich in diesem verliere. Das kann doch jetzt nicht wahr sein! Ich kann mich doch nicht verlieben in einen Mann, der jetzt vergeben ist. Er kommt mir etwas näher, dann geht seine Hand zu meiner Wange, beugt seinen Kopf zu meinem und macht kurz vor meinen Lippen halt. „Ich würde dich gerne küssen, aber jetzt ist da eine andere in meinem Leben.", haucht er leise, dann küsst er meine Stirn und geht schnell.
Seufzend schaue ich ihm nach, lege dabei eine Hand auf meinem Bauch und schaue dann herunter. „Ich habe das Gefühl, dass das ein großes Abenteuer wird mein kleiner Wurm.", murmle ich leise, dann gehe ich zurück in die Wohnung.
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Euch einen guten Start Woche in die neue Woche!
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Eine Freundschaft mit etwas mehr? (Roman Bürki FF)
FanfictionRoman und Lian haben sich in Dortmund kennengelernt und seitdem sind sie beste Freunde. Beide können sich über alle möglichen Themen unterhalten, keiner schämt sich ein Thema anzusprechen. Aber eine Nacht, verändert alles. Eine Nacht verändert ihr L...
