Kapitel ~16

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Luisa' s Sicht:

Schon als der Typ mir die Handstellen dran gemacht hatte, wusste ich, dass sie nicht richtig eingerastet sind und ich mich befreien könnte. Durch einen starken Ruck waren meine Hände frei und ich konnte leise aufstehen. Schnell nahm ich mir einen Zettel und einen Kugelschreiber von dem Tisch und setzte mich wieder hin. "Luisa, was machst du da?", flüsterte Bianca, die sich als Filialleiterin rausgestellt hatte. "Keine Angst, vertraut mir. Ich habe eine Idee, wie wir hier raus kommen, beziehungsweise in Kontakt mir meinen Kollegen kommen." Wir hörten Schritte auf dem Flur und ich versteckte schnell den Zettel und den Stift und tat meine Hände wieder so an der Heizung, dass er denken muss, ich hätte mich nicht bewegt. Er trat in den Raum und stellte sich vor uns. Immer noch mit der Waffe in der Hand. Jetzt wo ich ihn richtig sah, erkannte ich ihn. Dragan Hoffmann. Vorbestraft wegen Raubes und schwerer Körperverletzung. Cem und ich hatten ihn zufällig mal auf Streife gesehen und festgenommen, weil ein Haftbefehl gegen ihn ausgestellt war. Jetzt war er wahrscheinlich wieder frei. "Ich muss drüben was erledigen. Es wird niemand von euch hier weglaufen, habt ihr mich verstanden? Es ist sowieso alles verriegelt. Eure Schlüssel und Handys habe ich." Er hielt nochmal seine Waffe hoch und ging dann wieder. Schnell holte ich den Zettel und den Stift wieder hervor und schrieb:

> Dragan Hoffmann | Cem ist in anderem Raum | lasst mir Handy oder so zukommen <

Für lange Romane hatte ich keine Zeit, ich wusste ja nicht, wann er wieder kommt. Schnell knüllte ich den Zettel zusammen und schmiss den Zettel durch das Fenster, was auf Kipp geöffnet war. Ich sah zu meinen Kollegen und nickte ihnen entgegen. Sie hatten den Zettel bekommen. Ich setzt mich schnell wieder hin und warteten wieder.

* Zeitsprung: 20 Uhr *

Wir hatten Hunger und Durst, uns war kalt und ich hatte immer noch keinen Kontakt zu meinen Kollegen. Unzählige Kamerateams hatte ich gesehen, aber nochmal aufgestanden bin ich nicht. Das war mir zu riskant. Plötzlich hörte ich einen Knall und wir erschraken alle. Erst dachte ich, Hoffmann hätte einen Schuss mit der Pistole los gelassen, aber es kam vom fenster. Eine Art Drone flog gegen das Fenster. Langsam stand ich wieder auf und öffnete schnell das Fenster. Das Handy, welches befestig war machte ich ab und schloss das Fenster. Ich setzte mich hin und sah, dass ich mit meinen Kollegen draußen verbunden war. Ich flüsterte ein leises 'Hallo' und wartete darauf, dass wir jemand antwortete, aber in diesem Moment öffnete sich die Tür und der Typ kam wieder rein. Scheiße. Jetzt ist alles vorbei. Ich ließ das Handy fallen und sah ihn an. "Du hast also nicht auf mich gehört.", sagte er und zog mich hoch. "Das kann ich nicht auf mir sitzten lassen." Er hielt mir seine Pistole an den Kopf. Ich hörte, wie die anderen Frauen aufschluchzten. Ich wusste nicht, was er mit mir tun würde, aber es würde auf keinen Fall gut für mich ausgehen. Plötzlich merke ich nur wie er die Pistole von meinem Kopf nahm, wie es knallte und ich mir die Hand vor den Bauch hielt. Ich merkte, wie es blutete und sackte dann zusammen.

Marco' s Sicht:

Wir saßen immer noch vor dem Fernseher und erfuhren immer mehr. Auch von dem Zettel, den Luisa geschrieben hatte. Auch ihre Mutter hatte mich zwischendurch angerufen. Sie war voller Panik und ich konnte sie nicht sonderlich beruhigen, denn viel ruhiger wie sie war ich jetzt auch nicht. Mittlerweile war es halb neun und es tat sich was. Aber nichts Gutes. Man konnte sehen, wie der Geiselnehmer mit Luisa am Fenster stand, sie mit der Pistole bedrohnte und sie auf einmal zusammen sackte. Sofort liefen bei mir die Tränen. Meine Freundin wurde angeschossen. Den Knall konnte man deutlich hören. Ich musste sofort dahin. Es war mir egal, wie viele Kameras da waren, oder was jetzt die Öffentlichkeit darüber denken könnte. Meine Freundin darf nicht alleine sein. "Bring mich sofort dahin!", schrie ich Jürgen unter Tränen an, der sich sofort mit mir auf den Weg zum Parkplatz machte. So schnell er konnte fuhr er dort hin und als wir da ankamen stieg ich sofort aus. Ich war mit meinen Nerven am Ende. "Sie können da nicht durch.", sagte einer der Polizisten und hielt mich fest. Er ließ mich nicht durch die Absperrung. Hat der sie noch alle? Ich will zu Luisa! "Meine Freundin wurde angeschossen! Wo ist sie? Ich will zu ihr.", schrie ich wieder und ließ mich nicht beruhigen. Was ist, wenn Luisa den Schuss gar nicht überlebt hat? Ich werde damit nicht klar kommen! Ich kenne Luisa erst so kurz, trotzdem ist sie die Liebe, die ich immer gesucht habe...

Wohl doch nicht die große Liebe?! (Marco Reus FF)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt