Kapitel 25-The Wedding

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Die folgende Woche war eine der schlimmsten meines ganzen Lebens. Man sollte meinen, das Will sauer oder enttäuscht gewesen wäre, das mein Verhalten zu einem großen Streit geführt hätte, aber das hatte es nicht. An dem Tag, an dem er mir zum ersten Mal die drei kleinen Worte gesagt hatte, hatte ich ihn nicht mehr gesehen. Ich war ihm bewusst aus dem Weg gegangen und das hatte er akzeptiert. Er schien verstanden zu haben, das ich Zeit für mich selbst gebraucht hatte. Auch die nächsten Tage, in denen wir uns gesehen hatten, war er nicht mehr auf das Thema eingenagen und er hatte mich nicht auf meinen Aussetzter angesprochen. Er hatte so getan, als wäre es nie passiert. Er hatte mich trotzdem hin und wieder bei der Arbeit besucht und einen Kaffee getrunken, aber das Thema Ich Liebe Dich war nicht wieder aufgekommen. Es schien, als hätte er es mir niemals gesagt und nie erwartet, das ich es erwidere. Genau diese Tatsache war es, die mir ein schlechteres Gewissen verpasste, als eigentlich erwartet. Auch wenn es so rüberkam, als würde es meinem Gegenstück nichts ausmachen, tat es das doch sehr wohl. Beim Mittagessen saßen wir immer nebeneinander und alberten mit den anderen herum, so war es auch die Woche über gewesen, aber die Stimmung zwischen und war anders als sonst. Irgendetwas stand zwischen uns und was das war, war wohl offensichtlich. Ohne es je ausgesprochen zu haben, machte Will mir klar, dass er mir vergab. Er vergab mir, das ich es nicht zurück gesagt hatte und feige war, aber dennoch war er in gewisser Weise gekränkt, was ich natürlich verstand. Wir waren zusammen durch die Flure gelaufen und zwei Mal hatte er mich zur Arbeit gefahren. Wir hatten uns normal unterhalten und versucht so zu tun, als wäre das alles nie geschehen, aber es ging einfach nicht. Ich machte mir Sorgen, das Will nicht mehr zur Hochzeit kommen würde, weshalb ich ihn am Freitag vor der Mittagspause kurz abgefangen und zur Seite gezogen hatte.
"Ist alles in Ordnung?", hatte er gefragt und ich hatte genickt. Ich wusste nicht, wie ich ihn fragen sollte und wie ich regaieren sollte, wenn er wirklich nein sagen würde, aber ich musste ihn einfach Fragen. Diese Last lag mir schon seit Tagen auf der Brust und ich musste sie fallen lassen, sofort.
"Du weißt ja, morgen ist die Hochzeit", begann ich und er sah mich fragend an.
"Ja, was ist damit?", hatte er gefragt, als ich nicht weitersprach.
"Du kommst doch, oder?", hatte ich schließlich gefragt und es vermieden seinen Blick zu streifen.
"Natürlich, warum sollte ich denn nicht?", hatte er entgegnet und seine Hand vorsichtig unter meinem Kinn plaziert, mich so dazu gebracht ihn anzusehen.
"Ich weiß es nicht. Irgendwie ist zur Zeit alles komisch, zwischen uns und da dachte ich...", hatte ich nervös erwidert, aber er unterbach mich mitten im Satz.
"Das Leben besteht nicht nur aus Höhen, Jen", meinte er mit ruhiger Stimme. "Deshalb wird uns jemand an die Seite gestellt, mit dem man die Reise in Angriff nimmt, oder nicht?" In diesem Moment, war mir klar gewesen, das Will nicht wirklich sauer auf mich war oder sonst irgendetwas. Mit diesem Satz hatte er mit klar gemacht, das er warten würde, bis ich bereit dazu war, es ihm auch zu sagen.
"Du hast alle Zeit der Welt, ja?", hatte er dann noch hinzugefügt und damit war alles einhundertprozentig klar und mir war genauso klar, das ich den Jungen, der mir gegenüber stand und in diesem Moment nach meiner Hand griff und sich zu mir vorbeugte um mir einen Kuss auf die Stirn zu geben, liebte. Ja ich liebe ihn. Dennoch konnt ich es nicht sagen, auch wenn ich es wollte. Wieder war da dieser riesige Kloß im Hals, der mir das Atmen zu verbieten schien.

Ich ließ mir unser Gespräch vom Vortag noch einmal durch den Kopf gehen, als ich am Samstag um zehn Uhr nach dem Frühstück mit immernoch nassen Haaren wieder in mein Zimmer ging. Heute um zwölf Uhr würde Will mich abholen. Er hatte darauf bestanden mich zur Kirche zufahren und obwohl wir eigentlich abgemacht hatten, das wir Mädels gemeinsam mit Monika in der Limo fahren, konnte ich einfach nicht widersprechen, als er mich mit seinem Hundeblick angesehen hatte. Mit meinem Kleid überm Arm und meinen Schuhen in den Händen ging ich die Treppe von meinem Dachbodenzimmer herunter und über den Flur zu Jonas Zimmer, in dem Monika heute fertiggemacht wurde. ich wollte gerade die Klinke herunterdrücken, als ich von der Treppe Jeremy rufen hörte.
"Lass die Tür zu, Zwerg!" Bevor ich mich überhaupt umdehen konnte, sah ich wie Jason vor Jeremy und Josh weg, in meine Richtung lief. Geistesgegenwäritg stellte ich mich vor die Türklinke und versperrte ihm somit den Weg.
"Ach kommt schon. Ich muss sie sehen! Ich habe sie schon den ganzen Tag nicht gesehen!", schmollte Jason, der sich widerwillig von Jeremy und Josh nach untern bugsieren ließ. Das war das dritte Mal, das er versuchte in das Zimmer zu kommen, aber bis jetzt konnten wir ihn immer wieder davon abhalten. Als ich hörte, wie die drei die Treppe verlassen hatten, öffnete ich die Tür und schlüpfte durch einen kleinen Spalt hinein. Jonas Schreibtisch, auf dem sonst ein undurchwindbares Chaos herrschte, war aufgeräumter, als je Zuvor und überall darauf verteilt waren die verschiedensten Schminkutensilien. Monika saß auf dem Schreibtischstuhl und Claire war dabei ihre Haare zu machen, während Erin sie schminkte. Lucy kniete neben dem Stuhl und lakierte ihr die Fingernägel in einem zarten Rosa, das perfekt zu dem kleinen Diadem passe, das Claire Monika gerade in die Haare steckte. Ich legte meine Sachen auf dem Bett, auf dem auch die anderen Kleider lagen ab und stelle mich hinter Monika, deren Augen gerade geschlossen waren, da Erin dabei war Liedschatten aufzutragen.
"Wie geht es ihm, Jenny?", fragte sie, ohne überhaupt zu fragen, wer hereingekommen war.
"Ganz gut, denke ich. Etwas aufgeregt vielleicht", entgegnete ich und Erin sah lächelnd auf. Ihr war klar, das Jason gerade am Rad drehte da unten.
"Wie spät ist es?", fragte Monika dann und ich sah kurz auf mein Telefon. Halb elf gleich", beantwortete ich ihre Frage und ich merkt, wie sie sich verspannte.
"Keine Panik. Wir schaffen das", beruhigte Erin sie und Monika atmete ein paar Mal tief durch.
"Ich weiß. Ich bin nur so aufgeregt", erklärte meine Fast-Schägerin grinsend.

They call it Destiny.Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt