Obwohl ich mich gestern, sobald Erin gegangen war, in meine Kissen gekuschelt und das Licht ausgemacht hatte, hatte ich nicht wirklich viel geschlafen. Immer wieder ließ ich den vergangenen Tag in meinem Kopf revue passieren. Ich versuchte jede kleine Kleinigkeit zu analysieren und mir vorzustellen, wie alles geworden wäre, hätte ich nicht herausgefunden, dass Will und ich zusammen gehören. Meinem Schalfmangel enstprechend sah ich schrecklich aus. Unter meinen Augen klafften dunkle Ringe und meine Haare waren durch das ganze hin und herwühlen ein einziges Vogelnest. Ich war blass und meine Augen, waren durch das viele Weinen gestern total angeschwollen. Nachdem ich mich mit kaltem Wasser das Gesicht gewaschen hatte und meine Haare durchgekämmt und in einem Pferdeschwanz gebändigt hatte, sah ich immer noch nicht besser aus. Ich überlegte wirklich, ob ich heute zuhause bleiben sollte, aber heute wäre das zweite Training der Auswahlwoche und das durfte ich wirklich nicht verpassen, also raffte ich mich dazu auf, mich vor meinen Kleiderschrank zu bewegen und das erst Beste, was mir in Auge fiel herauszukramen. Ich schälte mich in meine enge Jeans und nachdem ich mir ein schwarzes Topf übergezogen hatte, nahm ich mir den grauen Pullover der University of Great Falls, welcher Jonathan einst gehört hatte. Er hatte ihn mir letzten Winter aber überlassen, da ich ihn sowieso öfter trug als er. Demnach war er mir entsprechend zu groß, aber mir war es egal, wie ich aussah. In diesem Pullover fühlte ich mich wohl und das war zur Zeit alles, was ich wollte. Mit meiner Tasche über der linken Schulter betrat ich die Küche und plötzlich stellten alle ihre Gespräche ein und sahen mich an.
"Alles in Ordnung?", fragte Josh, der am Herd stand und sich zu mir umgedreht hatte. Ich nickte und setzte mich zu den anderen an den Tisch. Bevor ich mir eine Schüssel nehmen konnte, wurde mir ein Teller mit zwei Spiegeleiern und Speck, was zusammen ein grinsendes Gesicht ergeben sollte, vor die Nase gesetzt.
"Guten Appetit", wünschte mir Lucy und lächelte, aber nicht ihr sonstiges unglaublich glückliches Lächeln, dass sie eigentlich vierunzwanzig Stunden am Tag, sieben Tage die Woche auf den Lippen trug, sondern ein Lächeln, welches mir zeigen sollte, dass sie mit mir fühlte. Ich hatte keinen Hunger, aß aber meinen Brüdern zu liebe, die mich alle besorgt musterten, ein Spiegelei und ein Stück Speck. Langsam kehrter die anderen wieder zu ihren normalen Verhaltensweisen am Morgen zurück. Jason und Monika suchten immer noch nach einer Wohnung, Erin und Jona unterhielten sich über irgendetwas, das mit der Uni zu tun hatte. In zwei Wochen würde das neue Semester beginnen, dass bedeutete, das das Haus wieder leerer werden würde. Die anderen, bis auf Jackson unterhielten sich über den heutigen Abend. Jeremy und Josh wollten gemeinsam mit Claire und Lucy essen und danach ins Kino gehen und diskutierten darüber, welchen Film sie gucken wollten, während Jackson, der anscheinend immer noch nichts von dem Vorfall gestern Abend wusste, einfach seine Cornflakes futterte.
Als von draußen das bekannte Hupen von Mayas Beatle zu hören war, stand ich auf und verabschiedete mich von meiner Familie. Ohne etwas zu sagen, setzte ich mich auf die Rückbank und Maya fuhr los. Leslie, die sich zu mir umgedreht hatte, sah mich entgeistert an.
"Wie siehst du denn aus? Halloween ist doch erst im Oktober!", rief sie geschockt aus. Danke, Leslie, vielen Dank! Das machte es jetzt echt besser.
"Will weiß es", entgegnete ich und es war keine weitere Erklärung nötig.
"Und?", fragte Maya vorsichtig, aber bevor ich antworten konnte, entgegnete Leslie.
"Was wohl? So wie sie aussieht, ist es scheiße gelaufen!" 'Und die zwei Millionen Dollar gehen an....Leslie Lewis!'
"Ist alles klar bei dir?", fragte Maya mich, als wir ihr Auto verlassen hatten und nun über den Parkplatz zum Gebäude gingen. Ich nickte langsam und sagte :
"Ich will einfach nicht drüber reden." Meine beiden Freundinnen nahmen dies schweigend entgegen. Ich drehte an meinem Zahlenschloss, bis es aufging und suchte in meinem Spind, nach den Bücher die ich benötigte, als ich mich wieder umdrehte, um sie in meinem Rucksack zu verstauen, stand mir die Person gegenüber, die ich jetzt am wenigesten sehen wollte.
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They call it Destiny.
RomanceThey call it Destiny. 'Könntest du dir vorstellen, dass es auf dieser Welt diese eine Person gibt, die du für dich bestimmt nennen darfst? Nein? Ich muss es mir gar nicht vorstellen, denn für mich ist es die Realität.' Jenna Montgomery ist eigentl...