Kapitel 17- Dinnerinvitations

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Das vergangene Wochenende, war eines der unangenehmsten die ich jemals erlebt hatte. Es übertraf sogar das Wochenende, nachdem mir meine Weisheitszähne entfernt bekommen hatte und ich die Tage mit geschwollenen Wangen und unter Schmerzmitteln verbringen musste. Aber dieses Wochenende war nichts im Gegensatz zu dem, was ich gerade durchlebt hatte. Josh, Lucy, Jeremy und Claire hatten eine kurzfristige Tour nach Chicago eingelegt und wurden erst am Mittwoch zurückkehren, also fehlten vier wichtige Personen, die seit Freitag meinen Standpunkt vertraten. Während die Mädels und meine beiden Brüder, genauso wie Mom, Erin und Monika, meine Handlung vom Freitagabend genau nachvollziehen konnten und mich verstanden, behandelten mich Dad, Jona und Jackson, als wären sie schrecklich enttäuscht von mir. Jason hielt sich aus der gesamten Geschichte raus. Er musste sich auf seine bevorstehende Abschlussprüfung vorbereiten und ich hätte ihm auch nicht mit meinen Problemen belasten wollen. Genauso, wie ich die anderen da eigentlich nicht mit hereinziehen wollte, aber wie meine Mom schon gesagt hatte, wir sind eine Familie und wir helfen einander, egal, was passiert. Trotzdem fand ich es total schrecklich, dass Jona und Erin sich wegen mir in den Haaren lagen. Seit Samstagmorgen redeten die beiden nicht mehr miteinander. Ich hatte gehört, wie sie sich Freitagabend, nachdem ich ins Bett gegangen war, gestritten hatten und am nächsten Morgen hatte ich gesehen, wie Jona auf dem Sofa im Wohnzimmer schlief. Die beiden hatten sich hin und wieder mal gestritten, aber die ganzen Sachen waren innerhalb von wenigen Stunden gegessen und es war noch nie so schlimm, dass Jona auf dem Sofa schlafen musste. Auch wenn mir Erin gestern versichert hatte, das alles in Ordnung war und es nur normal war, das sie sich auch mal stritten, fühlte ich mich schuldig. Ich wollte mich nicht zwischen die beiden stellen.

Als ich am Montagmorgen in die Küche kam, war die Stimmung demnach angespannt. Jona und Erin saßen nicht wie sonst, gemeinsam am Tisch. Mom und Dad teilten sich nicht wie sonst die Zeitung und Monika und Jason blätterten zwar durch einen Katalog, taten dies heute aber schweigend. Jackson, der mich seit Freitagabend ignorierte, saß ebenfalls am Tisch und schaufelte einen Löffel mit Müsli nach dem anderen in den Mund. Ich setzte mich zu ihnen und begann mein Frühstück zu essen. Die Ruhe am heutigen Morgen war ohrenbetäubend und auf einmal machte sie mich schrecklich traurig und wütend. Als ich aufstand, um meine Schüssel wegzubringen, sagte ich:

"Ich weiß, was ihr alle denkt. Na ja, vielleicht nicht bei allen." Ich sah einmal durch die Runde und mein Blick blieb bei meinem Vater und Jona hängen. "Aber fast alle von euch wissen, wie ich mich gerade fühle. Für mich ist das alles total neu. Ich hätte niemals damit gerechnet, mein Gegenstück so früh zu finden. Ich war überfordert und wollte mir nicht eingestehen, dass ich Will auch mag. Ich war überfordert und wollte mit niemandem darüber reden. Es tut mir leid, dass ich euch nichts erzählt habe und ich verstehe, wenn ihr enttäuscht seid, aber ihr werdet es nicht schaffen, mir den Umgang mit ihm zu verbieten. Wie würdet ihr euch fühlen, wenn euch jemand das Gefühl gibt, euer Gegenstück wäre kein guter Umgang?", beendet ich meinen kleinen Vortrag, verließ die Küche und wollte gerade meine Schuhe anziehen, als meine Mom aus der Küche rief:

"Ich mache Morgenabend Lasagne, möchtest du Will dazu nicht einladen?" Ich ging zurück über den Flur und stellte mich in den Türrahmen.

"Ich glaube, das ist keine gute...", begann ich, aber Dad kam hinter seiner Zeitung hervor und unterbrach mich:

"Lad ihn ein, Jenna!" An der Art, wie er es sagte, war mir klar, dass ich keine andere Wahl hatte. Ich nickte also und als schön das zweite Mal die Hupe des Beatles von draußen ertönte, verließ ich das Haus und lief in schnellen Schritten durch den Vorgarten.

"Also, wozu brauchtest du Wills Adresse jetzt?", fragte Leslie neugierig, als wir den Flur zu unseren Spinden entlangliefen. Maya, die bis eben auf ihr Handy geblickt hatte, sah nun interessiert auf und zwischen Leslie und mir hin und her.

They call it Destiny.Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt