"Ich hab dich lieb, das weißt du hoffentlich", verabschiedete ich mich von meinem großen Bruder Jackson und schloss ihn in eine feste Umarmung. Alle gemeinsam standen wir im Flughafengebäude in Bismarck und verabschiedeten uns von Jackson und Alex. Eigentlich sollte sie schon vor einem Monat geflogen sein, aber glücklicher Weise hatte sie mit ihrer Organisation vereinbaren können, dass sie gemeinsam mit Jackson fliegen konnte.
Seit dem Abschlussball sind nun mehrere Wochen vergangen und mittlerweile hatte ich Sommerferien. Meine Prüfungen hatte ich alle bestanden und ab Herbst würde ich dann in die Abschlussklasse gehen. Es war ein komisches Gefühl, dass nun alle wieder gingen. Jacksons und Alexs Flug ging in zwei Stunden, das Gepäck hatten wir bereits aufgegeben und wir standen mitten in der Halle und verabschiedeten uns alle. Auch die anderen würden heute Nachmittag die Heimreise antreten. Für Erin und Jona ging es gleich, nachdem wir Jackson und Alex verabschiedet hatten zurück nach Montana. Jeremy und Josh ging es heute Abend zurück nach Grand Forks, somit mussten sie sich vorerst von ihren Freundinnen verabschieden, diese würden sie aber sobald wie möglich besuchen gehen. Jason und Monika blieben zwar in unserer Nähe, würden aber trotzdem nicht zuhause sein, sondern in ihr neues Zuhause am anderen Ende der Stadt fahren und ich würde vorerst alleine mit meinen Eltern in dem riesigen Haus sein, aber auch nur bis zu den nächsten Ferien.
"Ich weiß, Zwerg. Ich hab dich auch lieb", erwiderte mein Bruder meine Geste und drückte mich noch ein wenig fester. Ohne das ich es wollte, bildeten sich Tränen in meinen Augen und ich versuchte erst gar nicht sie zurückzuhalten.
"Ich werde dich vermissen, du Idiot", versuchte ich meine Trauer, darüber das er ging, zu überspielen.
"Ich dich auch, Zwerg. Auch wenn du manchmal echt nervig sein kannst", grinste er und auch er hatte Tränen in den Augen. Nachdem ich ihn noch einmal fest umarmt hatte, löste ich mich von ihm und umarmte Alex. Wir kannten uns nicht lange, aber irgendwie hatte ich sie bereits in mein Herz geschlossen.
"Du musst uns in den Winterferien unbedingt besuchen kommen mit Will", schlug sie vor und ich nickte lächelnd.
"Gerne, wirklich gerne", stimmte ich zu und schloss sie in die Arme.
"Komm her", meinte mein Gegenstück beruhigend, als ich immer noch weinend auf ihn zu ging. Ich hatte mich jetzt schon zum dritten Mal von Jackson verabschiedet, aber das ganze wurde nicht besser, je öfter ich es tat. Mit ausgebreiteten Armen wartete er auf mich und zog mich fest an seine Brust, als ich vor ihm stand. Er hatte sich schon von allen verabschiedet und sich dann etwas im Hintergrund gehalten, ich war ihm dankbar, das er hier war und mich festhielt. Sobald ich mich etwas beruhigt hatte, lockerte er seine Umarmung, ließ mich aber nicht los. Mit dem Rücken gegen seine Brust gelehnt stand ich nun da und sah dem Rest meiner Familie beim Umarmen und Verabschieden zu. Mom, die gerade dabei war sich von Jackson und Alex zu verabschieden, weinte und auch Dad hatte Tränen in den Augen. Ich griff nach Wills Händen, die er vor meiner Brust verschränkt hatte und lehnte mich etwas gegen ihn.
"Danke, dass du hier bist", flüsterte ich und küsste seine Hand.
"Das ist selbstverständlich", entgegnete er und beugte sich zu mir herunter, um mir einen Kuss auf die Wange zu geben. Ich beobachtete meine Familie immer noch dabei, wie sie sich in den Armen lagen und verabschiedeten und in mir kam komischer Weise Freude auf. Ich war nicht froh darüber, dass alle nun wieder ihre eigenen Wege gingen, aber ich war froh darüber, das sie da waren. Ich war froh über jeden Einzelnen von ihnen. Ich war froh über Jason besserwisserische Art, die mich normalerweise in den Wahnsinn trieb. Ich war froh über Monikas Durchsetzungsvermögen, durch welches sie Jason ein bisschen im Zaum hielt. Ich war froh über Jonas überaus ausgerpägten Beschützerinstinkt und obwohl ich nie damit gerechnet hatte ihn jemals zu vermissen, tat ich es. Ich war froh über Erins klare Sicht auf die Dinge, die mir schon das eine oder andere Mal dabei geholfen hat, wichtige Entscheidungen zu treffen. Ich war froh über Josh' Humor, denn in egal, welcher Lebenslage bringt er einen zum lachen. Ich war froh über Lucys Lebensfreude, die so ansteckend war, das man, sobald man auch nur mit ihr in einem Raum war, von neuen Energie erdrück zu werden schien. Ich war froh über Jeremys Tiefgründigkeit und seine Art und Weise schwierige Entscheidungen zu treffen. Ich war froh über die Ruhe und Geborgenheit, die Claire ausstrahlte. Man konnte sich auf die verlassen, egal wie tief man in der Scheiße steckte. Ich war sogar froh über Jacksons Willenskraft, die mir zwar das eine oder andere Mal gehörig auf den Zeiger gegangen war, aber für ihn nur das Beste getan hatte. Ich war froh darüber, was für eine Wirkung Alex auf Jackson hatte, wie sie ihn zu einem besseren Menschen machte und natürlich war ich auch froh über meine Eltern, die mich und meine Brüder in jeder Lebenslage unterschtützten. Obwohl man es mir vor eineigen Monaten noch nicht angesehen hatte, aber ich war auch froh darüber, Will an meiner Seite zu haben. Durch ihn hatte sich der dichte Nebel, der mich umgeben hatte und mir eine klare Sicht auf die Dinge und vor allem auf das System verwehrt hatte, gelichtet. Alles schien einen Sinn zu ergeben und Will war die Erklärung für all meine Fragen gewesen. Niemals hätte ich damit gerechnet, das es einen Menschen auf dieser Welt gab, der mich so glücklich machte, wie er.
"Jenna, Will kommt her!", rief Erin, die neben Jona stand und winkte uns zu den anderen herüber. Gemeinsam gingen wir die Meter, die uns von den anderen trennten und als eine große Familie begaben wir uns auf den Weg zur Sicherheitskontrolle, durch die Alex und Jackson jetzt durchmussten. Ein letztes Mal schloss ich die beiden in die Arme und auch die anderen umarmten sie ein letztes Mal, dann verschwanden die beide durch die gläserne Schiebetür und waren weg für die nächsten Monate. Immer noch traurig, aber ebenso stolz, auf meinen großen Bruder verließ ich mit dem Rest meiner Familie den Flughafen wieder. Vor unseren Autos ging das Verabschieden dann gleich weiter. Jona und Erin würden direkt vom Flughafen aus ihre Reise nach Great Falls antreten.
"Ich wünsche dir einen unvergesslich schönen Sommer", flüsterte Erin als wir uns zum Abschied umarmten. "Wir sehen uns ja bald wieder", grinste sie, als sie mich losließ und ich sah sie fragend an.
"Ach ja?", fragte ich. Mein letzter Stand, war, dass sie uns zu Thranksgiving besuchen würden, bis es soweit war, würden aber noch ein paar Monate vergehen.
"Hat Will es dir noch nicht erzählt? Wenn ihr zu seiner Großmutter fahrt, beliebt ihr eine Nacht bei uns in Great Falls", grinste Erin und vor Freude schloss ich sie gleich ein weitere Mal in die Arme. Ich war schon so lange nicht mehr bei den beiden gewesen. Sie auf unserer Reise zu besuchen war tausensmal besser, als einen Halt in Portland oder Los Angeles zu machen.
Als wir alle wieder in den Autos saßen, konnte ich es nicht länger für mich behalten. Wir saßen gemeinsam mit Jason und Monika im alten Corsa, den Jason schon seit der High School fuhr und während die beiden in ein Gespärch über Fliesen für das Bad in ihrer neuen Wohnung vertieft waren, griff ich nach Wills Hand und verschränkte unsere Finger miteinander.
"Danke", lächelte ich ihn an.
"Wie ich bereits gesagt hatte, das war selbstverständlich", grinste er und drückte meien Hand leicht.
"Das meinte ich nicht. Ich meinte, danke für den Urlaub, den du für uns geplant hast und danke, das wir Jona und Erin auf unserer Reise besuchen. Das bedeut mir wirklich viel", erklärte ich und er grinste nur noch mehr.
"Genau das meinte ich auch. Ich weiß doch, wie wichtig dir Familie ist und als du mir erzählt hast, das du schon lange nicht mehr bei ihnen warst, hab ich die Route nur ein bisschen verändert."
"Ich liebe dich", flüsterte ich.
"Liebe ist, die Bedürfnisse eines anderen vor seine Eigenen zu stellen, dass heißt ich liebe dich wohl auch, denn eigentlich hätte ich unsere beiden Tage in Montana lieber in der Hauptstadt verbracht", ginste er und mir war klar, das er es nicht ernst meinte, trotzdem streckte ich ihm frech die Zunge heraus, legte dann aber meinen Kopf an seine Schulter und kuschelte mich an ihn.Ahhhhh das ist das vorletzte Kapitel! Ich hoffe es gefällt euch :)) Über Feedback durch Votes oder Kommentare würde ich mich wie immer natürlich sehr freuen. Danke <3-N

DU LIEST GERADE
They call it Destiny.
RomanceThey call it Destiny. 'Könntest du dir vorstellen, dass es auf dieser Welt diese eine Person gibt, die du für dich bestimmt nennen darfst? Nein? Ich muss es mir gar nicht vorstellen, denn für mich ist es die Realität.' Jenna Montgomery ist eigentl...