Kapitel 13

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Zehn Tage nach Lokis Ankunft auf der Erde erhielt Darcy eine Nachricht von Tony Stark. Es war die erste Nachricht, die das Genie ihr geschrieben hatte, seit sie mit Loki in das Haus seiner Familie gezogen war.

Darcy und Loki waren mit Jane und Thor in der Küche, als die Praktikantin bemerkte, dass sie eine Email bekommen hatte. Neugierig schob sie sich auf ihren Stuhl und rief die Nachricht auf. Loki bemerkte, wie ihr Gesicht sich erhellte während sie las.

„Tony Stark lädt uns zu einer Feier ein!", erzählte sie aufgeregt. Ihr Blick flackerte zu Loki. „Uns alle." Der Trickster zog überrascht die Augenbrauen hoch. Der Milliardär, immer bereit zu einer Feier, wollte damit der Gründung der Rächer gedenken. „Das Fest findet in London statt", las Darcy. Damit mussten sie sich auch keine Gedanken machen, wie sie nach Amerika reisen würden. Offenbar wollte Tony den Anlass nutzen, um in London einen europäischen Stützpunktfür die Rächer zu erbauen.

„Stark möchte mich auf eine Feier der Rächer einladen?", fragte Loki skeptisch. Darcy bemerkte den besorgten Blick von Jane. „So steht es geschrieben", nickte Thor, der sich neben Darcy beugte und die Nachricht stumm las. Lokis Frage war durchaus berechtigt, überlegte die Praktikantin. Besonders da die Chancen gut standen, dass entweder Natasha, Clint oder Bruce den Trickster zu Mus verarbeiten würden, sobald sie ihn sahen. Aber dann dachte Darcy daran, dass die Rächer vermutlich mehr von zweiten Chancen verstanden. als andere Menschen und bestimmt mehr als SHIELD. Womöglich war das ihr Zeichen für einen Waffenstillstand mit ihrem ehemaligen Feind?

„Endlich!", sagte sie zufrieden und erlaubte sich ein Lächeln. „Eine anständige Feier! Das wird bestimmt lustig!" Loki lachte leise. Jane seufzte, aber Thor war nicht jemand, der sich wegen der Zukunft sorgte. Jeder von ihnen freute sich auf die Feier.

Am Tag der Feier bereitete sich Darcy in dem Bad im zweiten Stock für den Abend vor. Ihr war klar, dass Loki sie noch nie richtig herausgeputzt erlebt hatte, also gab sie sich an diesem Tag besonders viel Mühe, hübsch auszusehen. Darcy entschied sich für ein knielanges, rotes Kleid, dazu passenden Goldschmuck und Make Up und schwarze Pumps. Ihre braunen Locken hatte sie mit einer Spange gebändigt. Auch wenn Darcy sich das nicht eingestehen wollte, hatte sie sich mehr für Loki als für die Feier so sorgfältig gekleidet. Umso verlegener war sie, als sie die Treppe in das Erdgeschoss hinabstieg und Loki sie erstmals sah.

Darcy hatte die Befriedigung zu beobachten, wie sich seine Augen für eine Millisekunde weiteten und seine Kinnlade leicht nach unten klappte, bevor er sein Gesicht wieder unter Kontrolle bekam.

Loki räusperte sich. „Ich sehe, dass du dich zur Abwechslung endlich wie ein weibliches Wesen kleidest". Stellte er fest, der gewohnte sardonische Ton in seiner Stimme.

„Entschuldige?" Darcy stemmte entrüstet und äußerst undamenhaft ihre Hände in die Hüften. „Ich ziehe mich immer wie ein weibliches Wesen an! Falls du es nicht bemerkt hast, ich BIN ein weibliches Wesen!" Um ihr Argument zu unterstreichen richtete sich Darcy bei diesen Worten zu ihrer vollen Größe auf um ihr Dekolleté hervorzuheben.

Lokis Augen wanderten prompt ihre Figur entlang, seine Mundwinkel verzogen sich amüsiert. „Dieses hässliche rote Stück Stoff, dass du immer auf deinem Kopf trägst?", fragte er.

Darcy funkelte ihn gekränkt an. „Sagt der Mann, der angezogen ist wie ein Hexenmeister", sagte sie und blickte auf Loki, der für die Feier einen schwarzen Anzug trug (der ihm zugegebenermaßen sehr gut stand). Sie hob stolz ihren Kopf. „Ich liebe meinen Beanie!", erklärte Darcy selbstbewusst. „Ich ziehe an, was ich will, wem das nicht gefällt, der braucht mich nicht anzusehen!" Würdevoll stolzierte sie an Loki vorbei zu der Tür und grinste leicht, als sie seinen Blick in ihrem Rücken spürte. Männer waren so berechenbar, egal ob sie Mensch oder Gott waren.

Suddenly DarcyWo Geschichten leben. Entdecke jetzt