31 (Lemon)

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Achtung! Dieses Kapitel beinhaltet einen Lemon (Sexszene). Überspringe dieses Kapitel, wenn du das nicht lesen möchtest.


Revali


Mit geballter Wut spanne ich den Bogen. Die Pfeile zischen durch die Luft und finden ihr Ziel. Ich lande auf einem Felsen, lasse einen Wirbelwind entstehen, der mich wieder in die Luft katapultiert. Atemlos mache ich weiter, gönne mir keine Pause. Ziel für Ziel zerspringt in tausend kleine Teilchen. Rücksichtslos schieße ich um mich, so lange bis Ziele und Pfeile ausgehen. Unsanft lande ich mit beiden Füßen auf dem Steg, der aus der Schützenhütte führt. Erschöpft gehe ich auf die Knie. Keuchend blicke ich auf und lasse meinen Blick über die Wand schweifen, auf den sich kein einziges Ziel mehr befindet. Ich sollte mich freuen, denn ich habe jedes Einzelne getroffen, selbst die auf den kleineren Felsen in der Mitte. Doch trotzdem bleibt meine Laune so düster, wie der dunkle Abgrund vor mir.

Immer muss ich daran denken, dass Shania mich womöglich verlassen wird. Sie wird ihre Bestimmung annehmen und in ihre Heimat zurückkehren. Genauso, wie es zu erwarten war. Aber ich will nicht, dass sie geht. Ich will, dass sie bei mir bleibt.

Wütend werfe ich meinen schönen Bogen von mir. Mit entmutigtem Gesichtsausdruck schaue ich meiner Waffe nach.

Ich liebe sie so sehr, ich will sie nicht gehen lassen. Sie mag zwar eine Seelenbändigerin sein und Pflichten zu erfüllen haben, das heißt aber noch lange nicht, dass sie allein da durchmuss. Man hat mich zu ihrem Beschützer ernannt, meine Pflicht ist es, dafür zu sorgen, dass der Hylianerin nichts passiert. Aber könnte ich es mir leisten, ihr zu folgen? Denn als oberster Krieger besteht meine vorrangige Aufgabe darin, das Wohlergehen der Orni sicher zu stellen. Ich bin der Einzige, der das Dorf verteidigen kann. Moment... Bin ich wirklich der Einzige? Vater meinte in meinem Traum, dass er auf uns beide stolz sei, auf mich und Teba. Teba ist mir am Nächsten. Er würde einen ausgezeichneten Ersatz abgeben, bis ich wieder da wäre. Aber würde Shania es wollen, dass ich sie begleite? Das spielt keine Rolle. Wenn ich will, dann gehe ich mit ihr. Komme, was wolle!

In diesem Moment höre ich die Leiter knarzen. Abrupt drehe ich mich um. Mein zorniger Blick mildert sich, als ich Shanias Gestalt in der Hütte stehen sehe. Stumm steht sie da, sieht mich einfach nur an.

»Siehst du mir wieder heimlich zu?«, bemerke ich trocken. »Das hatten wir doch schon.«

Augenblicklich stehe ich vom Boden auf. Mein Blick sucht meinen Bogen, der einsam und verlassen auf dem Boden liegt.

Ich bücke mich nach meiner Waffe, als ich sie zu mir sagen höre: »Du warst ziemlich lange weg. Deine Ausdauer an Sturheit ist wahrlich bemerkenswert.«

Alarmiert schaue ich zu ihr rüber, als ich bemerke, wie traurig ihre neckischen Worte klingen.

»Was willst du mir sagen, Shania?«

Langsam schreitet sie über den Steg. Direkt vor mir bleibt die Hylianerin stehen. In ihren braunen Augen schimmert die Unsicherheit vermischt mit Kummer.

»Revali, ich... ich...«, stammelt meine Kleine verloren.

Man sieht ihr an, dass es ihr schwerfällt, darüber zu reden. Mir ist klar, dass sie eine Entscheidung gefällt haben muss, eine Entscheidung, die mich betrifft. Also seufze ich und greife mit dem Flügel nach ihrer Hand. Fest sehe ich ihr in die Augen.

»Sag es freiheraus!«, verlange ich von ihr und klinge dabei ernster, als ich wollte.

Ich kann Shanias Herzschlag fühlen. Das ist kein Takt mehr, sondern ein unruhiges, hektisches Klappern. Gequält senkt die Hylianerin den Blick.

Soulhunter 1 - Buch des Windes (Revali x Shania)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt