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Der Tag verlief nach dem Ausflug in den Wald noch recht schnell. Jetzt ist es Abend, ich sitze auf dem Sofa und lese einwenig in einem Buch während Yoongi vor dem Kamin liegt und schläft. 
Wir haben vor einer Stunde gemeinsam Abendessen gemacht und gegessen, und jetzt entspannen wir den Tag noch und lassen diesen Friedlich ausklingen.

Als es schließlich sehr spät, stehe ich von dem Sofa auf und stelle das Buch zurück in mein Bücherregal. Daraufhin gehe ich zu Yoongi und wecke ihn. Zum einen damit er aufwacht und ins Bett gehen kann und zum anderen weil er seine Ohren angelegt hat.
"Hey Yoongi, wach auf", spreche ich ihn an und rüttel ihn an seiner Schulter. Recht schnell schlägt er seine Augen auf und legt seine Ohren, wenn überhaupt möglich, noch mehr an. Fauchend setzt er sich schnell auf und schlägt nach meiner Hand.

Überrascht über seine Reaktion weiche ich zurück, möchte nichts machen, was Yoongi nicht möchte.
Yoongi selbst fängt an zu realisieren, dass er mich gerade angefaucht hat, weswegen er deine Augen aufstellt und erschrocken dreinblickt. "Ich... ich wollte nicht... Tut... Tut mir leid", stammelt er und grabbelt auf mich zu.

"Alles gut, was hast du denn geträumt, dass du so reagierst?", frage ich und lege meine Arme um ihn, als er sich an mich kuschelt. Er hat sich fast direkt auf meinen Schoß gesetzt und seine Arme um mich geschlungen und sein Gesicht an meine Schulter gekuschelt.

"Von meinem Vater...", nuschelt er an meine Schulter, fängt an zu schnurren, als ich sanft durch seine Haare fahre, "Dass er mich findet und mich wieder in meine persönliche Hölle zerrt... Ich habe so Angst davor, Taehyung. Ich... Ich will nicht zurück, ich will nicht geschlagen werden."
Mitten im gesagten hört auf auf zu schnurren und beginnt zu weinen. Seine Schultern beginnen zu beben und sein schlurzen erfüllt den Raum. Die Tränen, die aus seinen Augen laufen, tropfen auf meine Schultern, durchnässen langsam den Stoff meines Pullovers welches ich trage.

Sachte streiche ich über seinen Rücken, lasse ihn wissen, dass ich für ihn da bin, ohne ein Wort zu sagen. Yoongi spürt es anhand meiner Reaktion und Gestik. Er merkt, dass ich darauf achten werde, dass ihm nie wieder so etwas passiert, wie das was sein Vater ihm angetan hat.

Nach einiger Zeit beruhigt er sich, bleibt dennoch immernoch auf meinem Schoß sitzen und beginnt wieder zu schnurren. Ich kann es einfach nicht in worte fassen, wie leid mir Yoongi tut weil er so lange unter der Gewalt seines Vaters leben musste, ohne einen richtigen Rückzugsort bei seiner Mutter. Ich könnte mir ein solches Leben nicht vorstellen.

"Komm wir gehen schlafen. Magst du bei mir schlafen?", frage ich ihn, worauf er nickt und auch schon aufsteht. Ich stehe ebenfalls auf und gehe mit  Yoongi zusammen in mein Zimmer. Dort ziehe ich mir meine Schlafsachen an, während Yoongi mitten im Raum steht und gähnt. "Wenn du möchtest dann kannst du dir aus meinem Schrank etwas zum schlafen holen", schlage ich Yoongi vor, worauf dieser direkt den Schrank öffnet und ein T-Shirt und eine Jogginghose rausholt. Diese zieht er sich an und grabbelt unter meine Decke, bis nurnoch ein kleines Stückchen seines Katzenschwanzes rausschaut.

Schmunzelt gehe ich zu meinem Bett und hebe die Decke an, worauf mich Yoongi mit verstrubelten Haaren und einem unglaublich großen Augen anschaut. Jetzt in dem Moment wirkt er wie ein kleines Kätzchen, welches einen warmen Schlafplatz gesucht hat. "Machst du mir Platz?", frage ich und Yoongi macht fast direkt Platz für mich.
Schließlich lege ich mich hin und decke Yoongi und mich einmal ordentlich zu. Es dauert auch nicht lange, da kuschelt sich Yoongi auch schon an mich, verhakt seine Beine mit meinen, legt seine Arme um mich und vergräbt sein Gesicht an meiner Halsbeuge. Lächelnd lege ich einen Arm um seine Taille und graule mit der anderen seinen Kopf, wodurch er zu schnurren beginnt.

"Was machen wir morgen?", fragt der Hybrid leise, ist wirklich müde. "Mal sehen. Vielleicht wieder raus oder vor dem Kamin Filme sehen und Bücher lesen. Auf das was du lust hast", erwieder ich und kraule seinen Kopf. Nickend schmiegt er sich noch näher an mich, wenn es überhaupt möglich ist.

So driften wir beide immer mehr in das Traumland.

Solange, bis es draußen anfängt zu donnern und zu blitzen. Normalerweise hätte ich mich umgedreht und weiter geschlafen, doch als ich Yoongi wimmern höre werde ich hellwach und suche im Raum nach dem älteren. Als ich ihn nicht finde, hebe ich die Decke hoch und finde ihn dort schließlich. Ängstlich zusammen gekauert, am weinen und mit beiden Händen vor den Ohren, welche eng an den Kopf angelegt sind.
Direkt nehme ich ihn in den Arm und drücke ihn fest an mich, steiche über seinen Rücken und flüster ihm beruhigende Worte zu.

Es dauerte wirklich lange bis Yoongi sich beruhigt und das Gewitter weiter weg ist. Als ich auf die Uhr schaue sagt diese mir, dass es fast schon fünf Uhr morgens ist.
"Es ist alles gut, das Gewitter ist nicht mehr so nah. Es zieht immer weiter weg", flüster ich ihm in sein Ohr als er zusammen zuckt als es wieder donnert. "Meine Ohren tun weh", flüstert er zurück, weswegen ich sanft über seine Ohren streiche die spitzen dieser sanft zwischen meinem Daumen und zeige finder massiere. Schließlich beginnt Yoongi an zu schnurren und entspannt sich wieder.

"Ich hasse Gewitter... Mein Vater hat mich einmal während einem rausgeschmissen... Ein, ein Blitz ist in das gegenüberliegende Haus eingeschlagen. Ich hatte so Angst. Es hat angefangen zu brennen", erzählt Yoongi nach einigen Sekunden. Ich bin etwas überrascht, dass er mir das gerade erzählt, aber auch froh, dass er mir so sehr vertraut, dass er mir immer wieder mehr über seine Kindheit und Jugend erzählt. Es lässt uns immer näher kommen.

Katzenliebe //Taegi//Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt