Leya
Als mein Meister sich angezogen hatte und Tak und Chel gegangen waren, warf er mir noch eine Rasierklinge vor die Füße. „Damit du wieder ritzi ritzi machen kannst", sagte er noch, verließ den Raum und ich hörte wie er die Tür abschloss. Ich griff sofort nach der Klinge, stellte aber fest, dass sie stumpf war. Das war ihre Spezialität. Mir die letzte Möglichkeit nehmen, um die Geschehnisse zu überdecken.
Ich versuchte trotzdem mir irgendwie die Pulsadern aufzuschneiden. Dann stoppte ich. Wie würde es Lloyd gehen, wenn ich tot wäre? Ich sank an die Wand hinunter. Und weinte. Du wirst nie wieder hier rauskommen. Sie werden Lloyd töten. Ich wollte schreien. Doch aus mir kam kein Ton raus. Ich zitterte am ganzen Körper. Ich rammte meinen abgerissenen Fingernagel in die Stelle, wo ich meine Pulsader vermutete. Es tropfte etwas Blut, doch es brachte nichts. Meine Hände waren schweißnass, und mein Atem verschnellerte sich. Ich rollte mich auf dem Boden zusammen und hechelte, während mein Blick ins Leere ging. Ich wusste nicht wie lange ich da lag. Waren es nur Minuten? Oder Stunden?
Irgendwann hörte ich ganz stumpf ein Schreien, dann Schritte. Es klang so als ob die Türaufgeschlossen wurde. Bevor Panik in mir aufkam, wurde ich sanft angesprochen. „Leya?" Es war eine Frauenstimme. Sie sagte meinen Namen so sanft, wie ich es noch nie zuvor gehört hatte. Ich musste einfach aufsehen. Ich erkannte das die Frau, die mich anlächelte, keine Frau war, sondern ein Mädchen, vielleicht ein bis zwei Jahre älter als ich. „Leya", sagte sie noch sanfter als vorhin. Sie lächelte mich an. Sie hatte das schönste Lächeln auf der Welt. „Wer bist du?", flüsterte ich. „Ich bin Harumi", sagte das Mädchen. Jetzt erkannte ich sie. Ihr Pony war deutlich länger als er es normalerweise sein sollte. Die rote Gesichtsbemalung war weg. Ihre weißen Haare waren nicht gleichmäßig lang, an einigen Stellen sogar fast weg. Das musste von dem Sturz vom Hochhausgekommen sein. Ich erinnerte mich was die Ninja über sie sagten. Sie ist böse, hatte Lloyd gesagt. Ich erschauderte. „Wirst du mich töten?", fragte ich. Harumi sah mich mit einer Miene an, die ich nicht deuten konnte. War es Trauer? Aber irgendwie sah sie so lieb aus, das ich mir gar nicht vorstellen konnte, das sie so böse war, wie die Kai sie beschrieben hatte. „Ich würde dich niemals töten wollen", sagte Harumi. Sie lächelte mich an und hielt mir ihre Hand hin; sie wollte mir aufhelfen. Aus irgendeinem Grund, der mir auch etwas Angst machte, vertraute ich ihr. Ich fühlte mich vom ersten Moment an sicher in ihrer Nähe. Ich legte meine Hand auf ihre. Ich sah sie an und verlor mich in ihren wundervollen blauen Augen. Als ich stand, wackelte ich und drohte wieder zusammenzubrechen.
Aber Harumi fing mich auf und mir wurde klar, dass es einen Sinn hatte, weiter zu leben. Egal was die Gedanken sagen. Denn irgendwann tritt eine Person in dein Leben, die du nie mehr loslassen willst.
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Leya - Ninjago FF
Fiksi PenggemarLeya galt Jahrelang als verschwunden. Als ihr Bruder Lloyd Garmadon die Nachrichten sieht, fliegt er sofort zu dem Haus, wo Leya gefunden wurde. Aber die Verbrecher, die sie die ganzen Jahre lang gefangen gehalten haben, haben schon den Ausbruch ge...
