Flashback

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In stillem Einverständnis ging es im Galopp zurück auf die Ranch. Wir sehnten uns beide wohl nach ein wenig Nähe. Pünktlich zu Mittag waren wir wieder bei mir zuhause, aber an Essen war nicht zu denken. Kaum fiel die Haustür hinter uns ins Schloss wurde ich gegen die Wand gedrückt und ich versank wieder in einem intensiven Kuss. Ich krallte mich in seinem weichen Haar fest, drückte mich an seinen durchtrainierten Körper und begann zu grinsen als ich die Wölbung in seiner Jeans spürte. Steve küsste meiner Kieferlinie entlang, den Hals hinunter bis zu meinem Schlüsselbein. Ich stöhnte leicht auf unter seinen Liebkosungen, wurde aber in die Realität zurückgeholt als Raija leise bellte. Er trat widerwillig von mir zurück.

'Ich muss die Hunde aus ihren Geschirren befreien, sonst verzeihen sie mir das nie. '

Selten hatte ich die Hunde so schnell befreit und war aus meinen Stiefeln geschlüpft, aber ich wollte wieder seine Lippen auf mir spüren. Seine Gedanken gingen sicher in die gleiche Richtung, denn er hob mich mit einer Leichtigkeit hoch, die mich überraschte und trug mich in Richtung Wohnzimmer. Er setzte sich aufs Sofa und ich sass, mit den Beinen links und rechts von seinen, auf seinem Schoss. Ohne eine Sekunde verstreichen zu lassen, fiel ich über ihn her. Drückte meine Lippen auf seine und er liess sich nicht zweimal bitten. Seine Zuge stupst gegen meine Lippen, die sich leicht öffnen. Unsere Zungen spielten miteinander, von der Lust getrieben rollte ich meine Hüfte auf und ab. Wir stöhnten beide auf, bis Steve den intensiven Kuss unterbrach.

'Wenn du so weitermachst, kann ich mich nicht zurückhalten. Mein Schwanz ist deinetwegen sowieso schon steinhart. '

Ich grinste ihn unschuldig an und meinte leicht verschmitzt:

'Ist mir noch gar nicht aufgefallen. '

In einer geschmeidigen Bewegung drehte er uns so auf dem Sofa, das ich unter ihm lag. Mit seiner Hüfte drückte er mich nach unten. Er rieb seine harte Beule an meiner Mitte. Ich gab mich ihm und meinen Instinkten hin, liess mich leiten, bis sich die Szene vor meinen Augen plötzlich änderte. Über mir lag nicht mehr Steve, sondern Nicholas und unter mir war nicht mehr mein bequemes Sofa, sondern die raue Matratze aus dem Kerker. Mir stiegen die Tränen in die Augen und ich begann leise zu flehen, dass er aufhören soll. Entgegen meiner Erwartung zog sich der Mann über mir zurück und ich kam wieder zu Atem. Entfernt hörte ich Steves Stimme, die nach mir rief, ich wurde in eine aufrechte Position gezogen und langsam wechselte sich die Szene vor meinen Augen wieder. Steve sass vor mir auf dem Boden und neben ihm die Rabauken. Er schaute mich besorgt an schien fast Angst zu haben mich zu berühren.

'Alex, es tut mir leid. Ich wollte dich zu nichts drängen. '

Ich blieb still, schaute ihm in die Augen, mein Körper zitterte, meine Gedanken rasten. Wieso wurde ich plötzlich in die Vergangenheit geschleudert? Ich wollt Steve, ich vertraute ihm. Wieso nur, wieso konnte ich mich ihm nicht hingeben? Schliesslich fand ich meine Stimme wieder.

'Dir muss nichts leidtun. Ich... Es war nur... '
'Du hattest ein Flashback, oder? '
'Ja, woher weisst du? '
'Viele Soldaten oder Menschen die traumatisches Erlebt haben, haben solche Flashbacks. Und es ist nicht das erste Mal das ich bei jemandem bin, der ein Flashback durchlebt. Darf ich dich in den Arm nehmen? '

Ich nickte und er setzte sich neben mich, zog mich sanft in eine Umarmung. Je länger ich an ihn gekuschelt da sass, desto weniger zitterte ich. Irgendwie wollte ich ihm erzählen was ich gerade eben erneut durchlebt hatte, andererseits wie sollte ich mit ihm darüber reden können. Ich meine er wusste in etwa was passiert war, aber er hatte es nie von mir gehört und in meiner schriftlichen Aussage bin ich nicht sehr ins Detail gegangen.

'Willst du mit mir darüber reden, was du in dem Flashback durchlebt hast? '
'Ich weiss nicht. Ja; Nein; Willst du das wirklich hören? '
'Du kannst mit mir über alles reden. '

Wieder blieb ich einen Moment lang still und als ich so weit war ihm zu erzählen, was war, konnte ich ihm nicht in die Augen sehen.

'Ich war wieder im Keller bei Nicholas. Ich vertraue dir und ich habe keine Ahnung, wieso ich so reagiert habe. Ich wollte mit dir schlafen, ich will mit dir schlafen. '
'Ich weiss das du mir vertraust und ich werde dir das nie übel nehmen. Du hast ein Trauma, das braucht Zeit. Und so sehr ich dich auch will, werde ich mich zurückhalten, bis du so weit bist. Wir gehen dein Tempo, okey? '
'Und wie soll ich wissen, ob ich so weit bin und dann ist da noch die Sache, dass ich möglicherweise nicht so viel Geduld und Selbstdisziplin habe wie du. '

Er begann zu lachen und zog mich in eine engere Umarmung. Ich drückte mich an seine starke, warme Brust und fühlte mich so sicher wie schon lange nicht mehr.

'Du darfst jederzeit über mich herfallen, meine kleine Wölfin. Ich werde mich ganz sicher nicht wehren und was die Überwindung deines Traumas angeht, manche müssen darüber reden, bei anderen ist Konfrontation die Lösung. Wir werden schon herausfinden was dir hilft und du kannst ja deine Psychologin fragen. '

Wolf Saga - Heilendes WasserWo Geschichten leben. Entdecke jetzt