Es passiert alles viel zu schnell und in der nächsten Sekunde rollen Soobin und Jungkook in einem einzigen Knäul über den Boden des Raumes.
,,LASS.MEINE.FRAU.IN.RUHE", brüllt Soobin, als er schließlich über Jungkook sitzt und ihn mit aller Kraft gegen den Boden hämmert.
Jungkook versucht sich aus seinem Griff zu befreien und ich sehe hilflos zu den anderen, die nur in einem Halbkreis um die Streithähne herumstehen.
Keiner traut sich einzugreifen und sie sehen nur mit öffnen Mündern zu, wie Soobin gerade dabei ist Jungkook eine Gehirnerschütterung zu verpassen und wie Jungkook mit Not versucht ihn von sich herunter zu bekommen.
,,HÄTTEST DU SIE NICHT RAUSGESCHMISSEN, WÄR DAS ALLES NICHT PASSIERT", schreit Jungkook und schafft es endlich seine Arme zu befreien.
Er packt Soobin an den Schultern und schiebt ihn von sich herunter.
,,Lass es einfach, Soobin", zischt er atemlos, während er sich aufrappelt und ihn wütend ansieht.
Man merkt ihm an, dass er mit aller Macht versucht sich unter Kontrolle zu halten und nicht zurückzuschlagen.
Seine Hände sind zu Fäusten geballt und sein Kiefer ist angespannt.
,,Julia wird sich für einen von uns entscheiden und bis dahin müssen wir abwarten. Aber eines kann ich dir sagen...", flüstert Jungkook, während er sich zu Soobin hinunter beugt und ihn unsanft an seinem Pulloverkragen packt. ,,...ich werde alles dafür tun, dass du NICHT als Gewinner aus dieser Sache hervorgehst."
Soobin schluckt, als Jungkook sich nähert und zuckt zusammen, als er sich wieder aufrichtet und die Hand hebt, um sich seufzend durch die Haare zu fahren.
Ich sehe irritiert zwischen den beiden hin und her und atmet angespannt aus, als Jungkook sich schließlich zu mir umdreht.
,,Sind wir fertig?", fragt er leise und ich nicke.
Er nimmt mich an der Hand und führt mich in das Zimmer nebenan, in dem der Reporter bereits auf uns wartet.
Soobin blickt uns nur verdutzt hinterher.
Ich sitze während des ganzen Interviews über im Hintergrund und sehe aufmerksam zu. Von meiner Position aus, kann ich erkenn, dass Jungkook immer und immer wieder zu mir herüberschielt.
Er sieht angespannt aus und er rutscht nervös auf seinem Stuhl hin und her.
Ich versuche ihm aufmunternd zuzulächeln und recke grinsend beide Daumen in die Höhe, als er wieder zu mir sieht.
Er schenkt mir ein kleines Lächeln und versucht sich dann wieder auf die Fragen des Interviewers zu konzentrieren.
,,Was war denn los? Warst du aufgeregt?", frage ich, als sie sich verabschieden und Jungkook von seinem Hocker aufsteht, um zu mir herüber zu kommen.
,,Nein", murmelt er nur, während er sich das Mikro abbaut. ,,Ich mach mir nur Sorgen um dich."
Ich sehe zu ihm auf und werde nervös, als er noch einen Schritt auf mich zukommt.
,,S-s-sorgen?", stammle ich und senke verlegen den Blick.
,,Ich will, dass du dich erinnerst. Aber ich will nicht, dass du dich auch an die schlimmen Sachen erinnerst", sagt er leise und überbrückt die letzte Distanz zwischen uns.
,,Julia", vorsichtig legt er seine Hand unter mein Kinn und zwingt mich so zu ihm aufzusehen. ,,Ich will einfach nur, dass es dir gut geht."
Ein Schaudern durchfährt meinen Körper und ich sehe ihn mit großen Augen an.
Er legt den Kopf leicht schief, als ein Lächeln um seine Lippen spielt.
,,W-was?", stammle ich.
,,Nichts", schmunzelt er, lässt im nächsten Moment mein Kinn wieder los und tritt einen Schritt zurück.
,,Fahren wir nach Hause?", fragt er, während er mir seine Hand entgegenstreckt.
,,Okay", murmle ich leise und ergreife sie etwas benommen.
Wir verlassen das Gebäude und steigen ein paar Minuten später wieder in sein Auto, um uns auf den Weg zurück zu Namjoon und Anna zu machen.
,,Ich habe Angst vor Soobin", platzt es plötzlich aus mir heraus, während wir stillschweigend durch die Straßen Seouls fahren.
Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie er sich verspannt und sich seine Finger in das Lenkrad krallen.
,,Hat er dir was getan?", murmelt er leise, ohne den Blick von der Straße zu nehmen.
,,Nein", flüstere ich und sehe aus dem Fenster. ,,Ich hatte Angst, als er dich vorhin so angegriffen hat. Die Wunde an deinem Bauch. Tut sie weh?"
,,Mach dir keine Sorgen um mich. Ich halte das schon aus", gibt er leise zurück und sieht mich für einen Moment an. ,,Gehst du wieder zu ihm zurück?"
Mir wird plötzlich eiskalt, als ich nicke.
,,Ich kann nicht ewig bei Anna und Namjoon bleiben. Sie haben auch ein Privatleben und ich will mich nicht noch länger aufdrängen", antworte ich ernst.
Jungkook zögert einen Moment und wir halten gerade an einer roten Ampel, als er sich in seinem Sitz ein Stück zu mir dreht und mich ansieht.
,,Du kannst bei mir bleiben", sagt er leise. ,,Danbi ist jetzt weg und in dem Haus ist genug Platz. Ich schlafe unten im Wohnzimmer, dann kannst du das Bett für dich haben."
Es rührt mich, dass er mir dieses Angebot macht und ich möchte wirklich ernsthaft darüber nachdenken.
,,Denkst du denn, das ist eine gute Idee?", frage ich etwas zögerlich.
,,Wenn du dich mit Soobin nicht wohl fühlst, dann solltest du nicht auch noch mit ihm im einem Bett schlafen müssen. Ehe hin oder her", gibt er ernst zurück.
,,Okay", seufze ich schließlich. ,,Aber ich brauche erst noch ein paar Sachen. Vielleicht muss ich auch noch einmal in meine alte Wohnung. Anna hat mir nur ein paar Klamotten mitgebracht."
,,Kein Problem", meint Jungkook hastig. ,,Ich bringe dich jetzt zu Anna und morgen fahren wir zu dir."
,,Danke", gebe ich aufrichtig zurück und lächle ihn verschmitzt an.
,,Hmm?", brummelt er nur und legt den Kopf etwas zur Seite.
,,Es ist Grün", grinsend deute ich auf die Ampel, als die ersten Autos hinter uns auch schon zu hupen beginnen.
,,Ohh", Jungkook tritt in die Pedale und die Geschwindigkeit drückt mich zurück in meinen Sitz.
Ich habe das Gefühl, dass jetzt vielleicht alles gut wird und mit der Zeit alles wieder zu mir zurückkommt.
Glücklich lasse ich das Fenster herunter und recke meine Nase in den kühlen Fahrtwind dieser Aprilnacht.
Jungkook dreht den Radio wieder etwas lauter und summt entspannt vor sich hin, während er mich ab und zu lächelnd ansieht.
Ich kann mir gut vorstellen, dass ich ihn wirklich einmal geliebt habe...
Yoongi's POV:
,,Hana, wo ist mein Mikro?", ich sitze im Studio und versuche gerade etwas an den Songs für die Tour zu feilen.
Es ist spät Abends, aber die Jungs wollen gleich noch vorbeikommen, damit wir den Ablauf noch einmal durchgehen können.
Wir haben nur noch 4 Wochen Zeit bis es losgeht und wir können nicht alles auf den letzten Drücker fertig machen.
Zwar arbeiten wir schon seit Monaten an der Tour, aber immer wieder finden wir etwas, mit dem wir nicht ganz zufrieden sind.
Auch Jungkooks Ausfall die letzten 2 Wochen hat uns ordentlich weh getan und wir müssen erst sehen, ob er mit seiner Verletzung in den Choreos klarkommt.
,,Dein Mikro ist da, wo es ist immer ist", lacht Hana, die gerade hinter mir die Fotowand umdekoriert.
,,Sind das Katzenbilder?", frage ich entrüstet, als ich mich zu ihr umdrehe.
,,Na klar", grinst sie mich an. ,,Die hab ich auf Instagram gefunden."
,,Du bist verrückt", ächzend stehe ich auf und gehe zu ihr hinüber, um von hinten meine Arme um sie zu legen.
,,Sieht doch gut aus oder?", lacht Hana auf, als wir ihr fertiges Werk betrachten.
,,Wunderschön", gebe ich leise zurück und lege mein Kinn auf ihre Schulter. ,,Jeder wird denken, das ist das Studio einer Katze."
Hana lacht auf und dreht sich zu mir herum.
,,Ja und?", fragt sie herausfordernd, bevor sie mir einen leichten Kuss aufdrückt.
,,Das bist du ja auch", sie gibt mir noch ein Kuss.
,,Uääääääh", seufze ich theatralisch und drehe meinen Kopf weg.
,,Ach Yooongiii", protestiert Hana lautstark.
,,Was denn?", funkle ich sie an. ,,Katzen machen das doch auch so."
,,Idiot", sie gibt mir einen Klaps und wendet sich wieder ihrem Kunstwerk zu.
,,Ich komm gleich wieder, ich seh mal nach ob jemand von den anderen schon hier ist", seufze ich schließlich leise und geh zur Tür.
,,Ich liebe dich", gibt Hana zurück und sieht mich abwartend an.
,,Yooonngiiiiiii", schmollt sie übertrieben, als ich nicht sofort antworte und schafft es gerade noch sich ein Grinsen zu verkneifen.
,,Ich liebe dich mehr", antworte ich ihr lachend, bevor ich mein Studio verlasse und leise die Tür hinter mir zu ziehen.
Ich bin auf dem Weg ins Erdgeschoss, als ich gerade Jimins Flur entlang laufe und plötzlich eine Gestalt mit einer Kapuze auf dem Kopf aus seinem Studio schlüpft.
,,JIMIN?", rufe ich und die Person dreht sich augenblicklich zu mir um.
,,Lenaaa?", irritiert und mit hochgezogenen Augenbrauen sehe ich sie an.
Wir haben uns eine ganze zeitlang nicht gesehen. Eigentlich tatsächlich nie wieder, nachdem sie als Backgroundtänzerin aufgehört hat.
Aber warum kommt sie denn aus Jimins Zimmer.
Lena kommt eilig auf mich zu und hält sich den Finger an die Lippen.
,,Ssssscht, Yoongi", zischt sie und sieht sich nervös um. ,,Du hast nichts gesehen. Verstanden?"
Mit strengem Blick deutet sie mit ihrem Zeigefinger drohend auf mein Gesicht und ich schaffe es gerade so nicht vor Lachen laut loszuprusten.
,,Ihr beiden also?", zwinkere ich ihr zu.
,,Yoongi. Sei still. Das ist nicht so wie es aussieht", versucht sie sich hastig rechtzufertigen.
,,Ach Lena. Es ist so schön dich wieder zu sehen", ich lächle ihr vergnügt zu. ,,Aber beim nächsten Mal würde ich dir empfehlen dein T-Shirt richtig herum anzuziehen."
Ihr klappt die Kinnlade herunter und sie sieht entsetzt an sich hinab.
,,Verdammte scheiße", murmelt sie und will sich gerade das T-Shirt über den Kopf ziehen, als ich sie gerade noch aufhalten kann.
,,Lena", lache ich auf. ,,Nicht hier."
Ich deute in die Ecke des Flures in der einer der vielen Überwachungskameras hängt.
Mit großen Augen sieht sie mich an.
,,Heißt das..?", setzt sie erschrocken ab, bricht dann jedoch ab.
,,Ganz genau. Big Brother is watching you", gebe ich schmunzelnd zurück und sehe sie amüsiert an, als ihr die Röte bis in den Haaransatz steigt.
,,Ich glaub ich muss jetzt gehen", murmelt sie hinter vorgehaltenen Hand, dreht sich um und geht.
Ich sehe ihr hinterher, wie sie in gebückter Haltung unter der Überwachungskamera hindurchschlüpft und schüttle grinsend den Kopf.
Die Jugend von heute.
Dabei sind wir ja eigentlich alle schon erwachsen.
Ich will gerade weitergehen, als Taemin aus einer der angrenzenden Zimmer kommt.
Neugierig halte ich inne, er scheint mich nicht zu bemerken und ist vertieft in sein Telefongespräch.
Ich gehe einen Schritt weiter und versuche zu verstehen was er genau sagt.
Das Einzige was ich jedoch deutlich heraushören kann ist:
,,Er ist gestern Früh gelandet."
Hellooooou 💜
Weeeeeiter gehts...
hmmm...wer könnte gelandet sein?
Morgen gibt es vermutlich kein Kapitel :)
Dafür dann Montag wieder 💜
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BTS: Life goes on | Jungkook
FanfictionTeil 2 meiner Geschichte BTS: Young forever | Jungkook 💜 Julia kehrt nach Seoul zurück, um der Stadt ihrer Träume noch einmal eine Chance zu geben... 🏙
