Kapitel 17

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Harry hatte in der ersten Aufgabe super abgeschnitten und nun gab es eine ausgelassene Party in unserem Gemeinschaftsraum. Es freute mich, Ron und Harry wieder gemeinsam reden zu sehen.
Die nächste Aufgabe, welche erst in ein paar Monaten stattfinden würde, sollte sich in dem goldenen Ei verstecken. „Mach es auf." „Los Harry, mach schon."
Die Zwillinge konnten es gar nicht abwarten. Schließlich saß das gesamte Gryffindorhaus da und alle feuerten Harry an, endlich das Ei zu öffnen.

Unser Champion öffnete seinen funkelnden Schatz - doch es kam nur ein ohrenbetäubendes, verzerrtes Schreien heraus. Sofort hielten sich alle die Ohren zu und Harry beeilte sich, das Ei wieder zu verschließen. Was bei Merlins Bart sollte das denn?

Wenige Tage später saßen wir gemeinsam auf unserem Lieblingssofa beim Kamin. Hermine hatte mich mit in die Bibliothek geschliffen, in der Hoffnung eine Antwort auf das schreckliche Geschrei zu finden. Wir hatten die Hoffnung, vielleicht war das Ei verzaubert und man brauchte nur den Gegenzauber. Doch leider ohne Erfolg. Meine Hände waren rau und leicht rissig, von den vielen Seiten und den tausenden Büchern, die wir durchblättert hatten.
Als wäre diese Aufgabe nicht schon schwierig genug, verkündete Dumbledore am nächsten Morgen, dass es einen Weihnachtsball geben würde. Aufgeregtes Getuschel entstand, die Meisten waren gar nicht mehr zur Ruhe zu bringen. Zusätzlich hatten wir Tanzunterricht bei Professor McGonagall.
Und Ron war ihr Versuchskaninchen.

Sehr peinlich berührt, tanzte er nun mit ihr vor allen Augen. Gemeinsam mit den Zwillingen, musste ich mich doch sehr beherrschen, nicht komplett in einem Lachflash zu enden. Ich war nicht gerade die Begabteste im Tanzen, aber ich konnte gut auswendig lernen und würde somit keinerlei Probleme haben. Und immerhin war ich kein Champion und musste somit nicht den Ball eröffnen.

* * * *

Gemeinsam mit Ginny lief ich durch die Gänge. Sie war überglücklich, hatte Neville sie am Morgen gefragt, ob sie mit ihm auf den Ball gehen würde. Ansonsten wäre sie noch zu jung gewesen und hätte gar nicht teilnehmen dürfen. „Ich bin ja so gespannt", quiekte sie herum. „Hat dich schon Jemand gefragt? Mit wem würdest du gerne hingehen?" Ich lachte. Ginny war so aus dem Häuschen, bei ihr gab es mindestens für heute kein anderes Thema mehr.
„Als ob jemand freiwillig mit dir auf einen Ball gehen würde", kam es spöttisch von der Seite. Malfoy, mit seinen beiden Gorillas im Gepäck, durchquerte den breiten Gang und stand nun direkt vor uns.
Ich setze einen Schmollmund auf. „Ich dachte, du fragst mich jetzt. Wo du dir doch schon die Mühe gemacht hast zu uns zu laufen", mit großen Hundeaugen schaute ich ihn an. Sein Gesicht konnte sich nicht entscheiden, ob es angewidert oder vor Wut platzen sollte. Doch ehe er etwas sagen konnte, brach ich in schallendes Gelächter aus, in welches Ginny sofort einstimmte. „Ich hoffe, du bist nicht allzu enttäuscht, dass ich Nein sage. Aber, ich meine", ich gestikulierte mit meiner Hand auf und ab, während ich auf ihn zeigte. Dabei machte ich das abweisendste Gesicht, was ich zustande bekam und stolzierte weiter. Nie im Leben würde ich auf irgendeine Veranstaltung mit dem gehen. Geschweige denn irgendwo hingehen.

Während die meisten Schüler schon eine Verabredung für den Ball hatten, lief mir langsam die Zeit davon. Die Zwillinge waren schon vergeben, Harry und Ron wollte ich nicht fragen und alle anderen Jungen, mit denen ich mich gut verstand, hatten ebenfalls schon eine Begleitung. An sich hatte ich kein Problem damit, alleine zum Ball zu gehen, aber unwohl würde ich mich sehr wahrscheinlich schon fühlen. Außerdem konnte ich die höhnischen Bemerkungen von Malfoy jetzt schon hören. Es könnte alles so schön sein, würde er nicht hier zur Schule gehen.

Wenige Tage vor dem Ball kam Hermine auf mich zu. „Hast du eigentlich schon Jemanden für den Ball?" Ich schüttelte den Kopf. „Perfekt", strahlte sie mich an. Was auch immer so perfekt daran sein sollte. Sie zog mich in eine abgelegene Ecke der Bibliothek. „Viktor hat gefragt, ob ich jemanden für seinen Kumpel finden könnte. Ich weiß zwar nicht, welcher es ist, aber die Jungs scheinen alle nett zu sein", flüsterte sie mir zu.
Ginny und ich waren die Einzigen, die Hermine eingeweiht hatte, dass sie mit Viktor Krum zum Ball gehen würde. Ich freute mich wahnsinnig für sie, damit würde niemand rechnen. „Besser als alleine hinzugehen. Und ganz ehrlich, die sehen alle echt gut aus", lachte ich. Noch am selben Abend lernte ich meinen Ballpartner kennen. Er war groß, breit gebaut und hatte wunderschöne grüne Augen. Seine braunen Haare lagen wild durcheinander, aber es stand ihm unglaublich gut.
„Das ist Viktor, aber alle nennen ihn nur Vik", stellte Krum ihn mir vor.
„Nancy, hi", wir gaben uns die Hand und sein Lächeln brachte mich in den siebten Himmel. Das war mal eine gute Entscheidung gewesen. Ich freute mich nun vollends auf den Ball und konnte es gar nicht abwarten, in einem wunderschönen Kleid mit diesem gut aussehenden Typen zu tanzen. Ein Kleid.
Da lag das Problem, ich hatte nämlich keins.

Am Abend in unserem Schlafsaal weihte ich Hermine nach langem Ringen schließlich doch ein. „Du Hermine . .", erwartungsvoll schaute sie mich an. „Du hast mir jetzt mit dem Date geholfen, aber dabei ist ein neues Problem entstanden." Ich spürte wie sich mein Magen zusammenzog. Dieses Thema war einfach unangenehm und ich war generell schlecht darin nach Hilfe zu fragen.
„Ich habe kein Kleid. Meine Eltern waren der Meinung, die Schule ist zum Lernen da und nicht für irgendwelche tollen Aktivitäten und da wir jedes Jahr neue Bücher selbst kaufen müssen, sind sie eh nie so gut auf Hogwarts zu sprechen", kam es leicht quälend von meinen Lippen. „Oh Nancy, das tut mir echt leid. Aber ich hab tatsächlich eine Lösung dafür."
Ich strahlte sie an. Auf Hermine war einfach immer Verlass. „Meine Mum hat mir ein zweites Kleid geschickt, ich hab ihr geschrieben, dass ich den Ball eröffnen werde und sie meinte, mein eigentliches Kleid sei dafür nicht pompös genug. Ich mag es ja eher schlicht, aber sie ist da etwas anderer Meinung", mit einer leichten Röte im Gesicht lächelt meine beste Freundin mich an.

Dann sprang sie vom Bett und kramte in ihrem Schrank herum. Schließlich zog sie ein schwarzes kurzes Kleid hervor, welches einen fluffig Rock hatte. „Oh mein Gott, Hermine das ist wunderschön." Sie hielt es mir vor die Nase. „Los probier es an." Gesagt, getan und schon stand ich in dem wunderschönen trägerlosen Kleid, welches bis zur Mitte meiner Oberschenkel reichte. Obenrum lag es eng an und fiel ab der Taille weit auf. Es war ein Traum von einem Kleid. Und es saß wie eine zweite Haut. „Du siehst wunderschön aus, das Kleid steht dir so gut", Hermine war ganz aus dem Häuschen. „Darf ich das wirklich tragen?" Heftig nickte sie mit dem Kopf. Ich fiel ihr um den Hals. „Danke, danke, danke. Du rettest mein Leben", lachte ich überglücklich.

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Sry dass so lange kein Update kam, ich hoffe ich finde jetzt wieder etwas mehr Zeit. Vielen Dank an jeden Leser hier ♡

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