Him

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Zwei Wochen später...

"Also, wie gehts uns, Mika?"

Ich seufzte und lehnte mich zurück. „Soweit ganz okay."

„Ganz okay?"

„Naja, die Tage sind anstrengend und lange aber...Ich komme soweit zurecht. Mein Kopf kommt mir nicht mehr so oft in die Quere." Erklärte ich und Dr. Wayne nickte.

„Ich glaube du hast noch nie so positiv berichtet über die letzten Wochen. Es freut mich das es Zeit zum durchatmen gibt." Ich nickte stumm und lies ihn weiter sprechen. „Bist du denn zu deinem Football Kurs gegangen?"

Langsam nickte ich, sah auf den Boden und seufzte. „Ich weiß aber immer noch nicht ob das so wirklich mein Sport ist. Wäre Max nicht mit dabei und würde mich unterstützen hätte ich das ganze schon lange aufgegeben..."

„Max hilft dir sehr, nicht wahr?"

„Er ist Bipolar und einer meiner längsten, engsten Freunde. Wir hatten uns eine Zeit lang aus den Augen verloren aber vor kurzem kam der Kontakt wieder zurück." Erklärte ich und Dr. Wayne notierte sich etwa. „Du betreibst doch diesen Sport aber nicht für Max, oder?"

„So halb." Zuckte ich mit meinen Schultern. „Football war einfach noch nie so wirklich meins."

„Aber Eishockey rührst du auch nicht mehr an..."

„Worauf wollen Sie hinaus?" Hakte ich nach und Dr. Wayne lachte auf bevor er sich zu mir hervor lehnte und davor sein Klemmbrett weggelegt hatte.

„Je öfter du von der Eishalle oder deinen Freunden sprichst, desto mehr merkt man wann wie sich dein Gemüt und deine Aktivität verbessert hat. Ich bin der Meinung du solltest wieder eine Sportart finden die dir Spaß macht um mehr in Kontakt mit anderen Teenagern in deinem Alter treten zu können." Erklärte er mir und ich hörte aufmerksam zu. „Du bist schon sehr weit gekommen durch deinen Bruder, Lesslie oder nun auch Max. Ich finde eine Sportart aktiv auszuleben ist wichtig für den Kopf und Resozialisierung. Man merkt das du selbstbewusster geworden bist."

„Mein Bruder hatte letztens erwähnt das mir sämtliche Frauen und Mädchen in der Öffentlichkeit hinterher sehen. Er meinte ich würde immer alle Blicke auf mich ziehen und es nicht einmal bemerken-„

„Dein Selbstbild ist nunmal verzerrt. Du denkst meist nur in Schwarz-Weiß, deswegen hat das vermutlich auch wie eine Bombe für dich eingeschlagen. Nicht wahr?" Als er das gesagt hatte nickte ich sofort.

„Ich kann mir das einfach nicht vorstellen!"

Dr. Wayne nickte und lehnte sich dabei zurück in seinen Stuhl. „Das verstehe ich. Wieso sollte dich auch jemand attraktiv finden, wenn du es nicht einmal kannst?"

„Ja!" Nickte ich wild und konnte kaum fassen das mich endlich mal jemand verstand!

„Mika, Schönheit oder gutes Aussehen wird durch jeden individuellen Menschen definiert. Bedenke dabei, das nicht nur du diese Meinung über dich selbst hast, sondern sich deine Familie, deine Freunde und sogar die dir nahestehensten Personen dich als Menschen und Person komplett anders wahrnehmen." Erklärte er mir und ich konnte nicht mehr als ihn dabei aufmerksam anzusehen, wie ein kleiner Junge der gerade eine neue Erkenntnis für das Leben beigebracht kam. „Du darfst auch nicht vergessen, das Menschen die nicht der Norm für andere entsprechen automatisch von der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Das nichts mit dir zu tun, eher mit ihrer Dummheit, man muss es aussprechen. Das äußere eines Menschen definiert nicht das Wesen, die Seele oder die Gefühle. Sie nennen dich nicht Freak, weil du wie einer aussiehst, sondern weil du dich nicht ihren Ansprüchen nach verhältst. Es gibt Menschen die das verstehen und in dir etwas schönes sehen aber auch Menschen die dich für einen sogenannten Freak halten."

kill us allWo Geschichten leben. Entdecke jetzt