Als eine atomare Katastrophe die Erde vor 97 Jahren zerstört und mit ihr fast die ganze Menschheit auslöschte, retteten die wenigen Überlebenden sich auf eine Raumstation, um den nuklearen Winter auszuharren.
Und hinterließen die Erde strahlenverse...
Hoppla! Dieses Bild entspricht nicht unseren inhaltlichen Richtlinien. Um mit dem Veröffentlichen fortfahren zu können, entferne es bitte oder lade ein anderes Bild hoch.
chapter thirty three drohungen werden wahr
Als Bellamy aus dem schwach beleuchteten Inneren des Drop-Ships trat, um für den schwer verletzten Myles etwas Wasser zu holen, lag ein Anflug von Müdigkeit in seinem Blick – eine Erschöpfung, die sich aus Sorge, Schuld und Verantwortung zusammensetzte. In einem leisen, rauen Ton bat er Freya, kurz einzuspringen und ein Auge auf den Jungen zu haben – nur sicherstellen, dass er ruhig atmete, dass ihn keine Panik überkam. Freya nickte – ein stilles, aber klares Zeichen, dass sie verstand. Ohne zu zögern machte sie sich auf den Weg zurück ins Ship, die kalte Metalltür schwang langsam hinter ihr zu. Doch kaum hatte sie die Schwelle überschritten, blieb sie abrupt stehen. Ihre Brust zog sich schmerzhaft zusammen. Ihre Augen weiteten sich. Die Zeit schien für einen Moment stillzustehen. Murphy stand dort. In der Hand eine durchsichtige Plastiktüte – ihre Oberfläche schimmerte feucht im Dämmerlicht. Er kniete über dem leblosen Körper von Myles... und wickelte die Tüte gerade von dessen totem Kopf ab. Ein unterdrücktes Keuchen entwich Freyas Lippen – kaum hörbar, aber doch laut genug.
Murphy fuhr erschrocken herum. Sein Blick traf den ihren. Für einen Moment war da nichts als pures Entsetzen in seinen Augen – wie ein Tier, das in der Falle sitzt. Dann wich es einer verzweifelten, panischen Abwehrhaltung. "Er... er hat aufgehört zu atmen!" stieß er hervor, seine Stimme zitterte. "Ich wollte ihm helfen. Ich schwöre es, Freya..."
Doch noch bevor Freya reagieren konnte, knarzte über ihnen Metall – das Geräusch von Schritten auf der Leiter. Jasper. Er kam aus dem zweiten Stock, und das, was er gesehen hatte, stand ihm kalt ins Gesicht geschrieben. Starr vor Schock blieb er stehen, seine Augen wanderten zwischen Murphy, Freya und der toten Gestalt auf dem Tisch. Ein Moment gespannter Stille. Dann – fast gleichzeitig – bewegten sich alle drei auf die Waffe zu, die neben dem Tisch lag. Murphy war näher. Er riss sie hoch – seine Hände zitterten, seine Brust hob sich heftig, als hätte er selbst gerade erst die Kontrolle über sich wiedererlangt. Das Gewehr richtete sich auf Jasper. Dann auf Freya.
"Murphy, hör auf..." Freyas Stimme war ruhig, fast beschwörend. Sie hob langsam die Hände, machte sich so klein, so harmlos wie möglich. "Leg die Waffe weg..." Murphys Finger lagen angespannt auf dem Abzug. Er atmete durch die Nase ein, schwer, zittrig. "Er hat versucht, mich zu töten... Ich – Ich konnte nicht riskieren, dass er aufwacht und–" "Beweg dich nicht", fauchte er plötzlich, als Jasper unbewusst die Hand in Richtung seiner Tasche bewegte. "Okay. Alles gut." Jasper hob die Hände, seine Stimme war erstaunlich ruhig – doch der Blick, den er Freya zuwarf, war flehend. Panisch.
"Murphy!" stieß Freya besorgt aus und sah wie Jasper seine Hände höher hob und zwischen Murphy und der auf ihn gerichteten Waffe sah. "Ok. Ok. Ist cool." "Nein, ist es nicht. ihr wisst, was mit mir passieren wird, wenn ihr es Bellamy sagt", sagte John ihnen, und er hatte Recht. Freya schluckte. Sie wusste, was in Jaspers Tasche war – das Walkie-Talkie. Und als Murphy das Radio-Geräusch aus dem Gerät hörte und Bellamys Stimme durch den Lautsprecher hallte, erstarrte sie. Sie wusste, alles würde jetzt kippen. Freya erstarrte und zuckte.