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chapter twobesser, aber nicht genug

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chapter two
besser, aber nicht genug

Die Menschen, die ihnen begegneten, starrten.
Einige offen, andere heimlich über die Schulter.
Ein älterer Mann schnaubte verächtlich, als sie an ihm vorbeigingen.
Eine junge Frau blieb mit einem Tonkrug in der Hand stehen und betrachtete Freya mit einer Mischung aus Misstrauen und Neugier.
Ein Kind warf ihr einen Stein nach – nicht hart, mehr wie eine Geste.
Sie zuckte zusammen, doch Verak reagierte sofort.
Ein Blick von ihm genügte, und das Kind rannte davon.

Freya atmete aus.
„Die mögen mich wohl nicht besonders", murmelte sie und hielt sich instinktiv etwas dichter an Verak , auch wenn sie das selbst nicht wahrhaben wollte.
"Nimmst du es ihnen übel?" kam es einfach von ihm.

Sie gingen weiter, vorbei an mehreren kleineren Zelten aus Leder und Leinen, manche mit einfachen Symbolen bemalt.
Sie sah Rüstungen, Waffen, getrocknetes Fleisch, das an Seilen hing.
In einem offenen Bereich übten zwei junge Männer mit Holzstäben.
Die Schläge waren schnell, brutal – kein Training, das sie aus ihrer Heimat kannte.
Kein Sport.
Das hier war Kampf.
„Der Trainingsplatz", sagte Verak , ohne sich umzudrehen.
„Den wirst du noch gut kennenlernen."
Freya runzelte die Stirn, verstand nicht ganz.
Sie liefen weiter.
An einem kleinen Bachlauf stand eine Gruppe junger Grounderinnen, die Wasser schöpften und lachten.
Doch das Lachen verstummte, als Freya sich näherte.

Sie schauten sie an, als wäre sie ein Tier – oder eine Krankheit.
Schließlich blieben sie vor einer länglichen Hütte stehen, von der leiser Gesang zu hören war. Der Eingang war mit einem groben Vorhang aus Knochen und Perlen geschmückt.
Verak hob die Hand, aber diesmal sprach er nicht.
Er sah sie nur an.
Freya verschränkte die Arme, trat einen halben Schritt zurück.
„Was soll das hier werden?" fragte sie.
„Wieso zeigst du mir das alles? Ich dachte, ich bin eure Gefangene."
Verak sah sie einen Moment lang nur an.

Sein Gesicht war undurchsichtig, die Augen kalt, aber nicht grausam.
„Weil du trainieren wirst, ich werde dich trainieren." sagte er schließlich.
Freya blinzelte.
Dann lachte sie auf – trocken, halb nervös.
„Ich werde was? Wieso sollte ich das tun? Warum glaubst du, ich will – oder könnte – einer von euch werden?"
Verak trat einen Schritt näher.
Nicht bedrohlich, aber ernst.
Sein Blick wurde schärfer.
„Weil das der einzige Weg ist, wie sie dich hier am Leben lassen."

Die Worte trafen sie wie ein Schlag.
Sie suchte nach Spott in seinem Gesicht, nach Ironie.
Nichts davon.
Nur Wahrheit.
„Die anderen... sie werden dich nie als eine von ihnen sehen. Nicht als Sky Person. Nicht, solange du schwach bist. Nicht, solange sie in dir immer noch eine der Sky Leute sehen. Nicht so lange du dich nicht beweist."

„Also willst du mich, was?... umerziehen?" Ihre Stimme klang heiser und ironisch.
Verak schüttelte langsam den Kopf.
„Ich will dich nicht ändern. Ich will, dass du überlebst."
Freya schluckte hart.
Die Stimmen aus der Hütte hinter ihr verschwammen, wurden leiser.
Plötzlich spürte sie die Kälte im Wind, die Härte des Bodens.
Ihre Finger zitterten leicht.
„Und wenn ich nicht will?" flüsterte sie, Angst vor seiner Antwort.
Verak antwortete ruhig.
„Dann wirst du lernen zu sterben."

Eine lange Pause.
Sie sah ihn an.
Keine Drohung.
Kein Hass.
Nur ein stilles Urteil.
Es lag allein bei ihr.

Der Boden war hart vom Morgenfrost, und eine dünne Schicht Nebel hing noch über dem Trainingsplatz, als Freya vor Verak stand.
Sie trug jetzt Kleidung aus grobem Stoff – braune Hose, festgebundene Stiefel, ein langärmeliges Hemd aus Leinen.
Nicht schön, aber beweglich.
Nichts, was sie noch an ihr altes Leben erinnerte.
Verak stand ihr gegenüber, die Arme verschränkt, seine Stirn leicht gerunzelt.
Um sie herum hatten sich einige Grounder versammelt – Männer, Frauen, Jugendliche.
Sie blieben auf Abstand, doch ihre Blicke waren unübersehbar.
Immer wieder blinzelte Freya in ihre Richtung.

Einige standen mit verschränkten Armen, andere kauten an Trockenfleisch.
Manche flüsterten.
Manchmal lachten sie leise.
Aber niemand sagte ihr etwas direkt.
Freya atmete tief durch.
Ihr Herz klopfte schnell, mehr aus Nervosität als Angst.
„Und jetzt? Willst du mich blamieren, oder prügelst du mich windelweich, damit ich besser werde?"
Verak antwortete nicht.
Er trat einfach in Position – ein stabiler Stand, die Knie leicht gebeugt, die Hände offen, die Schultern locker.
Dann nickte er.
"Angreifen."

Freya zögerte.
Für einen Moment fühlte sie sich lächerlich.
Dann machte sie einen Schritt nach vorn, hob die Fäuste wie bei einem Boxkampf.
Verak wartete.
Sie stürmte vor – halb entschlossen, halb blind – und schlug nach seiner Schulter.
Er wich mühelos aus, trat zur Seite und legte ihr eine Hand gegen die Brust.
Kein Schlag – eher ein Schieben, das sie ins Straucheln brachte.
Sie stolperte, fing sich aber.
"Zu weit vorn mit dem Gewicht." sagte er, "Du braucht Balance."
Sie knirschte mit den Zähnen, nahm wieder Haltung an.
Diesmal wartete sie einen Moment, beobachtete seine Haltung.
Dann kam sie von schräg links, versuchte einen schnellen Stoß zum Bauch.
Verak drehte sich leicht, blockte mit dem Unterarm, griff dann nach ihrem Handgelenk, drehte es fest und zog sie mit einem Ruck zu Boden.
Sie landete unsanft auf dem Rücken und keuchte auf.
Lachen aus dem Hintergrund.

Sie hörte es.
Eine Frau mit geflochtenem Haar grinste breit.
Ein junger Grounder machte eine spöttische Verbeugung in ihre Richtung.
Freya lag keuchend am Boden.
"Nochmal."

Sie seufzte und sah zu ihm hinauf.
"Gib doch einfach zu das du mich nur blamieren willst." sprach sie und er zuckte nur etwas mit den Augen und hielt ihr dann seine Hand hin.
Zögerlich nahm sie sie, ließ sich hochziehen.
Und sie machte weiter.

Es vergingen Stunden.
Der Himmel war noch heller geworden, die Sonne kroch langsam höher.
Freya war bereits mehrmals zu Boden gegangen – mal durch einen Hebelgriff, mal durch einen schnellen Haken, der ihr das Gleichgewicht nahm.
Alles hatte ihr mehrere Blaue Flecken und Wunden verpasst.
Ihre Ellbogen waren aufgeschürft, der Rücken schmerzte, und der Schweiß klebte ihr am Nacken.
Aber sie stand noch.
Verak bewegte sich nie hektisch.
Jeder seiner Schritte war wie aus einem Rhythmus geschnitten – ruhig, effizient, präzise.

"Wenn du zuschlägst, dann meine was du tust. Dein Körper weiß wenn du zweifelst." sprach er mit einem beobachtetem Blick
Sie nickte nur, biss wiederholt die Zähne zusammen.
Beim nächsten Versuch ging sie tiefer, rollte sich fast seitlich über den Boden, kam aus einem tieferen Winkel – Verak wich aus, aber diesmal streifte sie ihn.
Es war kein Treffer, aber er nickte anerkennend.
"Besser."
Sie keuchte. „Noch nicht gut genug."
"Wird es auch nicht. Nicht Heute." war seine Antwort.

PROTECTOR; bellamy blakeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt