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chapter six

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chapter six

bellamy?


Der Rauch des erloschenen Feuers hing noch schwer in der Luft, als Freya die Schritte hörte.
Sie lag zusammengerollt auf der schmalen Matte aus Tierfellen, der dünne Umhang über ihr bot kaum Schutz gegen die nächtliche Kälte.
Draußen war es noch dämmrig, das schwache Licht der Morgendämmerung tastete sich zögernd durch die Ritzen der Holzwände.
Die Tür wurde grob aufgestoßen.
Verak trat ein, wie immer mit kraftvollen, kontrollierten Bewegungen.
Seine Silhouette füllte den schmalen Eingang beinahe vollständig aus.
„Steh auf. Wir müssen in den Wald.", sagte er knapp.

Freya richtete sich ruckartig auf, benommen vom Schlaf, ihre Glieder noch schwer und der Verstand träge.
"was?"
Ihr Blick fand Verak, der bereits ein zusammengerolltes Bündel aus Fell, Leder und dunklem Stoff in ihre Richtung warf.
Sie fing es kaum rechtzeitig auf.
Sie war verwirrt.
Seit ihrer Ankunft in diesem Dorf hatte sie es nicht ein einziges Mal verlassen dürfen.
„Einer unserer Leute ist gestern nicht zurückgekommen. Wir suchen ihn. Und du kommst mit."
Seine Worte waren hart, doch nicht feindselig.

Mehr wie ein Befehl, den man nicht hinterfragt – und der trotzdem nicht ohne Grund gegeben wurde.
Seit sie hier war - außerhalb des Dorfes hatte sie nie einen Fuß setzen dürfen.
Jetzt stand er schon wieder draußen, das Gesicht dem Wald zugewandt.
Freya zog sich hastig die ungewohnte Ausrüstung über, die viel zu gut passte, um Zufall zu sein. Während sie hinter ihm herlief, den Boden unter ihren Stiefeln ungewohnt weich spürend, klopfte ihr Herz schneller – aus Nervosität, vielleicht auch aus etwas anderem.
Ohne sich umzudrehen sagte er: „Wenn du versuchst, abzuhauen—"
„Ich weiß", unterbrach sie ihn leise, blinzelte kurz den Gedanken weg.

Er sah sie einen Moment an.
Nickte einmal knapp und ging weiter.
Und Freya folgte ihm.

Der Wald war still, fast zu still.
Nur das Knacken von Ästen unter schweren Stiefeln und das Rascheln der Lederriemen im Lauf störten die morgendliche Ruhe.
Nebel hing zwischen den Bäumen, schwer wie ein Geheimnis, und jede Bewegung wirbelte kalte Feuchtigkeit aus Farn und Laub auf.
Freya lief zwischen den anderen Groundern, etwas abseits, doch nie ganz allein.
Es waren fünf insgesamt.
Verak führte die Gruppe an, schweigsam wie immer, der Blick aufmerksam und wachsam.

Die Männer hinter ihm trugen Speere, Klingen, und Ausdruckslosigkeit in ihren Gesichtern.
Nach einer Weile blieben sie stehen.
Der Boden unter ihren Füßen war weich vom Regen der letzten Nacht, der Wald dichter, als Freya es erwartet hatte.
Verak deutete mit der Hand auf einen Hang zur rechten Seite, an dem sich ein schmaler Pfad entlangschlängelte.
„Osir frag em op." (wir teilen und auf) sagte er an die Gruppe gewandt.
Als die meisten los liefen blieb Verak noch vor Freya stehen.
„Du nimmst den Pfad runter, bleib leise. Folge dem Bach, bis du auf die große Eiche triffst. Wenn du das Horn hörst, kehrst du sofort zurück."
Freya nickte.
Keine Widerrede, kein Zögern.
Ihr Herz schlug schneller.

PROTECTOR; bellamy blakeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt