three

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chapter threefremde unter fremden

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chapter three
fremde unter fremden


Abend senkte sich über das Grounder-Dorf.
Die Sonne lag wie glühende Kohle auf dem Horizont, warf lange Schatten zwischen die hölzernen Hütten.
Das Lager war am leben – Stimmen, Schritte, Lachen, Klirren von Schalen.
Der Tag des Trainings war vorüber.
Für Freya Cross war es der zweite Tag an dem Ort an dem sie nicht erwünscht war.

Ihr Körper war geschunden.
Ihre Arme brannten, ihr Rücken schmerzte.
Jeder Schlag, jede Drehung, jeder Fall auf den harten Boden – sie war unterlegen.
Immer.
Und Verak, der Grounder, der sie „auserwählt" hat, war gnadenlos.
Jetzt aber war sie da – inmitten von ihnen.
Fremd.
Allein.

Die große Gemeinschaftshütte war erfüllt vom Geräusch unzähliger Stimmen.
Männer und Frauen saßen um offene Feuerstellen, essen, trinken, sprachen laut in Trigedasleng - sie verstand kein Wort.
Der Duft von Rauch, Fleisch und Erde hing schwer in der Luft.

Verak schob die Tür zur Seite.
Ohne auf sie zu warten, ging er hinein.
Freya zögerte kurz, dann folgte sie ihm.
Sie zog die Kapuze zurück.
Ihre Kleidung war staubig, zerrissen.
Blut an der Lippe, blauer Fleck an ihrer Augenbraue.
Ihr Haar zerzaust.
Verak sagte kein Wort.
Er ging zu einem Tisch, setzte sich unter andere Krieger, sprach sofort mit zwei Männern, die sie nicht kannte – ein Gespräch über Taktiken, Kampf, ein kleiner Sieg gegen Plünderer im Süden.
Keiner beachtete sie.

Freya blieb stehen.
Dann setzte sie sich, etwas abseits, an dieselbe Tischkante.
Kein Wort.
Sie faltete ihre Hände, starrte auf den Boden.
Um sie herum lachten sie, aßen, erzählten Geschichten.
Sie schwieg.
In ihrem Inneren tobte es.
Sie dachte an Mount Weather, an ihre Freunde, die vielleicht gerade ums Überleben kämpften.
An die Ark, die vom Himmel gefallen war.
Ihre Mutter, irgendwo in den Trümmern.
Jasper.
Clarke.
Raven.
Und Bellamy.
Immer wieder Bellamy.
Sein Blick, als sie verschwand.
War er noch am Leben?

Die Geräusche um sie herum wurden dumpfer.
Verak lachte gerade mit einem anderen Krieger – es klang fern.
Fremd.

Plötzlich hob Freya den Kopf.
Ihre Stimme war klar, doch leise.
„Wann darf ich in den Wald... nach meinen Leuten sehen?"
Stille.

Ein Moment lang stockte alles.
Als hätte jemand die Luft aus dem Raum gesogen.
Dann, fast gleichzeitig –
Lachen.
Laut. Hart. Von allen Seiten.

Ein langgezogener, höhnischer Chor aus Stimmen.
Ein junger Grounder prustete, schlug mit der Faust auf den Tisch.
Eine Frau schüttelte den Kopf, grinste spöttisch.

„Skaikru laik gyon au — laik gyon daun ste klin." (Die Sky-People will in den Wald? Sie solle sterben bevor sie geht.)
Alle lachen – außer Verak.

Er sagte kein Wort.
Nur Blicke.
Ohne Emotionen blickte er das Mädchen.
Doch statt etwas zu sagen stand er einfach auf.
Die Bank unter ihm knarrte, das Gelächter verstummte irritiert – aber Verak warf keinen Blick zurück.
Er verließ die Hütte, ruhig, aber mit einer Präsenz, die schnitt.
Freya blinzelte.
Überfordert.
Ihre Wangen brannten.

Sie stand langsam auf.
Ihre Knie zitterten.
Die Blicke waren noch auf sie gerichtet, aber keiner sprach sie an.
Keiner wollte ihr folgen.
Sie folgte ihm.

Draußen war es kühler.
Der Himmel war dunkelviolett, erste Sterne flackerten.
Freya sah ihn am Rand des Lagers stehen.
Die Rinde eines Baumes unter der Hand.
Der Rücken angespannt.

„Verak," sagte sie – zu schnell, zu laut vielleicht.
Er drehte sich nicht um.
Doch sie ging weiter, näher.
„Weshalb kannst du mir meine Frage nicht beantworten?"
Keine Antwort.
„Man kann über mich lachen. Aber ich will Antworten."
Sein Blick, als er sich langsam umdrehte, war wie Stein.
„Dann frag nicht nach Heimkehr."

Freya schluckte.
Ihre Stimme bebte, aber sie sprach weiter:
„Ich hab Freunde da draußen. Menschen, die ich gezwungen wurde zu verlassen. Die vielleicht sterben. Du möchtest einen Groudner aus mir machen. Ich möchte meine Familie sehen."
Verak trat einen Schritt auf sie zu.
Ruhig. Schwer.

„Du willst durch den Wald gehen? Ohne Können? Ohne Sprache? Ohne Herz?"
„Dann stirbst du. Schnell. Oder schlimmer – du bringst den Tod zu denen, die du liebst."
Freya ballte die Fäuste.
„Du bist kein Grounder. Noch nicht. Aber du hast das Feuer das man braucht. Wenn du bereit bist kannst du in den Wald. Aber du musst zeigen das du zurück kommst."
„Du kriegst mein versprechen. Ich möchte nur sehen wer noch am leben ist. Wer noch im Wald ist."
Er trat noch näher.
„Nicht mir. Zeige es Heda."
Er ging wieder – diesmal langsamer.
Ließ sie zurück.
Heda?

Auch wenn sie hörte, wie Veraks Stimme nur durch das Wort Heda einen gefährlich Schauer über Ihren Rücken laufen ließ - es gab eine Möglichkeit ihre Leute zu sehen.
Die Überlebenden.
Bellamy?

PROTECTOR; bellamy blakeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt