Als eine atomare Katastrophe die Erde vor 97 Jahren zerstört und mit ihr fast die ganze Menschheit auslöschte, retteten die wenigen Überlebenden sich auf eine Raumstation, um den nuklearen Winter auszuharren.
Und hinterließen die Erde strahlenverse...
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chapter seven
jaha
Sie schluckte fest, als sie in sein Gesicht sah – dieselben Augen, dieselbe Wärme, aber auch der Schatten von allem, was geschehen war. Neben ihnen trat Finn näher. Er starrte sie an, als könne er kaum glauben, dass sie wirklich vor ihm stand. „Freya...", murmelte er, ehe er sie umarmte, fest, fast zu fest, als hätte er Angst, sie könnte sich in Luft auflösen. "Es geht euch gut." atmet sie aus. „Wer ist noch bei euch?" fragte sie dann leise, als er sich zurückzog. Finns Miene wurde schwer. Bellamy senkte den Blick. „Niemand. Nur das Mädchen, das bei uns war..." Er schüttelte den Kopf.
Freya spürte, wie sich ihre Kehle zuschnürte. Sie nickte langsam, sagte nichts. "Die Mountan Man haben sie." spricht sie. Die beiden jungen schauen sie veriwrrt an. "Was?" In ihrem Inneren krallte sich ein dumpfer Schmerz fest, breitete sich aus. Dann durchbrach plötzlich ein langer, tiefer Ton die Stille. Das Grounder-Horn.
Die anderen zuckten zusammen. Bellamy und Finn fuhren herum, ihre Körper sofort gespannt, bereit zu fliehen oder zu kämpfen. Die wenigen Überlebenden, die mit ihnen im Wald lagerten, sahen sich nervös um. Freya erstarrte. Ihr Blick ging in Richtung des Tons, der wie ein Ruf aus einer anderen Welt klang.
„Ich muss gehen", sagte sie sofort, fast mechanisch. „Was?" Bellamy griff nach ihrem Arm. „Warte, was meinst du damit? Freya, nein—" "Sucht Mount Wheater, seit vorsichtig. Holt die anderen da raus. Verstanden?!" erklärt sie mit schnellen worten bevor sie anfängt sich umzudrehen. "wo willst du hin?" fragt Bellamy dann. „Es tut mir leid", flüsterte sie, ihre Stimme kaum hörbar über dem Echo des Horns. Sie löste sich aus seinem Griff, drehte sich um und rannte. Sofort.
Ihre Schritte waren schnell, zielgerichtet. Kein Zögern. Sie wusste, was passieren würde, wenn sie nicht rechtzeitig zurückkehrte. Bellamys Stimme hallte hinter ihr her, doch sie drehte sich nicht um. Sie konnte es nicht. Der Schmerz in ihrer Brust war unerträglich, aber sie ließ ihn nicht an sich heran. Sie lief. Durch den Nebel. Zurück zu denen, die sie zu ihrer Pflicht gemacht hatten.
Als Freya das vereinbarte Treffpunkt im Wald erreichte, standen Verak und die anderen Grounder bereits dort. Ihre dunklen Gestalten wirkten wie Schatten zwischen den Bäumen. Verak trat einen Schritt vor, betrachtete sie mit scharfem Blick – dann nickte er. Langsam, fast respektvoll.
„Yu kom op," sagte einer der Männer. Ein anderer wiederholte: „Ripa klin, nou ste yuj." Der dritte neigte leicht den Kopf. „Kikon klin raun, ste daun bilaik." Freya blieb kurz stehen, keuchend, der Atem heiß in ihrer Kehle, das Herz noch immer rasend von dem, was sie gerade zurückgelassen hatte. Ihre Stirn legte sich in Falten. Die Worte verstand sie nur zum Teil, doch die Blicke der Männer – ruhig, anerkennend – sagten genug.
Verak trat näher. „Zurückkehren ist der Mut an dir", sagte er in ruhigem Ton, übersetzte die Worte ohne Ironie. „Sie alle dachten, du würdest abhauen." Freya blinzelte, sah sich um. Keiner der Männer wirkte enttäuscht. Im Gegenteil – sie standen fest, ruhig, wie Krieger, die etwas gesehen hatten, das sie anerkannten. „Und du?" fragte sie. Verak zuckte mit einem schmalen Grinsen die Schultern. „Ich habe gewettet, du würdest rennen. Aber du bist zurückgekommen." Dann fügte er hinzu, leise: „Du hast den Mut einer Kriegerin, Freya." Freya nickte – langsam erst, dann mit einem leichten Grinsen.
Respekt von Groundern war ein Gefühl, das anders war. Und es fühlte sich... echt an. Anders. Schwer, aber ehrlich.
Schweigend machten sie sich gemeinsam auf den Rückweg. Der Nebel hatte sich gelichtet, Sonnenstrahlen fielen gefiltert durch das Blätterdach. Das Dorf war still, als sie es betraten, doch spürbar wachsamer als sonst. Ein Flüstern ging durch die Reihen, als sie zurückkehrte. Dann erschien Lexa. Die Heda trat aus einer Hütte, das Licht brach auf ihrer Rüstung – doch es war nicht ihre gewohnte. Freya stockte der Atem. Lexa trug ihre alte Kleidung. Ihre.
Die die sie anhatte als verak sie gerettet hatte. Schwarz, funktional, ein Stück abgetragen, aber eindeutig. Lexa sah sie nur an – stumm, mit einem kurzen Nicken. Ihre Augen blieben auf Freya gerichtet, kalt und doch aufmerksam. Freya erwiderte das Nicken, versuchte ein Lächeln zu unterdrücken, wusste nicht, ob sie verwirrt oder geschmeichelt war.
Kaum war Lexa außer Sicht, wandte sich Freya zu Verak. „Warum trägt sie meine Sachen?" Verak schnaubte ein kurzes, trockenes Lachen. „Komm mit." Er führte sie durch das Dorf, vorbei an Hütten und Wachtürmen, zu einem schmalen Steingebäude am Rand – dem alten Kerker. Zwei Wachen traten beiseite, als Verak sich an die kleine Öffnung stelle um unbemerkt rein zu sehen, Der Geruch von Erde und Eisen stieg Freya in die Nase, als sie ihm in den dunklen Gang folgte. Sie hielten vor einer Gittertür. Dahinter: ein spärlich beleuchteter Raum.
Und darin stand Lexa – mit Kapuze über dem Kopf, Stimme ruhig, Haltung entspannt. Sie sprach mit jemandem. Freya trat näher, blinzelte in den Halbschatten. Ihr Herz setzte einen Schlag aus. Jaha. Lebend. Erschöpft, verwundet, aber eindeutig Jaha. Sie sah zu Verak, der sie bereits ansah.
„Sie gibt sich als eine sky people aus.", flüsterte Freya. Verak nickte. „Und er glaubt es." Freya starrte durch das Gitter, den Verstand ringend mit dem, was sie sah. Alles war komplizierter geworden. Wieder.
Bellamy saß am Rand des Waldes den Blick starr auf den Punkt gerichtet, an dem Freya vor wenigen Stunden im Nebel verschwunden war. Der Wald war wieder ruhig, zu ruhig. Kein Horn mehr, keine Bewegung. Nur das stetige Rauschen des Windes durch die Blätter. Er ballte die Fäuste. Alles in ihm schrie danach, aufzustehen, loszurennen, sie zurückzuholen. Ihr Gesicht – der Blick in ihren Augen, als sie sich von ihm losriss – ließ ihn nicht los. Es war nicht Furcht gewesen. Es war Pflicht. Etwas hatte sie zurückgerufen.
Etwas, das stärker war als alles, was sie je geteilt hatten. Finn trat neben ihn, leise. Er sah es sofort in Bellamys Haltung – den inneren Kampf, die Unruhe in jeder Faser seines Körpers. „Du denkst drüber nach, ihr zu folgen", sagte Finn ruhig. Bellamy antwortete nicht sofort. Er sah weiter in die Bäume, als könnte er sie noch sehen, nur ein Stück weiter hinten, nur ein paar Schritte entfernt. „Sie ist da draußen. Mit ihnen." Seine Stimme war angespannt. „Wir wissen nicht, was sie mit ihr machen. Ob sie ihr vertrauen. Ob sie sie bestrafen." Finn schüttelte den Kopf. „Sie ist zurückgegangen, weil sie musste. Du hast es gesehen. Sie war vorbereitet. Das war kein Zufall." Bellamy drehte sich zu ihm. „Und wenn sie nicht mehr rauskommt? Wenn sie sie benutzen? Wenn sie—"
„Wenn du jetzt da reinläufst", unterbrach Finn ihn ruhig, aber bestimmt, „dann töten sie dich. Und wahrscheinlich auch sie. Weil sie denken, sie hat dich hergeführt. Oder weil du ihnen zeigst, dass sie ihr nicht trauen können." Bellamy wich bei diesen Worten leicht zurück. Nicht, weil Finn falschlag – sondern weil er recht hatte. „Freya weiß was sie tut. sie ist stark und schlau, Bellamy. wenn jemand die Grounder überlebt, dann sie." Ein Moment lang sagte keiner von ihnen etwas. Dann wandte Bellamy den Blick ab, starrte wieder in den dunklen Wald.