Jetzt drückte ich mich schon wieder. Ich war viel zu feige, um in Zumba zu gehen.
Ich bekam regelmäßig Nachrichten von Yvi und ab und an konnte ich mich sogar dazu durchringen und beantwortete einen ihrer vielen Anrufe. Sie war besorgt und ich wusste nicht, was ich wollte. Es war zum Mäuse melken.
Ich war wie zerrissen. Einerseits hasste ich mich dafür, so schäbig zu sein und mich der ganzen Sache nicht zu stellen. Andererseits machte mir die ganze Situation zu sehr Angst. Ich habe so etwas nie gewollt. Nie wollte ich jemanden so nah an mich heranlassen. Nicht nur körperlich, vor allem seelisch.
Und nun? Nun war es zu spät: Ich vermisste sie. Das war es, was mich am meisten ärgerte. Ich dachte fast ununterbrochen an sie und versuchte mich gleichzeitig wie verrückt abzulenken, um eben nicht andauernd an sie denken zu müssen. Es war zum Verzweifeln und so verdammt paranoid.
Mein Handy klingelte heute zum gefühlt tausendsten Mal. Erst Yvi, da ging ich nicht ran. Dann hatte sie es noch mal versucht und den Anruf hatte ich dann doch entgegengenommen. Danach hatte Marie durchklingeln lassen und darauf folgten mehrere Anrufe einer unbekannten Nummer – ich machte den Ton aus und versteckte das Handy unter meiner Bettdecke. Ich brauchte meine Ruhe! Zumindest konnte mich das Gitarrespielen ablenken und etwas beruhigen. Ich klimperte also schon seit einer Ewigkeit herum und versuchte an nichts zu denken. Einfach mein Gehirn auszuschalten. Zeitweise gelang mir das sogar. Aber sobald die Töne der Gitarre verhallten und ich mich in meinem Zimmer umsah, strömten die vielen Gedanken und Zweifel wieder auf mich ein.
Ich wollte das nicht!
Als ich mich abends ins Bett legte, riskierte ich noch mal einen Blick auf mein Handy. Sechs Anrufe in Abwesenheit, allesamt von einer unbekannten Nummer, wahrscheinlich meine Oma oder Marie vom Festnetz aus, und eine SMS von Yvi.
»Gute Nacht, schlaf gut und träum was Schönes. Ich denke an dich.«
Ich atmete resignierend aus. Ich musste eine Entscheidung treffen. Nicht nur, um Yvi nicht unnötig zu verletzen. Es ging hier auch um mich. Um meine Gefühle.
Ich war immer der festen Überzeugung gewesen, es nicht ertragen zu können, jemanden nahe an mich heranzulassen. Aber nun war da eine Person, die ich wirklich mochte und vielleicht bestand ja doch eine Chance für mich.
Für uns.
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Ganz schön kurz, wa? ;-)
Und weil das jetzt so wenig war und ich ja ganz lieb zu euch sein möchte, gibts die Tage gleich noch ein Kapitel :-) Das ist dann auch länger!
Freut euch drauf, bis dann!
Katharina
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Like Hell
Ficção AdolescenteAbgeschlossen! Hell ... Den Namen hatten sich irgendwann meine Klassenkameraden ausgedacht. Er würde wohl besser zu mir passen als Helena. Helena, hatten wir einmal in der Schule gelernt, bedeutete so viel wie ›die Schöne‹ und ›die Strahlende‹. Ich...
