Kapitel 36

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Als wir am zwölften Ferientag aufstanden und schließlich hinunter in die große Halle liefen, trafen wir zum ersten Mal auf Draco. Er bemerkte uns nicht sofort, weil er einige Meter vor uns lief, aber Leyni warf sofort ein Auge auf ihn. „Uh, wer ist denn dieser Schönling da vorne?" Ich stieß ich mit dem Ellbogen in die Seite: „Halt dich bloß von dem fern. Der ist schlimm. Arogant und eingebildet wie kein zweiter. Er erfüllt alle Klischees eines Slytherin, glaub mir." „Ein Slytherin auch noch? Ist er noch zu haben?", fragte sie ungeachtet meiner Einwände. „Im Prinzip schon, aber wenn du nicht mit einem zerkratzten Gesicht im Krankenflügel enden willst, dann halt dich besser von ihm fern. Es ist ein Wunder, dass Pansy ihm überhaupt alleine lässt." Leyni zischte verächtlich. „Aber bitte lass uns wenigstens mit ihm reden, Esila, bitte.", jammerte sie mit großen, flehenden Augen. Diesem Hundeblick konnte man nicht widerstehen. „Na gut, auch wenn ich nicht weiß, was dir das bringen sollte." Sie machte einen kleinen Freudensprung und zog mich in die große Halle, in der Draco bereits am Slytherin-Tisch saß. Wir ließen uns gegenüber von ihm auf die Bank gleiten. Er blickte von seinem Essen auf. Als er mich sah, setzte er sich gerader hin und sagte mit zuckersüßer Stimme: „Guten Morgen, Esila. Ich habe mich schon gefragt, wann ich dich endlich wieder sehe." „Morgen, Draco.", murmelte ich und ignorierte seine restlichen Worte bewusst, bevor ich begann zu essen. Schließlich fiel sein Blick auf Leyni. Ich beobachtete ihn, während er sie von oben bis unten musterte. Anscheinend gefiel ihn was er sah. „Und wer ist deine hübsche Begleitung, Esila, wenn ich fragen darf?" Noch bevor ich antworten konnte, übernahm Leyni das Wort: „Hey. Ich bin Leyni. Bin vor zwei Tagen angekommen. Übrigens bin ich auch in Slytherin." Draco lächelte. Er würde sich so lange bei ihr einschmeicheln, bis sie ihm verfällt, das wusste ich. Sein Blick sprach Bände. „Wie schön. Ich freue mich deine Bekanntschaft zu machen." Dem Rest des Gesprächs folgte ich nicht, aber ich spürte, wie sehr Draco sich bemühte, doch scheinbar wurde Leyni nicht weich. Vielleicht hatte ich mich geirrt und sie würde ihm nicht so schnell verfallen, wie die vielen anderen zuvor.

Am Tag vor Severus Rückkehr saß ich allein im Gemeinschaftsraum und las in dem Buch über Kreaturen der Zauberwelt. Leyni hatte beschlossen ein wenig alleine das Gelände zu erkunden und es war mir nur Recht. Ohne es zu merken setzte sich Draco mir gegenüber und beobachtete mich beim Lesen. Erst nach einer Weile fragte er, warum ich dieses Buch lese. Vor Schreck fuhr ich zusammen, sodass mir das Buch aus der Hand glitt. Genervt hob ich es wieder auf, um es kurz darauf zugeklappt auf meinen Schoß zu legen. „Weil es mich interessiert und außerdem ist gerade hier mit dem ich Zeit hätte verbringen können." Mit zusammengekniffenen Augen blinzelte ich ihn an und er starrte zurück. „Du hättest Zeit mit mir verbringen können. Dagegen hätte ich nichts.", meinte er schließlich. Wie bitte? Ich hatte gedacht und so sehr gehofft, dass er durch Leyni, egal wie blöd das jetzt klingen mag, endlich von mir abließ. „Ich dachte, du würdest dich jetzt darum kümmern, Leyni für dich zu gewinnen? Da bin ich doch nicht weiter interessant.", zischte ich genervt. „Da ist ja jemand eifersüchtig. Das bestätigt meinen Verdacht, dass ich immer noch eine Chance bei dir habe und deshalb werde ich auch nicht aufgeben." Triumphierend grinsend stand er auf und verschwand in Richtung Jungenschlafsäle. Was? Oh nein, er hatte das vollkommen falsch verstanden. Das konnte doch nicht wahr sein!

Am nächsten Tag schlief ich lange, denn ich vermutete, dass Severus erst gegen Abend hier eintreffen würde. Als ich es mir dann endlich gelang um elf Uhr aufzustehen ging ich gemächlich duschen. Mit einer gewöhnlichen Jeans und einem weiten Pulli schlenderte ich durch den Gemeinschaftsraum, Leyni an meiner Seite, auf geradem Wege in die große Halle. Dort angekommen aßen wir gemeinsam und sie erzählte mir begeistert von der atemberaubenden Landschaft um Hogwarts. Noch stand Toast und Aufschnitt auf dem Tisch, sodass wir nicht irgendwo fragen gehen mussten. Glücklich, dass mein Liebling heute wieder kommen würde stopfte ich drei Toasts in mich hinein, bevor ich mich papp satt mit Leyni im Schlepptau wieder auf den Rückweg machte. Freundlich grüßte ich den Baron, als dieser an uns vorbeikam. Ich hatte nicht vor mit ihm zu reden, doch ich hörte ihn etwas murmeln, während er vorbeiflog. Unter seinen Worten nahm ich etwas war, dass wie „Severus" klang. „Hallo, Sir. Wie ist ihr Tag bisher? Irgendwelche besonderen Vorkommnisse?", hielt ich ihn neugierig an. „Ah ja, Mädchen. Der Professor ist eben eingetroffen. Ist in seinem Büro und packt Sachen aus, denke ich." Ich musste mich zusammenreißen um nicht vor Freude loszurennen. „Schön zu hören. Das hier ist übrigens Leyni. Sie gehört nun auch nach Slytherin." „Hallo, Miss. Wie wunderbar ein neues Gesicht zu sehen. Nun muss ich aber leider weiter. Habt einen schönen Tag."

Als der Baron verschwunden war, meinte ich zu Leyni: „Professor Snape ist unser Hauslehrer. Am besten gehen wir hin und stellen dich vor." Nickend lief Leyni mir hinterher zu Severus Büro. Eigentlich wollte ich ihn alleine wiedersehen, aber das hier war nötig.


Verbotene Liebe (Severus Snape FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt