3 First victim

648 44 5
                                        

Kapitel 3

First victim (Erstes Opfer)

Jemand hatte mir einen Ast in den Nacken gestoßen.

Ich brauchte nicht lange zu überlegen und ich wusste wieder wer es war.

Adrian.

Ein Teil von mir war froh, dass er es getan hatte, ein anderer Teil wollte ihn dafür umbringen. Ich hatte mich direkt nach dem Stoß zurückverwandelt. Mit großem Schrecken wachte ich auf. Ich war ganz außer mir und blickte mich um. Der Boden war kalt und hart. Einen Moment überkam mich das gerade Geschehene und ich musste nach Luft schnappen. Es war alles wie in einem Albtraum abgelaufen. Das konnte nicht real gewesen sein.

Meine Wangen waren ganz feucht und Blut rann mir den Rücken hinab. Es tat nicht mehr weh, auf jeden Fall nicht sofort. Der Schmerz durch zuckte mich erst als mich einen Hand berührte und ich mich ruckartig aufwärts bewegte.

Aber als plötzlich schwarze Punkte vor meinen Augen erschienen und ich fast umkippte hielt mich Adrian aufrecht. Ich konnte noch immer nicht fassen was gerade passiert war. „Seleen wie geht es dir? Und was hast du gemacht? Du bist voller Blut.“, er sprach leise, samt und etwas traurig.

Ich keuchte auf als mein Rücken schmerzte und dann dreht ich mich zu ihm. Leise und mit zittriger Stimme sagte ich: „Ich habe einen Menschen getötet. Ohne Gewissen. Ich konnte nicht anders, und jetzt ist er nur noch ein roter Haufen Fleischmatsch.“

Ich schluchzte und heiße Tränen rannen mir über die Wange. Adrian griff sachte nach meiner Hand und ich konnte kaum glauben, dass er auch einfühlsam sein konnte. Mir kam er so arrogant vor.

„Oh Gott , Seleen. Du darfst dich nicht schuldig fühlen. Es liegt in deiner Natur. Wen du trainierst, dann kannst du diesen Drang vielleicht abstellen.“

Ich sah in seine Augen, die funkelten wie kleine Sterne. „Aber…“, wollte ich erwidern doch er zog mich an sich. „Sch, sch. Sieh mal. Ich hab schon einmal die erste Verwandlung eines Wolfes miterlebt. Du wirst es schaffen das Monster in dir zu besiegen. Da bin ich mir ganz sicher.“, versuchte er mich zu trösten. Wir standen innig zusammen und mir wurde bewusst was wir hier wirklich taten.

Vielleicht war es weil ich meine Erinnerung verloren hatte, aber ich hatte noch nie das Gefühl dass sich jemand Sorgen um mich machte. Dass jemand mich wichtig fand. Und es war schön einfach gehalten zu werden, nach all dem was mir in letzter Zeit passiert war.

Ich stieß ihn sanft weg. „Was soll das Ganze hier überhaupt. Ich bringe dich fast um, entführe dich und tue dir weh und du hast nichts Besseres zu tun als mich zu trösten? Du solltest weggehen.“

In seinem Gesicht blitzte das vertraute schelmische Lächeln auf und er sagte: „Genau genommen versuche ich nicht dich zu trösten sondern dich rumzukriegen. Du bist wahnsinnig sexy und ich liebe Blut.“

Er ließ kurz seine Vampirzähne aufblitzen und ging noch einen Schritt zurück. Ich musste lachen und sagte: „Okay der andere Adrian hat mir dann doch besser gefallen.“

Ich wurde wieder Ernst und Adrian hielt seine Hand nach oben. „Ich kann gar nicht weggehen, hast du das dämliche Armband vergessen?“, fragte er mich.

Ja das hatte ich vergessen. Und schon wieder übermannten mich Schuldgefühle. Er sah noch immer etwas wackelig auf den Beinen aus und mir ging es genauso. Ich brach abermals in Tränen aus und ließ mich gegen einen Baumstamm sinken. Tausend Gedanken schwirrten mir im Kopf herum.

„Adrian, es tut mir Leid.“, sagte ich etwas verzweifelt. Ich wusste selbst nicht einmal was mir alles leid tat. Der Mann den ich gefressen hatte, Adrian da ich ihm Schmerzen hinzugefügt hatte oder ich weil ich ein Monster war. Aber er sah mich nur mit diesen unendlich grünen Augen an. Ich kauerte mich zusammen und sagte leise: „Ich will das nicht…“.

Mondlicht SchimmerGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt