„Heute bin ich so faul. Bitte, lass mich mich nur so wenig wie möglich bewegen. Ich bin zu faul."
Ich lag auf Thomas' Bett und starrte Löcher in die Decke. Was mit mir los war, wusste ich nicht wirklich. Ich war nur so faul und hatte keine Lust, mich zu bewegen. So wie ich Thomas allerdings kannte, hatte er sich bestimmt schon einen Trainingsplan bereitgelegt, bei dem ich das volle Programm durchziehen müsste. Beim Gedanken daran, wurde ich hundemüde.
„Okay", sagte Thomas und ließ sich neben mir niederplumpsen. Okay? Hatte ich mich gerade verhört? War er etwa krank geworden? Das passte doch gar nicht zu meinem disziplinierten Tommy. Belustigt legte ich ihm meinen Handrücken auf die Stirn und zog ihn dann schnell wieder weg, als hätte ich mich verbrannt. Er streckte mir spielerisch die Zunge raus, wurde dabei aber hochrot im Gesicht.
„Ich kann auch mal etwas Entspannendes machen. Wirklich!", sagt er und ich verdrehte die Augen. Ach, mein Tommy! „Was denn dann? Wollen wir einen Film gucken?" „Ich hatte da eher an etwas Theorie gedacht. Praxis hattest du ja jetzt erst einmal genug!"
„Ganz lassen kannst du es auch nicht oder?", meinte ich lachend, woraufhin er mich an der Hüfte packte und mich kreischend zu ihm zog. Er fing an, mich durchzukitzeln und ich versuchte mich, vergeblich, zu wehren. Mein Herz raste dabei mal wieder wie eine Maschine und ich bekam das volle Ausmaß des Verliebtseins zu spüren.
„Alsoo", Thomas stand gespielt ernst auf und verschränkte die Arme vor der Brust. Ich lief hochrot an und musste das Kichern unterdrücken. Er sah einfach zu goldig aus, wie er mich gespielt ernst ansah und ich sah, dass es ihn große Überwindung kostete, sich nicht einfach hinzulegen und auszuruhen. Selbst wenn er es nicht zugeben wollte, liebte er ebenfalls die Ruhe und es mal einfach gemütlich zu haben.
„Ich bin jetzt Isabella. Was tust du?" Ich sah ihn an und konnte es jetzt nicht verhindern, ich musste anfangen zu lachen. Ihn mit Isabella zu vergleichen war wie ein Lamm mit einem Mörder zu vergleichen, nur noch krasser. Ich konnte mir sowas niemals vorstellen. „Wie soll das bitte gehen, Thomas?", lachte ich. „Tu es für mich, ein bisschen Theorie muss sein und wir beide wissen, dass sie das einzige Problem darstellen könnte. Also, was würdest du machen?" „Mich wegbeamen, was denn auch sonst? Ich wäre sie los und wäre wieder bei dir, das wäre doch kein Problem!"
„Hmm, gar nicht schlecht. Nehmen wir mal an, da sie eine falsche Schlange ist, dass sie es nicht so leicht machen würde. Sie würde sicherlich irgendwelche Schutzbarrieren errichten, dass du nicht fliehen kannst!" Was sollte das denn? „Wie hat sie mich denn überhaupt gefunden?", fragte ich verwirrt. „Das tut jetzt nichts zur Sache. Du musst antworten, Leana. Komm schon, sonst dauert es noch, bis wir den Film gucken können. Es macht mir auch keinen Spaß, aber erst die Arbeit, dann das Vergnügen!"
Wohl wahr, wohl wahr. Wie Recht er doch hatte. Ich wollte mir am liebsten nur gar keine Gedanken über so etwas machen, wollte am liebsten für immer in meiner paradiesischen Glückseligkeit leben und nie wiede aufwachen. Die bittere Realität durfte aber auch nicht außer Acht gelassen werden, das musste man bedenken. Streng dein Hirn an, Leana! Es ratterte in meinem Kopf.
„Ich habe es ... Ich würde einfach aufwachen, somit wäre ich ihr entkommen. In dieser Nacht dürfte ich dann zwar nicht mehr einschlafen, da die Chance, dass ich dort wieder aufwachen würde, zu groß war. Aber so hätte ich die Chance, am nächsten Tag nach dir zu suchen und mir mit dir einen Vernichtungsplan zu überlegen."
Thomas war für eine ganze Weile still und kratzte sich nachdenklich am Hinterkopf. „Sehr gut, Leana. Das könnte wirklich klappen. Wenn mal so etwas passieren würde, mach das bitte wirklich genau so ...", er lief etwas in seinem Zimmer hin und her, planlos, wie im Zickzack, „dann jetzt noch eine letzte Frage: Was würdest du machen, wenn du ihr gegenüber stehen würdest und gerade keine deiner Kraft nutzen könntest?"
Warum fragte er das denn genau? Dieser Fall war so etwas von unwahrscheinlich, und da sollte ich jetzt wirklich eine Antwort drauf geben. Na ja, ich würde es tun, aber nur, weil er mein Tommy war ... und weil ich Lust hatte, endlich diesen Film zu schauen. Ich wollte entspannen, das tat ich jetzt zwar, denn ich bewegte mich nicht, doch dafür musste jetzt mein Kopf rauchen und ratten, dass ich auch ja die richtigen Antworten gab. Wenn ich nämlich die falschen geben würde, wüsste ich nicht, was mein Tom sich noch für Trainingsmethoden überlegen würde. Ich glaubte, das wollte ich nicht wirklich wissen. Doch er war doch immer so nett, so schlimm würde es sicherlich auch nicht werden und er war bei mir, was schon einmal das Wichtigste war.
„Mich ducken und angreifen, da ich klein und flink bin, kann ich das gut ausnutzen und sie fertigmachen!" „Das ist meine Leana!", strahle er und ließ sich schon in der nächsten Sekunde aufs Bett plumpsen. In der Sekunde darauf befanden sich vor uns schon ein Fernseher und ein paar Knabbersachen. „Also, welchen Film wollen wir sehen?" „Die Tribute von Panem passt doch perfekt zu unserem Thema. Ich werde Isabella so fertig machen wie Tresh Clove fertigmacht", kicherte ich und wusste gleich, dass ich hoffte, dass es niemals so weit kommen würde.
„Ich kenne diesen Film zwar nicht, aber wenn er dein Herz begehrt, dann kann ich wohl schlecht nein sagen", schmunzelte er und schon gleich legte der Film los. Ich musste eindeutig noch mehr Übung in solchen Sachen kriegen, dass es noch schneller gehen würde. Wenn ich ganz scharf nachdachte, bemerkte ich, dass Thomas auch schon dazugelernt hatte, seit ich ihn kannte. Es ging nun alles noch viel schneller oder bildetete ich mir das ein.
Aber ich war bestimmt nicht die einzige Person, die etwas dazulernte. Als ich Thomas in seine schokoladenbraunene Augen sah, war der Film schon vergessen. Einzig und allein er war wichtig.
„Du bist das, wa mein Herz begehrt", wisperte ich, als er seine Lippen auf meine legte.
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In our dreams (Thomas Sangster FF)
FanfictionSeit einigen Wochen hatte ich schon diese seltsamen Träume. Wenn es überhaupt Träume waren. Normalerweise verarbeitet man in seinen Träumen den Alltag oder sucht Orte seiner Fantasie auf, so wie auch bei mir, doch eines Tages tauchte auf einmal ein...
