*Daryls Position*
Ich strich Hope über den Kopf und musterte das kleine, zerbrechliche Ding.
Maggie und Carl fanden eine Decke und unhüllten Hope damit.
Lea holte rasch noch eine Schüssel mit Wasser und stellte sie hin, während Glenn das Reh sofort ins Herz schloss und Nähzeug holte um die Wunde zu flicken.
Ich schaute nun draußen nach dem rechten und stelle fest, dass es bereits dunkel geworden war und man die ersten Sterne am, wolkenlosen und schwarzen, Himmel erkannte.
Die Müdigkeit, der letzten Tage, zeigte ihre volle Kraft. Das nächtliche Bad gestern, hatte viel Zeit und Schlaf gekostet, doch bereuen tat ich nichts, im Gegenteil.
Ihre Worte schallte wieder durch meinen Kopf. Ich ging also bei Melissas Hütte vorbei. Sie schlief seelenruhig. Ich wollte sie nicht weiter belästigten und ging zu meiner Hütte. Meine Knochen und Muskeln schmerzten und erst jetzt merkte ich den Muskelkater von dem Training, was ich jeden Morgen durchzog. Normalerweise waren ein paar Liegestütze nicht das Problem, doch Müdigkeit und Training waren keine gute Kombi.
Ich schmiss mich, samt Klamotten, auf das hölzerne Bett, was darauf kurz laut knackte.
Ich schlief sofort ein und wachte so schnell auch nicht auf.
-
Ich hatte lange nicht mehr durch geschlafen, umso zerklatschter sah ich am nächsten Morgen aus, als ich in den Spiegel sah.
Es war noch recht früh und noch immer herrschte stille.
Doch plötzlich stürmte eine Gestalt herein und unterbrach die wundervolle stille.
Mein verschlafener Blick lag nun auf Jo. ,,Was zur Hölle machst du hier!?" Brüllte ich verschlafen.
,,Wo ist Melissa?" Fragte er geschockt, als er sah, dass sie nicht bei mir war.
Nun schreckte ich auf und war hellwach.
,,wo soll sie den sein? Sie schläft doch noch in ihrer Hütte?!" Ich realisierte nichts. ,,da ist sie nicht! Und die Chopper ist weg!" Meinte dieser erschrocken.
,,Dieses Miststück!" Grummelte ich vor mich her.
Ich schulterte meine Armbrust und packte meine Sachen.
Eine aufgelöste Lea stand vor der Tür des Hauptgebäudes. Ich ging zu ihr.
,,Alles in Ordnung?" Fragte ich sie etwas in Eile doch gleichgültig. ,,Hope ist....sie ist Tod. Sie hat es nicht geschafft und jetzt ist auch noch Melissa weg!" Es schmerzte mich.
Als hätte das Verschwinden der Hoffnung für die Menschheit, etwas mit dem Tod des kleinen Rehes nahmens Hope zu tun.
Sie weinte.
Carl kam aus dem Haus und nahm Lea in den Arm. Sie waren wirklich gute Freunde geworden.
Judith weinte ebenso, als ich das Haus betrat.
Maggie und Glenn waren verzweifelt, doch ein seltenes Bild weckte mehr meine Aufmerksamkeit.
Merle, mein harter, asozialer Arsch von Bruder hüpfte mit Judith im Arm hin und her.
Sie begann zu strahlen und für mich war es wie in einer Zwischenrealität, total banal.
,,Ich geh sie suchen!" Grölte ich in den Raum.
,,Warte, ich komme mit! Du solltest nicht alleine gehen." Hörte ich Glenn sagen und auch Merle kam nun auf mich zu.
,,Glaubst doch nicht, dass ich meinen kleinen Bruder alleine irgendwo hingehen lasse, wenn er versucht sein Püppchen zu retten." Sprach Merle mit ekelhaftem Grinsen.
,,Lea, Carl, Jo und Maggie ihr bleibt hier und passt auf!" Befahl ich.
,,Wenn alles gut geht sind wir in spätestens 2 Tagen wieder da." Beruhigte Glenn seine Maggie.
Nur wenig später standen Glenn, Merle und ich bei dem Pickup.
Merle fuhr und Glenn saß auf dem Beifahrersitz.
Ich hatte es mir auf der Ladeplattform 'bequem' gemacht. Ich hatte einen guten Ausblick.
Jo öffnete das Tor und schloss es auch, sobald wir hindurch waren, wieder.
Wir fuhren den Weg entlang zur Hauptstraße und suchten dann dir Gegend ab...
*Melissas Position*
Über mir schwebte Nina. Sie strahlte und nun kamen Rick, Roy und Carol herein und kamen auf mich zu.
Alison kam aus der anliegenden Küche und gab mir ein Glas Wasser in die Hand.
Ich trank es zügig aus und schaute in die Runde. Ich war so froh sie zu sehen. ,,Wo sind Beth und Chris?" Und alle fröhlichen Gesichter, verschwanden und Trauer breitete sich aus, als ich diese Frage stellte.
,,Wir wissen es nicht." Antwortete Rick.
Er hatte einen Vollbart, noch tiefere Falten und Augenringe. Er sah sehr alt und geschafft aus, wie alle anderen auch.
Nina nahm Ricks Hand und drückte sich an ihn. ,,Ich hab wohl so einiges Verpasst." Sagte ich ein wenig erleichtert. Trotz das Chris und Beth noch fehlten.
Nina lächelte zu Rick und dieser erwiderte ihr sanftes, gutmütiges Lächeln. Ich bedankte mich und umarmte alle fest. Mir ging es schon wieder richtig gut, abgesehen von den Kopfschmerzen.
,,Wir sollten diese Nacht abwarten und morgen früh Fahrt ihr zum Holliday Park!" Befahl ich ernst wie eine Soldatin. Rick aber brannte eine Frage auf der Zunge: ,,Wie geht es meinen Kindern?" Sein Blick war äußerst besorgt und sein starter Blick durchlöcherte mich förmlich.
Ich lächelte sanft und antwortete: ,,Ihnen geht es gut. Judith hat ihr erstes Wort gesagt...Leider warst du nicht da, denn ihr erstes Wort war 'Papa'." Rick begann vor Erleichterung und stolz zu weinen. Er nahm seine rechte Hand und hielt meinen Kopf, um ihn anschließend neben seinen zu ziehen und mich fest zu umarmen. ,,Ich danke dir..ich danke dir so sehr." Flüsterte er weinend.
Ich erwiderte seine Umarmung und vergrub meinen Kopf in seiner Schulter.
Als ich mich löste, fuhr ich mit dem Plan fort: ,,Ihr werdet morgen alle zum Park fahren und ich werde Chris und Beth suchen gehen. Ich Bitte euch mir nicht zu folgen, ich werde vielleicht Dinge tun müssen, die euch in Gefahr bringen. Ihr ruht euch aus und bringt euch in Sicherheit. Keine Widerrede!" Ich sah in die Runde und in die besorgten Gesichter.
,,ich weiß, euch gefällt der Plan nicht, doch es muss sein!" Fügte ich hinzu.
Rick lächelte, doch seine Lippen zogen sich zu einem strich und er atmete tief auf. ,,Wir können dich eh nicht aufhalten, so wie wir dich kennen, wirst du es nie lassen. Mir gefällt der Plan nicht, wie du weißt, aber ich wünsche dir Glück, sag sofort Bescheid wenn du deinen Meinung änderst! Ich werde dir immer helfen. Wir werden dir immer helfen... du bist immerhin ein teil dieser riesigen, wundervollen Familie." Sagte Rick mit liebevoller Stimme. ,,Rick hat recht, wie stehen immer hinter dir." Fügte Nina hinzu, die weiter hinten stand und nun hervortrat.
,,Ihr seit alle...einfach unglaubliche...Schleimer." lachte ich mit Tränen in den Augen.
Alle lachten.
Wir legten Nachtwachen fest und gingen an die Arbeit. Während Carol, Nina und Alison schliefen, hielten Roy, Rick und ich wache.
Das kleine Haus, in dem wir waren, erinnere mich an das Haus, der alten Frau, in meinem kleinen Heimatdorf.
Es war ebenso schlicht und heimilig eingerichtet und nun schaute ich durch eines der Fenster.
Ich schob die Gardine beiseite und prüfte wie draußen die Lage war.
Wir waren in einem geräumigen Wohnzimmer mit zwei Sofas und einem braunen Leder Sessel. Neben dem Sessel, welcher an der Wand stand, war ein Bücherregal, mit unzähligen Schätzen darin.
Wie gerne hätte ich mich in den Sessel gefläzt und gelesen...
Doch nun hielt ich stattdessen, wie immer, einen Bogen in der Hand und schaute hinaus. Ein paar vereinzelte Seelen schlichen vor dem Haus herum, schienen uns aber nicht wahrzunehmen.
Doch auf einmal platschte einer dieser Gestalten, mit seiner Visage, direkt vor mir ans Fenster, ich erschrak fürchterlich.
,,Sackratte!" Beschimpfte ich den schwabbeligen Körper, vor dem Fenster.
Mein Herz beruhigte sich wieder, nachdem es einen riesigen Sprung gemacht hatte.
Die anderen die es sich, teils auf dem Boden, teils auf den Sofas bequem gemacht hatten, schliefen weiter friedlich, trotz das ich so rumgebrüllt hatte. Sie waren alle sehr geschafft, verständlich nach allem was sie durchgemacht hatten.
Ich bewegte mich im Haus und sah mir die Bilder an oder ging in die Küche um mir dort einen Kleinigkeit zu stibitzten. Die Küche strahlte in einem herrlichen braun und einem Karamell Ton. Ich fand einen Müsliriegel und stopfte ihn schnell in mich hinein. So etwas gutes hatte ich lange nicht mehr.
Mal ehrlich so ne Apokalypse ist echt scheiße, wenn man so verfressen ist, wie ich! Mal so nebenbei.
Ich merkte wie sich mein Bauch ein wenig beruhigte und ich atmete tief ein und wieder aus.
Nun setzte ich mich an den runden tisch, der mit kleinen Zierdecken, sehr süß aussah.
Die Küche war an sich super luxuriös und sehr groß. Ich stand von dem Edel Holzstuhl auf und ging weiter, durch den kleinen Flur, zu einer Tür. Ich öffnete sie und erkannte ein Kinderzimmer.
Ein erschreckender Anblick erwartete mich. Offenbar einen Mutter, die bei ihren Kindern saß und sie im Arm hielt. Sie waren tot.
Sie hatte ihre Kinder mit in den Tod gerissen denn ich erkannte die Waffe neben der Frau. Das skurrile an diesem traurigen Bild war, das alle drei lächelten.
Ich starrte die leblosen Seelen an und eine heiße Träne lief meine Wangen entlang und tropfte auf den Kinderteppich.
Überall lagen Spielzeuge und Bücher. Es war ein kunterbuntes Kinderzimmer und viele Zeichnungen hingen an den Wänden.
Ich nahm die Waffe und schaute noch einmal auf die Gestalten.
Nun bewegte ich mich zu einem Schaukelstuhl, der in der Ecke des Zimmers stand und zog, die pinke, flauschige Decke von jenem.
Ich ging vorsichtig auf die drei Seelen zu und bedeckte ihre leblosen Körper.
Ich nahm noch eine schöne Puppe, die Judith sehr ähnlich sah, mit und tat diese behutsam in meinen Rucksack.
Ich schaute noch einmal zu den Seelen und brachte ein kurzes Lächeln hervor, bevor ich aus der Tür Schritt und diese dann entgültig hinter mir schloss.
Noch immer war alles ruhig und ich hoffte auf den Morgen.
Ich schaute bei Rick vorbei, der sich oben positioniert hatte und welcher mir nun müde zulächelte.
Ich setzte mich zu ihm und streckte ihm Wortlos die Puppe entgegen, die ich aus meinem Rucksack geholt hatte.
Er betrachtete die zierliche Gestalt in seiner Hand. Ich nickte einfach als er mich ansah und verschwand dann wieder. Ich drehte mich noch einmal um und sah wie Rick der Puppe zährtlich über die Haare strich und ihre Kulleraugen betrachtete.
Er lächelte zufrieden und behielt sie in der Hand, während er durch ein Fenster, auf die staubigen und verdreckten Straßen sah.
Nun ging ich bei Roy vorbei, welcher sich ein wenig umschaute. Er stand bei alten Fotos und ich musterte den alten Mann.
Seine grauen längeren Haare und ein Vollbart. Jedem machte die Zeit zu schaffen und so entschied ich mich einfach, ohne Worte zu verlieren, mich neben ihm zu stellen und mit ihm die Fotos anzusehen.
Das Gefühl eine Familie zu haben beflügelte mich und ich schwor, was auch immer passieren mag, ich würde diese Familie um jeden Preis beschützen...
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Speaking Souls (TWD/ Daryl Dixon FF)
FanfictionWenn sich von einem Moment auf den anderen alles verändert, versucht man alles um zu überleben. Doch ich habe schon immer überlebt! Ich lerne Menschen kennen und weiß nicht mal ob ich Ihnen vertrauen kann... Doch da ist dieser eine Mann...der mir...
