Kapitel 19: Endlich Vereint

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*Flashback - Daryls Position*

,,Packt euer Zeug, es geht weiter." Befahl ich, während ich Merle seinen Rucksack auf seinen Bauch warf.
Er hatte ein Nickerchen gehalten und schreckte auf.
Ich zog mir meine Weste zurecht und so verließen Glenn, Merle und ich wieder das Haus.
Ich nahm wieder auf der Ladefläche Platz und hielt weiter Ausschau.
Wir fuhren gerade eine Straße entlang, als wir erkannten wie ein Haufen Beißer von jemanden angezogen wurde.
Mir war sofort klar, dass dafür nur eine Person in frage kam.
Wir fuhren in die Richtung als plötzlich zwei Gestalten vor uns auftauchten. Eine junge Frau mit blonden Haaren und ein Kerl mit kurzen, braunen Haaren.
Beth... Wir sammelten diese ein und Beth viel mir in die Arme und erzählte aufgeregt, dass noch zwei weitere Personen unsere Hilfe benötigten.
Dann bog schon eine dicke Frau und ein riesiger Kerl um die Ecke. Die schwangere, wie Beth erzählte, kletterte schnell auf den Beifahrersitz.
Der Mann setzte sich auf die Ladefläche. Der kurzhaarige Kerl, Glenn und Beth schossen wie auch Merle und ich auf die Beißer.
Ich erkannte wie die Beißer begonnen hatten sich selbst zu erledigen, sie klatschten zu Boden.
Merle und ich liefen zu Melissa, die nachdem das alles vorbei war, hin und her getorkelt und schließlich auf dem Boden saß. Sie verkrampte ihren ganzen Körper und hielt sich den Kopf. Sie hatte starke Schmerzen und sie wimmerte leise.
Merle packte ihre Beine, nachdem ich zuvor ihre Arme gepackt hatte. Sie strampelte hin und her und schlug um sich. Sie schrie, das sie sterben wolle und weinte.
Wir trugen sie zum Pickup und legten sie dort auf die Ladefläche.
Melissa rührte sich nun nicht und starrte Abwesend in den blauen Himmel. Beth rieb ihr das Blut von der Wange, während ich Melissas Kopf hielt.
Ich strich ihr über ihre schulterlangen, goldenen Haare und schaute sie einfach nur an.
Sie schloss ihre Augen für einen Moment, doch sie wurde unruhig, weshalb sie die Augen, nur kurze Zeit später, wieder öffnete.
Nun schaute sie sich um und schließlich trafen sich unsere Blicke. Der kurzhaarige Kerl bedankte sich noch und ich antworte mit grummeln.
Ich schaute noch immer einfach in ihre mittlerweile wieder 'normalen' Augen mit den schwarzen Punkten. Ich war doch irgendwie enttäuscht und erleichtert sie zu sehen.
So bemühte ich mich sie gleichgültig anzusehen. Nun schaute sie traurig weg. Wir fuhren den kleinen Berg hinauf, worauf Melissa wieder einmal ihre Augen schloss.
Sie schlief jedoch dann die ganze Fahrt über.

*Flashback ende/ Daryls Position*

Als wir im Park angekommen waren, erkannte ich noch einen anderen Wagen.
Mein Herz machte einen Satz, die anderen waren hier! Sofort sprang ich vom Wagen und lief zu den Häusern.
Doch dann machte ich halt und schaute zum Pickup.
Melissa schlief noch immer friedlich und so ging ich noch einmal zu ihr und deckte sie mit meiner Weste zu.
Wir beschlossen sie dort schlafen zu lassen, sie schlief nämlich wenig.
Melissa liebte meine Weste und es würde sie sicher freuen, wenn sie aufwacht.
Ich lächelte sie an. Sie war keines dieser typischen Mädchen von früher, denen Kleidung und Makeup wichtiger waren als alles andere, das liebte ich an ihr.
Sie trug die Kleidung die ihr gefiel, egal ob sie, im Zusammenhang, komisch aussahen.
Nun hatte sie sich gedreht und lag auf der Seite und hielt die Arme an ihrem Körper. Dabei festigte sie die Jacke an ihr. Ich schmunzelte.
Dieser Dean, wie er sich vorgestellt hatte, sein Bruder Sam und dessen Frau Alicia, waren bereits zum Haupthaus gegangen.

Auch Merle, Glenn und Beth suchten die Gesellschaft der anderen.
Ich überlegte ob ich bei Melissa bleiben sollte, ließ sie dann jedoch in ruhe schlafen.
Ich öffnete die Tür des Hauptgebäudes und sah den großen Menschenhaufen. Alle lagen sich in den Armen nur unsere 3 neuen standen abseits und betrachteten das Spektakel. Die Frau stand bei ihrem Mann und sie schauten hoffnungsvoll.
Sie strich sich über ihren Bauch und fiel dann ihrem Mann in die Arme.
Dean, dieser Typ, der mir gleich suspekt war, stand noch weiter abseits.
Nun kamen die Gestalten auf mich zu und ich wusste nicht wo ich anfangen sollte. Roy, Alison, Rick, Nina, Carol und Beth waren endlich wieder da...nur Chris fehlte.
Ich fragte Beth, doch kaum hatte ich sie auf Chris angesprochen, wurde sie traurig. ,,Was ist passiert?" Fragte ich geschockt.
,,Er...wurde gebissen, er hat nichts gesagt. Wenn Dean nicht gewesen wäre, hätte ich es wohl nie erfahren." Sagte sie nun bedrückt.
Alison stand wie angewurzelt bei ihrem Mann, nur wenige Meter entfernt. Sie starrte abwesend und ihre Augen waren geweitet und sie zitterte. Tränen sammelten sich in ihren Augen und sie begann zu stammeln: ,,Nein! NEIN!..das..das kann nicht...das kann nicht sein!" Auch Roy war geschockt, doch um Alison machte ich mir gerade mehr sorgen, so hatte ich sie noch nie erlebt.
Sie sackte in sich zusammen und sofort lief ich zu ihr und stützte sie.
Auch Roy packte mit an und zusammen setzten wir sie auf einen Stuhl.
Die Kantine, in der wir standen, hatte einige Stühle und Tische herumstehen, alles war sehr dreckig, doch einigermaßen aufgeräumt.
Alison legte ihre Hände vor ihr Gesicht und weinte bitterlich.
Ich setzte mich einfühlsam vor sie und strich ihr sanft über die schulterlangen, braunen Haare.
,,Mein junge.." brachte sie unter schlurzen hervor.
Roy stand neben ihr und schaute sie besorgt an.
Lea kam nun herangetreten und reichte der Familie White nun einige Taschentücher, oder wie man die Tücher definieren wollte.
Die Stimmung war bedrückend und ich wusste, dass Roy und Alison nun erst mal Zeit für sich brauchten und ging mit ihnen zu einem der Holzhütten. Ich nahm beide in den Arm und drückte sie fest. Sie waren immerhin meine Familie.
,,Ich bin für euch da." Wisperte ich ihnen zu.
Sie nahmen es zur Kenntnis und verschwanden im Bungalow.
Ich freute mich das alle...naja fast alle...wieder da waren.
Chris war wie mein kleiner Bruder gewesen, zu der Zeit als ich bei ihnen lebte und sie mich einfach aufnahmen.
Ich schleppte mich zum Pickup, wo Melissa noch immer lag.
Sie war jedoch wach und lag auf dem Rücken. Ihre Hände ruhten unter ihrem Kopf und sie starrte in den blauen Himmel. Kleine weiße Wolken schwebten sanft über uns hinüber. ,,Hey." Sagte ich knapp. Ihre Antwort war ebenso ein kurzes ,,Hey." Sie war vollkommen in Gedanken, nahm aber noch wahr was ich sagte. ,,Darf ich?" Fragte ich sie und zeigte kurz, mit dem Finger, neben sie auf die freie Fläche, der Ladefläche.
,,Klar." Erwiderte sie flüsternd.
Ich wuchtete meinen Körper auf den Pickup und legte mich genauso neben sie, wie sie auf dem Wagen lag. ,,Was siehst du?" Schaute ich ihr zu. ,,In den Wolken?" Fragte sie überrascht.
,,Wo den sonst?" Fragte ich mit einem Lächeln auf den Lippen.
,,Meine Familie, meine Freunde, ich sehe Kinder, eine einigermaßen heile Zukunft, einen Mann, der mich liebt oder auch nicht. Ich sehe die Gegenwart." Erklärte sie ganz leise. Ich wendete meinen Blick vom blauen Strahlenden Himmel ab und schaute zu ihr. Sie starrte noch immer in den Himmel und schien nachzudenken.
Nach längerem Schweigen fragte sie mich säuselnd: ,,Wer sind die Neuen? Ich hab nur Umrisse erkannt, konnte sie aber nicht zuordnen."
,,Am besten fragst du sie selbst, ich würde dir nur ein falsches Bild von ihnen vermitteln." Antwortete ich auf ihre frage.
Nun war ich es, der in den Himmel schaute. Ich spürte jetzt ihre Blicke auf mir.

,,Warum, was hast du gegen die Neuen?" Erwiderte sie nun.
,,Ich traue ihnen nicht, mehr nicht." Gab ich zu und wieder schwiegen wir.
,,Du hast recht." Feixte ich nun. ,,Womit?" Fragte sie mich sichtlich verwirrt.
,,Schweigen ist wirklich unser Ding." Lachte ich auf und auch Melissa musste kichern. Doch als wir uns nun ansahen, verstummten wir. Unser Schweigen durchbrach Carl, er kam fröhlich flötend auf uns zu. ,,die Duschen funktionieren!" Rief er uns gut gelaunt entgegen.
Melissa richtete sich auf und schaute zu mir. ,,Nah dann, werde ich mal den Duschen einen Besuch abstatten." Meinte sie. ,,das solltest du übrigens auch mal, du stinkt!" Sagte sie ernst.
,,Zumindest das bleibt gleich." Sprach ich lachend und ein wenig beleidigt.

Es schien ihr besser zu gehen und meine Gesellschaft schien sie nicht länger zu stören. Erst jetzt merkte ich, dass sie meine Weste in Beschlag genommen hatte, denn jetzt wackelte diese über ihrem Arsch, als sie, ein wenig hüpfend, zu den anderen lief.
Ich musste allerdings auch zugeben, dass sie ihr echt gut stand, dafür, dass es eine Männerjacke war, aber ich hatte sie ja auch so kennengelernt.
Sie liebte riesige Jacken, konnte ich aber auch nachvollziehen.

Sie nahm Kurs auf Carol, welche schon Handtücher und eine Flasche Shampoo, wie ich auf Entfernung noch erkennen konnte, in der Hand hielt und diese nun Melissa reichte.
Sie ging strahlend zu den duschen und für einen Moment huschte dieser Gedanke in meinen Kopf, ob ich ihr nachgehen sollte, doch ich verwarf diesen schnell wieder.

Ich wollte einfach ein bisschen schwimmen gehen und so lief ich zum See und erinnerte mich Einen Moment, an die Nacht als ich mit Melissa hier war.
Ich musste schmunzeln und zog nebenbei mein schmutziges, ehemalig weißes shirt aus und ging mit samt Hose ins Wasser, es war mir scheiß egal, aber für den Fall, das etwas unvorhergesehenes passierte, wollte ich nicht nackt rumrennen.
So zog ich meine Bahnen und ließ mich im Wasser treiben.
Ich dachte, angestrengt über Melissas Worte nach, wieder einmal.

Ich sah, von weitem, das Carl, Rick, Carol, Glenn und Maggie ein Lagerfeuer vorbereiten. Nur die drei neuen waren nicht zu sehen und auch Nina hatte ich länger nicht gesehen. Jo redete mit Lea und spielte nebenbei den lustigen Onkel für Judith.
Sie war schon so groß geworden.
Merle schraubte, wie immer, an den Wägen herum.
Beth saß auf einem großen Baumstamm und schaute nachdenklich.
Ich stieg aus dem Wasser und trocknete mich mit dem Handtuch ab, was Carol mir netterweise ans Ufer gelegt hatte.
Ich wusch noch das verkrustete Blut und den Dreck aus dem Shirt und verzweifelte, die Scheiße blieb einfach, dort wo sie war. Nun stand Beth hinter mir und hörte mich fluchen.
,,hier neue Klamotten. Ich wasch die anderen für dich." Sagte sie während sie mir eine neue Hose und ein schwarzes Shirt hinhielt. Ich zog mich schnell um und sah dann zum Lagerfeuer. Alle Gestalten versammelten sich. Sam und seine Frau brachten zusammengemixtes Essen und füllten Schüsseln auf.
Alle waren froh, nur ein paar wenige fehlten. Roy, Alison, Melissa und Dean.
Sam lief sofort auf mich zu, als er mich erkannte.
,,hey..ähm Daryl richtig? Ich muss mit dir dringend über Dean sprechen, aber nicht hier." Forderte mich der Kerl, der einen guten halben Kopf größer war als ich, auf.
Ich nickte nur widerwillig und so verschwanden ich und der Riese zu den Ferienhütten.
Die anderen waren weit genug entfernt, nur noch gelächter war zu hören.
,,Also?" Rückte ich sofort mit der Sprache heraus.
,,Wie schon gesagt, es geht um Dean. Melissa und er kennen sich sehr gut.
Melissa schien uns noch nicht wahrgenommen zu haben, wir sind gute Freunde von ihr."
,,Und?" Fragte ich abgenervt.
,,Dean hat sich in den letzten Monaten ziemlich Scheiße benommen, er hat uns verraten und war für kurze Zeit bei einer 'Straßengang'.
Melissa und Dean standen sich, vor der Scheiße hier, ziemlich nah, sie haben sich auf der Arbeit kennen gelernt. Ich habe Angst, das er wieder eine unüberlegte Scheiße abzieht. Ich hab ihn zwar momentan gut im Griff, aber ich fände es gut, wenn du auch ein Auge auf ihn werfen könntest." Erklärte er seine Lage.

Ich nickte und suchte jetzt schon gedanklich nach Melissa.
Sam schaute erleichtert und ging zurück zu der jubelnden Menge ans Feuer. Ich fragte Beth, die sich gerade der Gruppe anschließen wollte, wo Melissa ist.
Sie zuckte mit den Schultern.

Es dämmerte bereits, viele Stunden waren vergangen, seit ich Melissa das Letzte Mal gesehen hatte und ich machte mir Sorgen.

Speaking Souls (TWD/ Daryl Dixon FF)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt