Kapitel 4: Aufbruch und Erklärungen

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Ich wühlte in meinem Rucksack nach meinem alten Shirt, welches ich unter meinen Pullover ziehen wollte.
Als ich es schließlich gefunden hatte, versicherte ich mich, dass Daryl nicht zu mir sah. Dieser jedoch lag auf dem Rücken und starrte gegen, die mit Spinnenweben beklebte, Decke.

Nun zog ich meinen Pullover aus und stand im BH bekleidet mit dem Gesicht zur Wand. Ich spürte jetzt doch seine Blicke in meinem Rücken, dieser war vollkommen übersät mit Narben. Manche waren relativ frisch manche waren schon längst verblasst. Daryl sah mich mit zusammen gezogenen Augenbrauen an, als ich mich zu ihm drehte, um ihn zurechtzuweisen. Auch vorne hatte ich ein paar Narben. ,,Wie zum...?" ,,Wie das passiert ist willst du wissen? Tja, ich will dich nicht wieder mit Geschichten nerven. Hast mir ja unmissverständlich klar gemacht, dass dir das auf den Sack geht." Brummte ich ihm entgegen.
Eine lange Narbe zog sich über meine Rippe. Ich trug auch einen verbannt an der Schulter. Ich hatte eine Wunde an der Schulter gehabt, die ich nähen musste und verbunden hatte. Ich zog mein Shirt über, dennoch hatte ich beim Pullover einige Schwierigkeiten. Ich hantierte an den Ärmeln des grünen Pullovers und merkte plötzlich wie jemand hinter mir stand und mir bei den Ärmeln und generell beim anziehen half. ,,Danke" hauchte ich ihm zu. Er stand dicht hinter mir und ich konnte seinen ruhigen Atem hören. Bevor ich mich jedoch ganz darauf konzentrierte, machte ich einen Schritt auf meinen Rucksack zu und räumte den Rest wieder in meinen Rucksack zurück.
Daryl drehte sich um und setzte ich wieder auf die Matratze. Er schnappte sich die Gitarre und klimperte eine schöne Melodie vor sich hin. Wir mussten noch 2 Stunden warten, bis sich der Sturm endlich gelegt hatte. Komplett angezogen, in voller Montur, standen wir in dem kleinen Raum. Daryl ging schon vor, weil er unbedingt, wie er immer sagt,, mal dringend pissen musste." Ich war auch froh, dass ich mich auch mal einen Moment verziehen konnte. Als wir beide wieder zurückkamen ging ich noch einmal zu dem Häuschen. Ich beachtete den skeptischen Blick von Daryl nicht, denn es zog mich ein letztes mal zur Hütte. Ich warf einen letzten Blick hinein und wusste, dass ich nie vergessen würde, was in dieser Hütte so vor sich gegangen war. Ich war nun komischerweiße befreiter seitdem ich jemanden über meine Vergangenheit erzählt hatte.
Ich schmunzelte und schloss die Tür des Schuppens. Gestärkt ging es nun gen Osten. Einen genauen Plan, wo wir hingehen sollten, hatten wir nicht. Ab und zu schaute Daryl zu mir und ich zu ihm. Aber die meiste Zeit waren unsere Blicke starr nach vorne gerichtet. Schweigend gingen wir durch den weißen Wald und folgten ab und zu Fußspuren von kleinen Tieren.
Zwischendurch rassteten wir und aßen die Tiere, die wir erjagt hatten. Die ganze Zeit kam kein Wort über unsere Lippen. Ich nagte gerade einen Kaninchen Knochen ab und schaute ihn nachdenklich an. Konzentrierte mich jedoch schnell wieder aufs Essen. Der Schnee war recht tief und ab und zu kamen uns auf dem Weg Beiser entgegen oder wir folgten weiteren Spuren. Letztendlich kamen wir an ein paar Gleise. Diesen folgten wir und hofften, dass das Ende der Gleise an eine Stadt grenzte.
Ich genoss die ungewohnte Idylle und begann leise ein Lied zu trällern.
,,You use your Words as a Weapon, dear....I said no tears....you have my heart..." bei den Strophen schaute Daryl mich andächtig an. Ich beachtete ihn nicht weiter. Ich sang leise weiter vor mich hin und genoss seit langem mal wieder die kühle, frische Luft. Die Sonne kämpfte sich zu uns durch. Wir schienen Glück zu haben. Ich merkte, dass Daryl irgendwas bedrückt und passte meine Schrittgeschwindigkeit an ihn an.
,,Willst du mir sagen was mit dir los ist?" Fragte ich einfühlensam und ruhig. Daryl jedoch schüttelte seinen Kopf und ging still weiter.
,,Es reicht! DARYL STOP! Erzähl mir verflucht nochmal was zur Hölle du für ein beschissenes Problem hast." Klang es meinerseits gereizt.
Daryl schnautze mich an: ,,1 brüll nicht so rum und 2. Geht es dich nennen scheiß an! Jetzt beweg deine Arsch und Stress nicht!" Ich dachte garnicht daran mich von so einer blöden Arschgeige rumkommandieren zu lassen. Ich schaute ihn verständnislos an. ,,Weißt du was? Wenn ich dir so auf die Nerven gehe, dann lass mich endlich GEHEN! Ich bin nicht auf dich angewiesen und bin nur mitgekommen, weil ich wissen wollte was du wirklich für ein Mensch bist. Mal einfühlsam und im nächsten Moment ein totaler Penner!" Es platzte nur so aus mir heraus. ,,Außerdem..."sagte ich vorsichtig und sprach weiter: ,,Wollte ich dich kennenlernen und wissen was das für ein Gefühl ist, was ich habe, seitdem ich dich getroffen habe. Aber wie ich dich kenne, interessiert dich das ganze eh nicht, also warum sollten wir hier beide unsere Zeit verschwenden? Wir gehen einfach getrennte Wege und tuen so als hätten wir uns nicht gekannt." Mit diesen Worten war ich bereits ein paar Schritte weggegangen und hob meine Arme, um diese schlapp nach unten fallen zu lassen.
Ich drehte mich von ihm weg und unterdrückte die Tränen. Mein Blick wurde kalt.

Speaking Souls (TWD/ Daryl Dixon FF)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt