Das Blut in der Kloschüssel

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Wir bringen gemeinsam Conor nachhause, da er nicht weit von hier wohnt.

Der Arme muss morgen nochmal hier her laufen, um sein Auto zu holen.

Mein Bruder hat mittlerweile nichts mehr zum Auskotzen, weshalb er uns langsam hinterhertrottet.

"Ihr müsst mich wirklich nicht nachhause bringen.", murmelt Conor verlegen und ich winke mit der Hand ab.

"Ist doch selbstverständlich. Wir haben sowieso nichts besseres zu tun."

Steven raucht mittlerweile wieder, da das die Wirkung vom Alkohol irgendwie senken soll. Also rauche ich wieder und diesmal bemerkt es Matty. Wenn auch etwas spät, aber er bemerkt es.

"Seit wann rauchst du denn, Ava?", fragt er irritiert und nimmt sie mir kurz darauf weg, um selbst daran zu ziehen.

"Immer wenn ich eine rauch, raucht sie auch eine.", gibt Steven zu und kassiert dafür einen Schlag auf den Hinterkopf von Matty.

"Hör verdammt nochmal auf zu rauchen."

Steven verdreht nur die Augen und zieht wieder an der Kippe. Matty nimmt sie ihm kurzer Hand weg und schmeißt sie auf den Boden, um sie kurz danach zu zertreten. Also nimmt Steven ihm seine, die eigentlich meine ist, auch noch weg und kurz darauf haben wir keine Kippe mehr.

Steven ist schlau genug, keine Neue mehr anzuzünden.

Sie diskutieren noch ein wenig, bis wir dann vor der Wohnung stehen in der Conor wohnt.

"Kann ich vielleicht noch deine Nummer haben?", fragt er mich dann.

Fragend gucke ich zu Matty, da ich weder mein Handy benutze, noch meine Nummer auswendig weiß.

"Ihr Handy ist gerade im Arsch, ich geb dir meine, okay? Sie ist sowieso immer bei mir, also kannst du sie immer erreichen."

Puh, der hat mir gerade nochmal den Arsch gerettet.

Conor überlegt erst kurz, aber nickt dann und speichert Mattys Nummer ein. Er umarmt mich noch, verabschiedet sich von den Jungs und verschwindet in der Wohnung. Dabei fällt mir auf, dass er einen ziemlich schönen Hintern hat.

"Magst du ihm noch ewig hinterhergucken oder auch mal mit nachhause kommen?", fragt Matty grinsend.

Also ich könnte nach dem ganzen Kotzen nicht mehr grinsen.

"Halts Maul, Pfosten.", maule ich und laufe los in Richtung nachhause. Wie es aussieht pennt Steven mal wieder bei uns. Hat der kein zuhause?

"Äh, Ava. Ich penn bei Steven. Wenn Mum mich so sieht, prügelt die mich windelweich."

Ja in Schläge verteilen war sie immer ganz gut.

"Heißt das, ich muss jetzt alleine nachhause?", frage ich genervt.

"Du kannst auch bei mir pennen, wenn du magst.", schlägt Steven vor.

Nachdem er mir sagt, dass er von unserem jetzigen Standpunkt nur 2 Minuten weg wohnt, stimme ich zu. Hätte sowieso kein Bock gehabt, mitten in der Nacht alleine nachhause zu laufen. So dumm wie ich bin, wäre da sicher noch was passiert.

Kein Licht ist in ihrem Haus an. Entweder pennen alle schon oder keiner ist zuhause.

"Meine Eltern sind nicht da, aber meine Schwester schon. Versucht sie nicht zu wecken, okay?", meint Steven, bevor er die Tür aufschließt.

Ich nicke, aber nehme es gleich wieder zurück.

Ein kleines blondhaariges Mädchen steht im Schlafanzug vor uns und guckt ziemlich verträumt drein.

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