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"Sie sind unterwegs.", informiert mich Steven und ich nicke dankend.
Matty und ich halten Händchen, das Blut läuft weiter aus seinem Mund.
Es ist nicht so viel, dass ich wirklich panische Angst bekommen würde, aber genug, um sich Sorgen zu machen.
Da nur einer mit im Krankenwagen fahren kann, bin das ich und Steven bleibt bei seiner Schwester.
Wir sind schneller im Krankenhaus, als mir lieb ist. Es geht alles viel zu schnell. Ich habe versucht Mum über Mattys Handy anzurufen, aber es ist ausgeschalten. Zuhause geht sie auch nicht ran. Entweder pennt sie oder sie ist mal wieder nicht zuhause. Und am Ende beschwert sie sich, dass ich ihr nicht Bescheid gesagt habe.
Sie behandeln meinen Bruder mittlerweile, ich soll draußen warten. Alle fünf Minuten ruft Steven an, um sich nach Matty zu erkundigen, aber ich muss ihn jedes Mal enttäuschen, da sie mir selbst nichts sagen wollen.
Ich bin wirklich müde und will mit einem gesunden Matty einfach nur nachhause. Gegen fünf Uhr kommt eine Schwester zu mir. Sie sieht ziemlich fertig aus.
"Sie müssen die Schwester sein oder?", fragt sie mich höflich.
Eigentlich ist sie die Schwester hier, aber diesen Kommentar spare ich mir jetzt. Also nicke ich bloß.
"Ihr Bruder hat uns erzählt, dass er zu viel Alkohol konsumiert hat und sich deshalb mehrfach übergeben musste. Ist das korrekt?"
Sind wir hier jetzt bei einem Verhör oder was? Wieder nicke ich. Wenn die Olle mir nicht bald sagt, was mit meinem Bruder ist, klatsch ich ihr eine.
"Durch das ständige Würgen ist eine Ader in seinem Hals geplatzt. Es ist nichts lebensbedrohliches, jedoch würden wir einen operativen Eingriff bevorzugen. "
Was? Operation? Ich weiß nicht was ich denken soll, aber immerhin wird er nicht sterben. Das habe ich zwar auch nicht vermutet, aber sicher konnte ich mir trotzdem nicht sein.
"Und wie fahren Sie jetzt weiter fort?"
"Wir versuchen im Moment noch ihre Mutter zu erreichen. Haben Sie vielleicht eine Nummer unter der wir Ihren Vater erreichen können?"
So seh ich aus.
"Ich weiß nicht mal, wer mein Vater ist."
Sie nickt verstehend und zieht dann einfach ab. Im Ernst? Was ist jetzt mit Matty?
Steven ruft wieder an und ich erzähle ihm von gerade eben. Er meint, dass sie ihn ohne die Einverständnis meiner Mutter nicht operieren dürfen. Na super und die pennt wahrscheinlich seelenruhig.
Gibt es nicht so einen mütterlichen Instikt, wenn es einem der Kinder extrem schlecht geht?
Nach einiger Zeit kommt ein junger Mann zu mir.
"Dein Bruder hat gesagt, ich soll dich in sein Zimmer schicken. 105."
Dann geht er wieder und ich mache mich auf zu Matty. Er sitzt auf einem Bett und guckt mich gequält an.
"Ich muss seit Ewigkeiten an Eiswürfeln lutschen, ich könnte kotzen."
Ich laufe zu ihm und setze mich auf den Stuhl neben seinem Bett.
"Kotzen? Ist ja was ganz neues."
Er verdreht die Augen und steckt sich einen weiteren Eiswürfel in den Mund.
Alle paar Minuten kommen Schwestern rein, um nach Matty zu sehen. Immer noch hat keiner Mum erreicht. Steven hat deshalb beschlossen zu uns nachhause zu fahren und sie wach zu klingeln.
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Clean
Roman pour Adolescents"Du bist clean, Ava." "Ich hab' schon bessere Witze gehört." Diese Geschichte widme ich meinem Lieblingsbuch meiner Lieblingsautorin: Schnauze Alien.
