Lily saß so dicht neben Jasper, dass sie seinen Herzschlag spüren konnte. Es schlug schneller, als er sah, wer die Hütte betrat. Es war ein Mann mit Hut.
„Der Zaubereiminister. Fudge." Lily konnte seine Worte kaum erahnen, so leise sprach er. Als der zweite Mann den Raum betrat, setzte sein Herz kurz aus. „Was ist? Kennst du ihn?", wisperte Lily, kaum hörbar. Jaspers Körper versteifte sich neben ihr, dann schüttelte er langsam den Kopf.
Der zweite Mann hatte ebenso weißes Haar wie Dumbledore, der nach ihm die Hütte betrat. Allerdings trug er es nicht in einem langen Bart, sondern die Haare fielen ihm in weichen Locken in sein Gesicht.
„Hm, will jemand 'nen Tee?", durchbrach Hagrid mit einem nervösen Zittern in seiner Stimme die Stille. „Nein.", lehnte der unbekannte Mann schlicht ab. „Nein, Hagrid. Es tut mir Leid." Der Zaubereiminister fuhr sich über seinen Umhang. Sein Körper strafte sich und er richtete sich auf um etwas zu sagen, da unterbrach Dumbledore ihn fröhlich. „Für mich bitte gerne."
Fudge schaute ihn kurz verärgert an, dann holte er nochmals Luft. „Ach, und schwarz, wenn sie haben." Der Zaubereiminister räusperte sich streng. „'Türlich Professor.", sagte Hagrid, erleichtert etwas zu haben, mit dem er seine Hände beschäftigen konnte.
Fudge richtete würdevoll seinen Hut. Trotzdem kam er Lily immer noch so vor, als sei er noch ein Schüler, der bei Dumbledore im Unterricht saß und sich überheblich für begabter hielt. „Sie wissen, warum wir hier sin?", erhob der Zaubereiminister dann endlich seine Stimme. Hagrid senkte den Kopf zu einem lautlosen Nicken.
Dann polterte er los: „Sie hat niemandem etwas getan! Sie ist kein Monster!" Erschrocken über seinen eigenen Ausbruch, senkte er seinen Kopf wieder. Der weißhaarige Mann bedachte ihn mit einem interessierten Blick, bevor er die Hütte weiter inspizierte. Dann wanderte sein Blick wieder zurück zu ihm.
„Entschuldigen sie, aber um welche Spezies handelt es sich genau bei dem Tier, dass sie meinen?" Der Mann lehnte sich mit unverhohlenem Interesse zu ihm vor.
Dumbledore warf ihm einen kritischen Blick über seine Halbmondförmige Brille hinweg zu. „Ich wüsste wirklich nicht, was dies zur Sache tut, Mr. Duchess." Dumbledore machte eine kleine Pause. "Sie haben die Aussagen, an denen hat sich in den letzten fünfzig Jahren nichts verändert."
Der Lockenkopf verschränkte die Arme und zog sich zurück. Dumbledore nickte zufrieden. „Bitte schön, Professor." Hagrid reichte Dumbledore ungelenk eine Teetasse Der Schulleiter zuckte kein einziges Mal mit der Wimper, selbst dann nicht, als ihm das brühend heiße Teewasser über die Finger schwappte. Jasper hatte die Augen geschlossen und wippte leicht vor und zurück.
„Nun, es tut mir aufrichtig Leid. Die Menschen haben Angst, sie erwarten, dass etwas geschieht. Das Ministerium muss die Situation im Griff haben, verstehen sie?" Fudge schaute ihn bemitleiden an. Als Hagrid weiterhin schwieg, versuchte er, sich weiter zu rechtfertigen. „Wir wissen alle, wie äußerst unklar die Lage ist, aber wir müssen jeder, noch so kleinen, Spur nachgehenden, denn leider Gottes gibt es nicht allzu viele davon."
Er seufzte. Hagrid starrte auf einen unbestimmten Punkt in der Ferne, seine Augen waren glasig. „Nicht Askaban", flüsterte er leise und seine Lippen formten eine lautlose, deshalb aber nicht weniger flehentliches Bitte.
„Es ist ein vorläufiger Beschluss, Sie wissen hoffentlich, wie sehr ich es bedauere." Fudge umzwirblte mit seinen Fingern einen losen Faden, der sich aus der Saumnaht seines Ärmels gelöst hatte. „Aber mir, dem gesamten Ministerium- Es bleibt einfach keine andere Möglichkeit."
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1 - Aschemädchen
FanfictionHP Fan-Fiction • Nach Jahren zwischen dicken Schlossmauern, dutzenden Büchern und einem dicht gewobenen Kokon aus Geheimnissen beginnt Lilys erstes Jahr an der Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei. Unsicher, mit der stetigen Angst, ihre Verbindu...
