Nachdenklich saß er mit verschränkten Armen auf meinem Bett, während ich nervös und glücklich zugleich durch den Raum lief. Meine Gefühle überschlugen sich, tanzten und hielten es für witzig, die Schmetterlinge wirklich jede Sekunde erneut erwachen zu lassen. Mein Körper brodelte, die Hitze staute sich in meinen Adern und vermutlich sogar in meinen Knochen, als würde ein Feuer in mir toben. Draußen schneite es und eine Leute liefen aufgebracht durch die verlassenen Straßen, da bei diesem Wetter sich die meisten Menschen in ihren Häusern versteckten. Ich persönlich gehörte ebenfalls dazu, da Schnee nicht dieselbe Wirkung auf mich hatte, wie Regen.
Nun saß der wohl außergewähnlichste und süßeste Junge vor mir, der mir vor wenigen Wochen sein atemraubendes Geheimnis anvertraut hatte. Noch heute war ich total aus dem Häuschen, mit jemandem wie 'ihm' Zeit verbringen zu dürfen, wobei wir unsere Zeit noch mit Knutschereien und nichts intimeren verbrachten. Ich wollte ihn, mehr als ich es ausdrücken oder zeigen konnte. Er war wie eine Droge für mich, die ich erst seit kurzer Zeit nahm und bereits eine Entzugstherapie bräuchte. Seine braunen Haare standen ihm wild vom Kopf ab, während seine dunklen Augen durch den Raum wanderten. Wir überlegten immer noch, wie er mich in seine Welt bekommen sollte. Laut seinen Worten, gäbe es zwar eine Zustimmung, doch die Art und Weise, wie ich dort hingelangen würde und welche Schäden dies an meinem Körper ausrichten würde, blieb noch ungeklärt.
"Elenor,... ich weiß, du möchtest unbedingt sehen, was ich in meiner Welt sehen kann, doch es könnte dich..", er brach ab, weil wir Beide wussten, wie dieser Satz enden musste. "Ja, es könnte mich umbringen.", beendete ich und sah ihm tief in die Augen. Mein Herz sprang in die Luft, klatschte, drehte sich und gefühlt machte es noch einen Salto. Dieses schüchterne und unsichere Lächeln seinerseits ließ mich ebenfalls Lächeln, auch wenn es in dieser Situation wohl ziemlich unangebracht gewesen ist.
"Willst du immer noch so gerne sterben?", brach er dann irgendwann die Stille, in der ich mich in seinem Anblick verfangen hatten. Ertappt stieg mir die Röte in die Wangen und ich schüttelte den Kopf. Nein, ich wollte nicht mehr sterben. Das Einzige, was zählte, war er, Hunter. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, womit ich jemanden wie ihn verdient habe. Er nahm mir nicht nur die Trauer des Verlustes, er gab mir auch das Gefühl von Liebe, Zuneigung und Sicherheit. Es war, als würden unsere Herzen nur für einander schlagen, um den anderen Menschen aufrecht zu halten und neu zu erfinden.
"Ich sterbe, wenn du es tust.", antwortete ich ihm und er nickte. Aufhalten konnte er mich nach seinem Tod vermutlich sowieso nicht mehr. "Weißt du, was passiert, wenn du stirbst?", fragte ich ihn interessiert und stellte mir vor, wie er als Zombie zurück auf die Erde käme. Ich kicherte und setzte mich schließlich zu ihm. Er schlang die Arme um meinen schlanken Körper und vergrub seinen Kopf in meinen Haaren. Sein Atem hinterließ ein warmes Prickeln auf meiner Haut und ich schloss die Augen. Er war mein Zuhause. Mehr brauchte ich nicht.
"Ich habe noch nie darüber nachgedacht.", gestand er und ich sah zu ihm auf. Auch im Sitzen war er größer als ich, was natürlich kaum Vorteile mit sich brachte. Sein schwarzes Hemd schmiegte sich an seinen Körper und dehnte sich, wenn er frische Luft einatmete. Ich beobachtete, wie seine Brust sich regelmäßig hob und senkte und fragte mich, wie ich seinen Verlust überleben könnte. Die wenigen Wochen, in denen ich auf ihn gewartet hatte, waren die pure Hölle für mich gewesen und ein ganzes Leben lang? Nein, das konnte ich mich nicht einmal vorstellen. "Elenor, ich will nicht, dass du stirbst. Meine Leute haben nur ja gesagt, weil es ihnen egal ist. Mir ist es aber nicht egal, Liebes. Ich kann nicht mehr ohne dich leben geschweige denn eine einzige Minute nicht an meinen Engel denken. Was würde ich ohne deine hinreißenden, liebkosenden Blicke tun?", flüsterte er und streichelte über mein Haar. Ich wusste, wie viel es ihm bedeutete, doch er hatte eine andere Heimat.
"Hunter, ich verstehe sehr gut, wie du dich fühlst, doch du musst es bitte verstehen. Du kannst nicht ewig hier auf der Erde bleiben und ich möchte keinen einzigen Tag auf dich warten müssen.", erwiderte ich und schlang meine Arme um seinen Nacken. Er hob mich hoch und setzte mich vorsichtig auf seinen Schoss. "Das, meine Liebe, war das Schönste, was meine Ohren jemals hören durften.", lachte er und ich konnte ein Grinsen nicht verkneifen. "Mir wird nichts passieren, hörst du? Ich werde in deine Welt eintauchen und dir deinen üblichen Schlaf rauben. Ich versuche, nein ich bin mir ziemlich sicher, dass ich deine ganze kleine Welt auf den Kopf stellen kann und du niemals vergisst, wie es sich anfühlt, zu leben."
Der Gedanke, mit ihm an meiner Seite bis an das Ende meiner Tage, trieb mich an. Ich war glücklich, nein, eher überglücklich. Ich war verrückt und voller Energie, konnte nicht mehr warten und wollte endlich in den Regen rennen und mich von einem Blitz treffen lassen. Wie würde es sich anfühlen? Das Interesse in mir wurde größer und stärker, übernahm die Kontrolle und vernebelte den Verstand, der mich vor dem möglichen Ende waren wollte.
"Ich gehe mit dir.", hauchte ich in sein Ohr und riss ihm das Hemd vom Leib. "Ich werde immer und immer, jeden einzelnen Tag meines Lebens, mit dir gehen.", fügte ich hinzu und er zog mein Shirt über den Kopf. Unsere warmen Körper schmiegten sich aneinander, bewegten sich und erkundeten sich. Warten wollte ich nicht mehr. Zeit war zu kostbar und eine einzelne, vielleicht auch unwichtige Sekunde verstreichen zu lassen.
Es war sein Duft, der mich Lächeln ließ, als er sich auf mich legte. Sein Gewicht ruhte nun auf mir, doch es machte mir nicht das geringste aus. Ich wollte mehr, viel mehr. Ich wollte ihn. Er hauchte meinen Namen in mein Ohr und fuhr mit seinen Händen über meinen Oberkörper. Küsse ruhten auf meiner Haut und prickelten ganz wild und verrückt.
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Hunter #1.Platz Beim Platin Award
Science-FictionEin Leben auf einem anderen Planten hatte ich durchaus nicht auf meiner To-do-Liste. Doch dann traf ich diesen absolut verrückten Typen, der mitten in einem Gewitter vor meinen Füßen auftauchte und Gefühle entlockte, die ich noch gar nicht gekannt h...
