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Wut. Die pure Wut überkam mich. Diese Männer hielten mich so fest, das ich in den abgeschnürten Körperteilen mein Puls spüren konnte.

"Nein... Nein! FASST MICH NICHT AN!"

Einer von denen saß sich auf mich drauf und zog mir das T-Shirt hoch. In der einen Hand das Messer und mit der anderen drückte er mir auf den Bauch. Er setzte die Klinge links an, um mir horizontal den Bauch aufzuschlitzen. Das Blut floss meinen Körper hinunter, als er die Klinge in meine Haut drückte.

Nein. NEIN. Ihr werdet mein Kind nicht anfassen. Ihr werdet UNSER Kind nicht anfassen!

Plötzlich legte sich in meinem Kopf einen Schalter um. Der Schalter, der mein menschliches Denken auslöschte. Meine Kagune durchstach meine Haut und bewegte sich wie von selbst.

Wie einen schützenden Käfig, kreiste es um mich und zerriss alles in Stücke, was ihm in Weg stand. In einem Moment hielten mich die Männer noch fest, in der anderen lagen sie als Hackfleisch auf dem Boden.

"Ich... töte euch. ALLE. Ich töte euch alle, die meinen Kind was antun wollten. Ihr werdet froh sein, wenn euch der Teufel holt!"

Meine Kagune hörte auf sich um mich zu kreisen und schwebte nun über unsere Köpfe. Es sah aus als würden wir unter einem Dornenbusch stehen. Ein schwarzer Dornenbusch, der Blut regnen ließ. Das Blut klebte noch von vorhin an der Kagune und tropfte nun auf uns herab.

Ehe die restlichen Männer auch nur einen Finger krümmen konnten, spießte meine Kagune sie auf, bis es nichts mehr zum aufspießen gibt. Die Fleischstücke schwammen in kleinen Pfützen, die aus ihrem Blut gebildet wurden.

Erst als Dazai mich in den Armen hielt und mir einredete mich zu beruhigen, schaltete sich mein Verstand wieder ein. Es dauerte eine Weile bis ich begriff was passiert war. Ich hatte meinen Verstand verloren und lief Amok.

Das Adrenalin ließ nach und erst jetzt bemerkte ich, das mir irgendwann ins Bein geschossen wurde. Dazai holte das Verbandszeug und versorgte die Wunde. Er zog mir ebenfalls das T-Shirt hoch und betrachtete meinen Bauch. Die Klinge drang nicht tief ein und hinterließ nur einen Kratzer.

"Dazai. Dein Arm." Ich zeigte auf seinen Arm, wo ebenfalls eine Wunde blutete.

"Halb so schlimm. Zuerst müssen wir hier verschwinden." Er richtete sich wieder auf und sah mir tief in die Augen. In seinen Augen konnte ich immer noch die Angst sehen. Doch vor wen oder was er Angst hatte, konnte ich nicht erkennen. Vielleicht, hatte er Angst vor mir. Das Monster das gerade eine ganze Einheit in Hackfleisch verwandelt hatte.

Ich nahm aus dem Verbandskasten, welches auf dem Boden lag, eine Binde und wickelte es um seinen Arm. Anhand des Musters der Wunde wusste ich, das sie von meiner Kagune stammte und die Schuldgefühle überkamen mich.

"Zieh dir frische Sachen an. Ich hole Geld und den Wagen und dann hauen wir von hier ab."

Dazai fing an seinen Schrank, in der seine und meine Klamotten lagen, in eine Tasche zu packen und öffnete den Safe unter dem Bett. Die vielen Geldbündel und einige Waffen schmiss er ebenfalls in die Tasche.

Aus seiner Hosentasche holte er sein Handy raus. Er schmiss es auf den Boden und trat drauf, so das es nun in Einzelteilen da lag. "Nicht das sie uns Orten", erklärte er mir und nahm die Tasche in die eine Hand und mich an die andere.

"Dazai. Warte! Du kannst nicht einfach von hier verschwinden. Du wirst sonst zum Verräter für die CCG. Es werden Leute kommen, die dich töten!"

Er öffnete den Wagen und steckte mich auf den Beifahrersitz. Die Tasche warf er auf den Rücksitz und stieg dann auf den Fahrersitz.

"Diese Leute wurden von der CCG beauftragt. Sie sollten unser Kind töten. Ich wusste das die von Oben skrupellos sind, doch das geht viel zu weit. Da sie es nicht geschafft hatten, nur das Kind zu töten, damit du weiterhin ihre Marionette sein kannst, wird man dich töten wenn du hier bleibst. Und ich lasse nicht zu das sie dir oder unserem Kind was antun."

Ich schaute ihn geschockt an. Noch nie habe ich so viel Hass in seiner Stimme gehört. Er meinte das total Ernst und er wird sich das auch nicht ausreden lassen. Er wollte der CCG den Rücken kehren.

"Und wohin sollen wir jetzt? Die werden uns überall finden."

"Ich habe ein Haus auf dem Land, welches sogar unter falschen Namen gekauft wurde, für den Fall das ich untertauchen muss. Niemand weiß von dem Haus, nicht mal Ichiru. Wir werden dort für das erste sicher unterkommen können."

Erst am nächsten Tag erreichten wir das Haus. Es war nicht nur auf dem Land sondern auch noch tief in einem Wald in den Bergen. So weit abgeschottet werden wir sicher für eine Weile nicht entdeckt werden.

Um das Haus herum, gab es kaum andere Häuser und wenn, dann konnte man sie nur mit dem Auto erreichen. Für sie waren wir ein frisch verheiratetes Paar, das auf dem Land ihr Kind zur Welt bringen wollten. Das Dazai einem Ghoul zur Flucht vor der Regierung geholfen hatte, konnte sich keiner denken.

Da wir uns darauf einstellten, das Kind nur zu zweit auf die Welt bringen zu müssen und es keine ärztliche Hilfe geben wird, ließ sich Dazai von einem Arzt, der einige Häuser entfernt wohnte, alles beibringen. Je mehr er darüber lernte, desto nervöser wurde er. Jeder Fehler könnte zur Gefahr für das Kind und der Mutter werden. Das es bis zur Geburt nur noch 4 Monate sind, machte es nur noch schlimmer.

Obwohl es schon schwer war sich alleine auf die Geburt vorzubereiten und dabei auch noch aufpassen musste, das man nicht auffliegt, kam noch dazu das es mir mit jeden Tag schlechter ging.

Bald erbrach ich nicht nur das Essen, sondern auch Blut. Mein Körper fühlte sich schwach und gebrechlich an. Ich konnte mich von alleine nicht mehr aufrichten und war auf Dazai's Hilfe angewiesen.

"Es... tut mir leid." Dazai's Augenringe wurden von Tag zu Tag immer dunkler und er war genauso erschöpft wie ich.

"Wegen mir hast du alles verloren, was du dir im Leben errichtet hast und nun musst du in den Bergen Babysitter spielen." Ich konnte mir ein lachen nicht verkneifen, denn es hörte sich so idiotisch an. Es war idiotisch von ihm, das er sein altes Leben für mich weggeschmissen hatte.

"Sei nicht albern. Ich würde mich jederzeit wieder für dich entscheiden." Er küsste mich auf die Stirn und saß sich neben mir auf's Bett. Ich lehnte meinen Kopf an seine Schulter und schloss müde meine Augen.

Ein stechender Schmerz in meinem Bauch ließ mich aufzucken. Ich schüttelte ungläubig den Kopf. Passierte das gerade wirklich, nach all dem was wir auf uns genommen hatten!?

"Dazai... Das Kind..." Ich hielt mir verzweifelt den Bauch, als ich das ganze Blut sah, das mir die Beine entlang lief.

"Nein. Nein!" Das war nicht normal. Das war viel zu viel Blut. Etwas stimmte nicht.

CCG's Black Vampire (Tokyo Ghoul FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt