Katherine
Mein ganzer Körper schmerzt. Dunkelheit umhüllt mich, und mein Kopf surrt kriegerisch.
„Mmh", stöhne ich und will mich auf die Seite drehen. Doch mein Rücken protestiert so vehement, dass das Stechen mich davon abhält.
Langsam erwacht mein Bewusstsein, und ich öffne meine Augen einen Spalt weit. Blauer Himmel und einige grüne Laubbäume drängen sich in mein Blickfeld. Schliesslich nehme ich ein leises Plätschern und den Gesang von Vögeln wahr. Ich bin draussen. Was ist passiert?
Teil für Teil kehren die Erinnerungen zurück. Die schrecklichen, tyrannischen, alles verschlingenden Erinnerungen an wohl den schlimmsten Tag meines Lebens. Mit meinem wachsenden Bewusstsein, wird der Krampf in meinem Rücken mehr und mehr verdrängt.
Dunkelheit. Schmerz. Atemlosigkeit. Lucas.
Der Name lässt meinen Verstand aus seiner Starre schrecken. Ruckartig setze ich mich auf, was mir einen Blitz voller Schmerz durch den Körper jagt. Ich stemme mich mit beiden Händen auf dem Boden ab und versuche, meine Gedanken zu sortieren.
Irgendetwas hat mich getroffen, doch es hat mich nicht umgebracht. Wie ist das möglich? Sollte ich tot sein? Wieso sollten mich die Soldaten am Leben lassen wollen, wenn ich doch sowieso sogleich hingerichtet worden wäre? Haben mir die Soldaten einen Elektroschock verpasst? Das Urteil drängt zurück in meine Erinnerung: Fehlerhaft. Ein Stich in meinem Herzen bekundet, dass ich mich darauf niemals hätte vorbereiten können. Alles, was ich je getan habe, hat der Regierung gefallen. Und dennoch bin ich nicht gut genug.
Und Lucas? Wie hat er mich gefunden, wie hat er mich da rausgeholt? Und wo ist er überhaupt? Ich sehe mich schnell um. Irgendjemand hat mich neben einen schlammigen Bach gelegt, dessen braunes Wasser sich quälerisch langsam einen Weg nach vorne bahnt. Der Geruch des stinkigen Gewässers wird vom Gras, auf dem ich liege, notdürftig überdeckt. Neben mir schlängelt sich ein dünner Feldweg dem Wasser entlang in einen dichten Wald. Ich habe absolut keine Ahnung, wo ich mich befinde. Noch viel schlimmer trifft mich allerdings die Wahrheit, dass Lucas nicht bei mir ist.
Schnell reibe ich mit dreckigen Fingern über mein trockenes Gesicht. Dann stehe ich krampfhaft auf, bleibe aber geduckt. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob hier irgendwer ein Spiel mit mir spielt. Sollte das der Fall sein, dann bin ich vollkommen hilflos. Ausgeliefert.
„Da", höre ich jemanden hinter mir rufen und drehe mich erschrocken um. Während ich noch eine kleine Gruppe in nicht allzu ferner Distanz erspähe, ducke ich mich instinktiv tiefer neben den Bach. Zwar hat es einige Sträucher und Steine, doch ich bin mir sicher, dass sie mich nicht lange verstecken werden. Von Angst erfüllt grabe ich deshalb mit blossen Händen einen faustgrossen Stein aus dem Boden. Ich könnte in den Wald rennen. Mit meinem schmerzenden Rücken werde ich aber keine hundert Meter weit kommen, ohne dass die Gruppe mich einholt.
Obwohl meine Hände vor Angst zittern, befehle ich mir, den Stein fest zu umfassen. Kampflos werde ich ganz sicher nicht aufgeben. So weit es geht ducke ich mich hinter die Sträucher. Für einen kurzen Moment schliesse ich die Augen und probiere, tief durch zu atmen. Mein Puls rast. Ich öffne meine Augen und versuche, durch die Gräser hindurch irgendwelche Bewegungen wahr zu nehmen.
Eine Weile lang lausche ich dem knirschenden Kies, der das Näherkommen der Gruppe offenbart. Mein Herz rast, als die Schritte innehalten. Ich traue mich nicht, auch nur einzuatmen. Geht weiter, bitte, geht einfach weiter.
„Hab keine Angst", sagt eine hohe Stimme. Ein Schaudern durchfährt mich. Ich schliesse meine Augen, hoffe, dass dies alles nur ein böser Traum ist. Sie können mich nicht gesehen haben. Sie dürfen mich nicht erspäht haben.
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Fehlerhaft - Bist du das Leben wert?
FantascienzaEs ist kein Geheimnis: Die Ressourcen sind begrenzt. Wasser, Erdöl, Kohle; all das wird irgendwann ausgehen, womöglich schon bald. Aber wie soll man dann eine stetig wachsende Bevölkerung versorgen? Nun, es gibt nur eine Lösung, die auf längere Z...
