Roscoe
Der Weg zu Ernestos Keller kann nicht lang genug sein. Am liebsten hätte ich überhaupt keinen Kontakt mehr mit dem selbstverliebten Typen. Doch das würde bedeuten, dass ich bei den Funken gar nichts mehr zu sagen hätte. Und das werde ich ganz sicher nicht zulassen. Mit Ernesto als Anführer ist unsere Gruppe sonst schon schlecht dran, ganz sicher werde ich sie nicht auch noch hängen lassen. Zwar gehöre ich dank Ernesto nicht zu den Inneren Funken, aber die Menschen hier wissen, zu wem sie in der Not gehen müssen.
„Ernesto", rufe ich die Treppe hinunter in seinen Keller. Natürlich hat er den einzigen abbekommen, der ein Gitterfenster nach oben hat, welches einen schönen Anteil an Sonnenlicht in das Untergeschoss erlaubt. Damit seine Frisur täglich perfekt sitzt, muss gutes Licht vorhanden sein.
„Ernesto!"
„Nimm dich mal zusammen", antwortet die emotionslose Stimme unseres Anführers von unten, „ich komme gleich rauf."
„Kannst du nicht einfach raufrufen, was du willst?"
„Nein."
„Dann könnte ich aber deinem hässlichen Gesicht entkommen."
Darauf bekomme ich keine Antwort. Inzwischen weiss ich genau, mit welchen Worten ich ihn nerven kann.
„Die Hoffnung stirbt zuletzt", erwidert Ernesto und taucht sogleich auf der Treppe auf. Seine Hände sind zwar wie immer sauber, aber seine Haare sind ungewöhnlich wild.
„Was treibst du eigentlich da unten? Hast du Besuch?"
„Das geht dich gar nichts an."
Ich lache laut auf. „Du hast Besuch, nicht wahr? Das ist so gut. Warte, bis die Anderen das erfahren."
„Roscoe, bitte", verdreht unser Anführer genervt die Augen. „Du bist so kindisch. Als hätte mitten am Tag irgend ein Funke Zeit zum Vergnügen."
„Stimmt auch wieder", antworte ich und grinse schulterzuckend. „Zu dir würde sowieso niemand freiwillig kommen."
„Sehr witzig."
„Aber jetzt mal ehrlich: Was treibst du da unten? Wir langweilen uns hier seit Wochen. Willst du die Funken vergammeln lassen? Wir müssen so schnell wie möglich eine Aktion planen, die diesen Regierungsheinis so richtig eine reinhaut. Oder willst du lieber da unten sitzen und auf bessere Zeiten warten?"
„Halt die Schnauze", ärgert sich Ernesto sichtlich über meine Worte. Seine Augenbrauen ziehen sich verärgert zusammen. „Ich will nur vermeiden, dass wir wieder irgend so eine idiotische Aktion unternehmen, bei der die Hälfte der Funken ihr Leben verlieren."
„Wir werden alle vor Alter sterben, wenn du so weitermachst."
Ernesto schüttelt verständnislos den Kopf. Er muss wissen, dass meine Worte die Wahrheit sind. Seit Monaten haben die Funken nichts mehr unternommen. Unter seiner Führung haben wir genau zwei Aktionen durchgeführt, und keine ist wirklich gelungen. Seither sitzen wir nur in der Flamme herum und warten darauf, dass die Inneren Funken einen neuen Plan schmieden. Aus den einst so gefürchteten Rebellen ist ein Haufen Nichtsnutze geworden.
„Roscoe, ich habe jetzt echt keine Zeit, mit dir über so was zu diskutieren."
Ich zupfe das Bandana auf meiner Nase zurecht.
„Ich muss mit dir über Katherine reden."
„Katherine?", frage ich verwundert.
„Die Neue."
„Ich weiss, wer Katherine ist. Warum willst du über sie reden?"
„Wie schreitet ihr Training voran?"
„Gut."
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Fehlerhaft - Bist du das Leben wert?
Science FictionEs ist kein Geheimnis: Die Ressourcen sind begrenzt. Wasser, Erdöl, Kohle; all das wird irgendwann ausgehen, womöglich schon bald. Aber wie soll man dann eine stetig wachsende Bevölkerung versorgen? Nun, es gibt nur eine Lösung, die auf längere Z...
