82. Onkel Pi

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Frustriert ziehe ich meinen Trolley-Koffer hinter mir her und halte Ausschau nach meinen Bruder, der mich vom Flughafen abholen soll.

"Denkst du, Adam kann mich mitnehmen?", taucht Pi plötzlich neben mir auf und grinst mich schief an.

Was ist den mit ihm passiert? Seit wann, grinst er wie ein Honigkuchenpferd?

"Ja. Aber warum grinst du so?", möchte ich von meinem besten Freund wissen.

Pi fährt sich einmal lässig durch seine blonden Haare. "Erzähle ich auf der Fahrt, dann muss ich es nicht zweimal  erzählen.", lacht Pi laut auf und lässt mich nur mit dem Kopf schütteln.

Als wir endlich draußen stehen, halten wir Ausschau nach Adam, aber natürlich ist mein Bruder wie immer zu spät. "Da dein Freund im Moment nicht hier ist und mir den Kopf nicht abreisen kann, können wir eine Rauchen.", grinsend zuckt Pi mit seinen Schultern und zieht seine Schachtel Zigaretten aus der Hosentasche.

Dieses Angebot lasse ich mir nicht zweimal machen und klaue Pi schon fast gierig eine Zigarette. Die letzte, habe ich nämlich gestern mit Anna geraucht und das ist beinahe schon wieder vierundzwanzig Stunden her.

Mein bester Freund hat nichts besseres zu tun als mich auszulachen, während er sich genüsslich Zeit mit seiner Zigarette lässt.

"Onkel Pi, hört sich gar nicht mal so schlecht an.", grinst er schief, während er sich genüsslich über die Lippen leckt.

Ich schüttle grinsend den Kopf.

"Ist deine Schwester etwa schwanger, Onkel Pi?", lacht mein Bruder laut auf und steht plötzlich neben mir.

Vernichtend funkle ich Pi an. Wenn er jetzt nur ein falsches Wort sagt, ist er tod. Ich kann es Adam schön selbst sagen.

"Meine Schwester, schwanger?", lacht Pi los und krümmt sich schon vor lachen. "Niemals, Alter.", mein bester Freund wischt sich imaginäre Tränen aus dem Gesicht. So ein Vollidiot!

Während Pi mich siegessicher anschaut, sieht mein Bruder nur zwischen uns beiden hin und her.

"Ich bin schwanger.", piepse ich und blicke in die blauen Augen meines Bruders.

Erstaunt hebt er seine Augenbrauen, ehe seine Mundwinkel zucken. Ein ehrliches Lächeln legt sich auf die Lippen meines Bruders, ehe er mich in seine Arme zieht und fest an seine Brust ran zieht, um mich anschließend beinahe zu erdrücken.

"OMG! Ich werde Onkel!", schreit Adam freudig, während seine Augen voller Freude leuchten.

Dann zieht er auch Pi in seine Arme und dreht sich anschließend wie ein kleines Kind ein paar Mal im Kreis.

"Scheiße man! Wo ist Dami?", erkundigt sich Adam irgendwann freudestrahlend und hält in seiner Bewegung inne. "Geil! Das bedeutet, Dami wird mein Schwager!", freudig klatscht er bei Pi ein, welcher ihn jedoch nur verwirrt und belustigt zugleich mustert.

"OMG! Ich muss nachher unbedingt zu Dami fahren.", gibt Adam uns seinen späteren Tagesablauf preis und lässt mich miesgelaunt dreinblicken.

Mein bester Freund bemerkt meinen geknickten Blick als erstes und rammt meinem Bruder deshalb seinen Ellebogen in die Seite, sodass dieser sofort verstummt.

Adam kratzt sich am Kinn, schnappt sich meinen Koffer und fordert uns mit einer Kopfbewegung dazu auf ihm zu folgen.

Stumm trotten Pi und ich hinter Adam, zu seinem Auto, her. Ohne weiteres lasse ich mich auf den Beifahrersitz fallen und überlasse demzufolge meinem besten Freund die Rückbank, worüber er nicht sehr zufrieden zu sein scheint.

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