Watch out Cupid
Money is a sick muse
Pull your little arrows out
And let me live my life
Du stochertest lustlos in deinem Essen herum und knirschtest mit den Zähnen. Zwei grüne Augen starrten dich an. Es wunderte dich sehr, dass er noch immer bei dir saß. Auf den anstrengenden Tag hattest du dir ein üppiges Essen bestellt – Kakuzu aß natürlich nichts. Du hattest ihn noch nie essen sehen und in der Öffentlichkeit die Maske abzunehmen wäre wohl auch schön dumm. Er sah einfach zu merkwürdig aus, die Leute würden glotzen und dahin war die Anonymität des Kopfgeldjägers.
»Musst du nicht irgendwen umbringen?«, knurrtest du missgelaunt und schobst dir den nächsten Happen in den Mund. Appetit hattest du keinen mehr.
Er antwortete dir nicht, sondern bedachte dich nur weiterhin mit seinem sturen Blick. Was starrte er so? Hattest du etwas im Gesicht oder was?
»Was auch immer.« Du warfst etwas Geld auf den Tisch und erhobst dich. »Und hör auf mir nachzustellen!«
Noch immer kein Wort von ihm und du spürtest wie sich drein Geduldsfaden nur weiter spannte. Mit einem genervten 'Tse' verließt du den Schankraum des Gasthofes und verschanztest dich in deinem Zimmer. Es war Zeit aufzubrechen, der nächste Gesuchte würde nicht auf dich warten. Gleich morgen früh machtest du dich aus dem Staub, noch bevor Kakuzu aufstand. Das war leichter gesagt als getan, da der Schwarzhaarige den Begriff 'Frühaufsteher' anscheinend erfunden hatte. Wann auch immer ihr beide im selben Dorf übernachtet hattet, er war immer lange vor dir wach. Lag wohl daran dass er so alt war, dachtest du dir im Stillen und schmunzeltest amüsiert. Zugegeben, für sein Alter hatte er sich gut gehalten.
Frisch geduscht lagst du bäuchlings auf deinem Bett, das Gesicht im Kissen vergraben und am dösen. Man, du würdest die weichen Laken und das heiße Wasser wirklich vermissen wenn du erst wieder unterwegs warst. Dann gab es nur harte Waldböden, kaltes Flusswasser und Trockenfleisch. Dir schauderte bei dem Gedanken an das zähe Fleisch und mit einem Seufzen rolltest du dich auf den Rücken. Die gesamte Situation frustrierte dich und du vergrubst das Gesicht in den Händen. Schlimmer konnte es kaum kommen!
»Es ist WAS?!«
Fassungslos stemmtest du die Hände auf den Schreibtisch des Bankvorsitzenden. Der kalte Mafiosi sah dich auch seinen blauen, stechenden Augen an und faltete die Hände.
»Es ist weg.«, wiederholte er. »Wir sahen uns gezwungen diverse Konten umzudisponieren.«
»Das war mein Geld!«, fauchtest du aufgebracht und schlugst mit der Faust auf das edle Holz. »Mein beschissenes Geld! Ich dachte das hier wäre ein sicherer Ort für meine Anlagen!«
»Ich bedaure Ihren Verlust sehr, Miss.« Er erhob sich und traktierte dich mit seinem stechenden Blick. Es tat ihm überhaupt nicht leid und dir war klar, dass das hier die Retourkutsche war für Kakuzus Übergriff auf seinen Mitarbeiter. »Aber bitte verstehen Sie, dass bei Vertragsabschluss die Einwilligung gegeben wurde über jeglichen Transfer der Gelder in Notsituationen.«
»NOTSITUATION?!«, brülltest du ihn an und Verzweiflung machte dein Herz schwer. Deine ganzen Ersparnisse waren auf diesem verfluchten Konto gewesen! Du wusstest dass die ganze Sache ein böses Ende nehmen würde, du hattest es einfach gewusst!
»Und wie komme ich jetzt wieder an mein Geld?!«, fauchtest du und balltest die Fäuste. Er trat einen Schritt näher, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Seine Ausstrahlung war Respekt einflößend und schüchterte dich etwas ein. Er war ein hochrangiges Mitglied der Mafia und hatte sicherlich genügend Kontakte um dir das Leben mehr als nur schwer zu machen. Wenn du es dir mit diesen Leuten verscherztest war dein recht sorgloses Leben als Kopfgeldjäger vorbei. Wer sich bei diesen Verbrechern unbeliebt machte verbrachte sein Leben auf der Flucht. Vor diesen Konsequenzen hattest du enormen Respekt.
»Ich fürchte ihre Einzahlungen sind vorerst unantastbar geworden.«
»Was heißt vorerst?«, kontertest du.
»Auf unbestimmte Zeit.« Er ging an dir vorbei und hielt die Tür zu seinem Büro offen. Eindeutiger konnte diese Geste nicht sein, so strafftest du die Schultern und ließt dich von ihm zum Ausgang geleiten.
»Bis zum nächsten mal, Miss.«
Hinter die fiel die Tür ins Schloss und eine tiefe Stille kam über dich, nur gestört vom Wind in den Baumkronen. Du brauchtest eine Sekunde um das Ganze zu erfassen. Dein Geld war weg. Es war alles futsch.
Wütend stampftest du mit dem Fuß auf.
»FUCK!«
Kakuzu beobachtete dich, wie du durch den Flur stapftest, deine Tasche geschultert und mit ausgesprochen schlechter Laune. Er lehnte am Türrahmen seines Zimmers und folgte dir mit seinen grünen Augen.
»Was glotzt du so blöd?!«, zischtest du ihn an und warfst dir deine Kapuze über den Kopf. Draußen regnete es in Strömen und eine weitere Nacht konntest du dir nicht leisten, jetzt wo du pleite warst.
»Mich wundert es nur dass ein verwöhntest Gör wie du im Regen abhaut.«, erwiderte er und du konntest geradezu das höhnische Grinsen unter der schwarzen Maske spüren. Sein Spott machte dich nur umso wütender, doch was blieb dir anderes übrig als zu verschwinden? Ohne Geld gab es auch kein weiches Bett oder warme Mahlzeiten.
»Nur wegen deiner rabiaten Aktion in der Bank haben sich diese Arschlöcher mein Geld unter den Nagel gerissen!«, zetertest du und funkeltest ihn erbost an. »Das ist nur deine Schuld!«
»Sicher ist es das.«, sagte er gelassen. »Und jetzt bist du pleite, hm?«
»Wonach sieht's denn aus?!«
Er lachte rau auf, was dir einen Schauer über den Rücken jagte. Er konnte so mies sein!
»Tja, so ist das Leben.« Damit verschwand er ins einem Zimmer und du standest allein im Flur, mit dem dumpfen Prasseln des Regens auf dem Dach. Es war das reinste Sauwetter und jetzt durftest du draußen schlafen.
Wundervoll.
Wütend stampftest du bis zum Ende des Flures, mit einem Schwall an Flüchen und Schimpfwörtern auf den Lippen. Ein dumpfes Grollen kündigte den Höhepunkt des sich rasch nähernden Gewitters an und du seufztest schwer. Was für ein beschissener Tag!
»Ich könnte mir natürlich vorstellen eine gute Tat zu vollbringen« Du drehtest dich um und Kakuzu lehnte sich hinter der halb geschlossenen Tür hervor. »Im Gegenzug für einen Gefallen.«
Du runzeltest die Stirn, wusstest nicht wirklich worauf er hinaus wollte – etwas Gutes konnte es jedoch nicht sein. Die Maske war fort und im Angesicht seines diabolischen Grinsens stellten sich deine Nackenhaare auf.
»Ein Gefallen?«
Er wandte sich erneut ab, ließ die Tür aber offen stehen. Du wägtest die Situation ab. Er bot dir einen Schlafplatz an, wenn auch nur für eine Nacht. Zum Glück nur für eine Nacht!
Er war gefährlich und du vermutetest etwas perfides hinter dem Ganzen. Doch auf der anderen Seite warst du nicht hilflos, immerhin eine erfolgreiche Kopfgeldjägerin und du wusstest dich zu wehren. Selbst gegen Kakuzu konntest du einige Treffer landen.
Außerdem hasstest du Regen wie die Pest – und wenn du die Wahl hattest zwischen einer Nacht bei Kakuzu oder in einer kalten Matschpfütze war die Wahl klar.
»Nein Danke!«, riefst du über deine Schulter und machtest dich auf in den strömenden Regen.
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Big Bad Wolf
FanfictionKakuzu x Reader // Es war schon immer eine seltsame Beziehung zwischen dir und Kakuzu - man konnte es eher ein schwaches Interesse nennen. Doch selbst ein nur schwaches Interesse kann der Funke sein der alles niederbrennt.
