A Martyr For My Love For You

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I'm beginning to like you
So you probably won't get what I'm going to do
I'm walkin' away from you
It probably don't make much sense to you
But I'm trying to save you
From all of the things that I'll probably say or do   


Es knackte einmal laut und dein Gegner fiel schreiend zu Boden. Das ausgekugelte Gelenk musste höllisch weh tun, aber das war dir herzlich egal. Er wimmerte unter dem Schmerz, doch du tratst ihm nur genervt in die Seite. Das Jagen ging dir inzwischen gegen den Strich, es machte keinen Spaß mehr. Es war keine Herausforderung mehr daran, es ging einzig noch ums Überleben. Geld beschaffen für Essen und Unterkunft. Etwas beiseite zu legen wagtest du nicht mehr, denn dann hätte die Mafia gleich wieder etwas, was sie dir wegnehmen konnten. Shun nahm dein Geld und 'legte es auf die hohe Kante', wie er es ausdrückte. Er warf es für Alkohol aus dem Fenster. Doch solange du etwas zum Essen hattest, scherte es dich einen Dreck. Was war schon Geld?
»Lass ihn uns gleich wegbringen.« Shun hob den Gesuchten hoch und sah zu dir. »Nördlich ist ein Handelspunkt.«
»Ich weiß. Lass uns lieber den im Südwesten nehmen.«
»Warum? Der ist viel weiter weg.«
Du wolltest halt einfach zum anderen Handelspunkt gehen, fertig aus!
»Der Typ vom Punkt im Norden sieht mich immer so komisch an.« Damit hattest du Shun und er willigte nach kurzem Bedenken deinem Vorschlag ein. 


»Er lebt noch.« Shun nickte und unterhielt sich mit dem Händler über den Fang. Du standest etwas abseits, an einen metallenen Aktenschrank gelehnt. Es war kalt hier unten und das Licht der Neonröhren warf unheimliche Schatten in den Raum.

»Ich geh unser Geld holen.«, sagte Shun zu dir und du nicktest. Er folgte dem Händler in den Nebenraum und die schwere Tür fiel hinter den beiden mit einem lauten Klicken zu.
Stille.
Du starrtest auf deine Schuhe, als das Geräusch der Außentür dich aufsehen ließ. Schwere Schritte kamen den Flur entlang und zuerst sahst du nur einen Jäger mit einer Leiche auf der Schulter. Er ließ seinen Fang auf den Boden fallen und dein Herz blieb stehen.
»Kakuzu.« Deine Stimme war ein Flüstern, doch er hörte dich.
Sekunden vergingen, in denen ihr euch nur anstarrtet, regungslos und unfähig zu handeln. Deine Knie zitterten etwas, als du endlich auf ihn zugingst und die Hand nach ihm ausstrecktest. Sein Blick war überrascht, aber doch sehr viel weicher als es bei ihm üblich war.
Doch bevor einer von euch beiden noch etwas anderes sagen konnte ging die Tür zum Hinterzimmer wieder auf und der Händler und Shun betraten die Halle. Sofort zogst du deine Hand zurück, aber Shun hatte deine hastige Bewegung gesehen. Sein Blick fuhr zu Kakuzu und verdüsterte sich. Er war eifersüchtig.
Du wünschtest dir dass er Kakuzu angreifen würde, dann wärst du Shun endlich los, ohne großen Ärger. Aber er tat es nicht, sondern er fasste dich nur grob am Handgelenk und zog dich zu sich.
»Lass uns gehen.« Du wehrtest dich nicht, suchtest nur Kakuzus Blick. Er war schon dabei die Formulare auszufüllen, als er sich umdrehte und sich bückte. Er hob etwas vom Boden hoch und reichte es dir. Ein kleiner Zettel, akkurat gefaltet. Er konnte dir unmöglich gehören, du trugst nichts bei dir. Er wollte ihn dir zuschieben.
Du ließt dich weiter zum Ausgang ziehen, vom sehr übel gelaunten Shun. Das würde wohl ein Nachspiel geben für dich.
Draußen sah er sich kurz um um schnappte dir dann den Zettel aus der Hand. Entfaltet begutachtete er das Stück Papier kurz und hielt es dir dann vor die Nase. »
»Was soll das denn heißen?«
Ein weißes Stück Papier. In der Mitte ein Auge. Sehr simpel gekritzelt und so fein Kakuzus Handschrift war, das war nun wirklich nicht seine Stärke. Etwas krakelig, dachtest du und hättest beinahe darüber gelächelt. Stattdessen sahst du hoch zu Shun und zucktest mit den Schultern.
»Eine Kritzelei.«
»Warum ein Auge?«
»Kam mir so in den Sinn.«
Er sah dich prüfend an, kaufte dir aber anscheinend diese Erklärung ab. Du wusstest was es hieß – dass Kakuzu dich im Auge hatte. Dein Herz klopfte wild gegen deine Rippen und zum ersten mal seit Monaten fühltest du dich gut. 


»Wer war das.« Es war keine Frage, sondern eine Drohung. Du spürtest die Aggression in seiner Stimme. »Du kennst ihn.«

»Flüchtig. Sein Name ist Kakuzu.« Du saßt auf dem Bett im Gasthaus und starrtest auf den hölzernen Boden. Dich nervte es, dass er wieder wütend war. »Ich kenne ihn schon einige Jahre.«
»Mir gefällt nicht wie er dich angesehen hat.« Er ging vor dir auf und ab, versuchte dich einzuschüchtern. Doch du warst zu abwesend mit deinen Gedanken um ihn richtig ernst nehmen zu können. »Ich hätte ihm eine verpassen sollen!«
»Dann wärst du jetzt tot.« Deine Augen fingen seinen wütenden Blick auf und du konntest dir ein Grinsen kaum verkneifen. Wunder Punkt.
»Ich hätte ihn in Fetzen gerissen!«, fauchte Shun und baute sich nun vollends vor dir auf. Sein Bizeps spannte sich unter seinem Shirt und du verzogst den Mund zu einem höhnischen Lächeln.
»Du bist kein Gegner für Kakuzu.«
Der Schlag war hart und präzise und diesmal hatte er nicht die flache Hand benutzt. Du schmecktest Blut und dein Wangenknochen pochte schmerzhaft. Er hatte dir die Faust ins Gesicht gerammt.
»Warum bringst du mich nur dazu so etwas zu tun?!«, knurrte er dich an und du lachtest auf.
»Du bist erbärmlich!« Endlich erhobst du dich vom Bett und tipptest deinem Partner gegen die Brust. »Du bist nicht einmal halb so viel Mann wie Kakuzu!«
Er packte zu und erwischte dich am Hals. Mit dem Fuß zog er dir die Beine weg und du landetest auf dem Bett, mit Shun über dir. Er drückte zu, immer weiter und dir blieb die Luft weg. Du keuchtest und versuchtest seine Hände von deinem Hals weg zu bekommen, doch es war vergebens. Wollte er dich etwa wirklich umbringen?
Du stopptest deinen Kampf und ließt deinen Körper erschlaffen – ob er darauf hereinfallen würde? Tot spielen war beim besten Willen das einzige was dir in diesem Moment einfiel.
Er ließ auch beinahe sofort von dir ab, doch du widerstandest dem Verlangen nach Luft zu schnappen. Deine Lunge brannte und fühlte sich an als würde sie explodieren, doch du durftest jetzt kein Lebenszeichen von dir geben.
Shun fluchte, schien nach seinen Sachen zu kramen und nachdem du das Schlagen der Tür hörtest keuchtest du auf. Du rangst hustend nach Luft und hieltst dir den Hals, der schrecklich schmerzte.
Würgend und stöhnend standest du auf und wanktest zum Fenster. Am Ende der Straße lief Shun, schien es eilig zu haben so weit wie möglich von hier zu verschwinden. Du warst froh dass es zu ende war – auch wenn der Abschied für dich recht schmerzhaft war.
Der kleine Spiegel am anderen Ende des Raumes zeigte dir deutliche Striemen von Shuns Händen, rot und anklagend. Das würde einige Zeit dauern bis es verheilt war.
»Soll ich ihn töten?«
Du drehtest dich um und sahst Kakuzu auf dem Fenstersims sitzen. Er beobachtete dich mit seinem stechenden, grünen Augen und du schütteltest den Kopf.
»Das mache ich bei gegebener Chance.«, flüstertest du, die Stimme kratzig und rau vom heftigen Druck auf deinen Kehlkopf. »Warum hast du mir nicht geholfen?«
»Ich wollte sehen was du tust. Dass du dich tot stellst hätte ich nicht gedacht.«
»Not macht erfinderisch.« Du setztest dich aufs Bett und zogst die Knie an den Körper. Er schien so desinteressiert daran, dass du beinahe gestorben wärst – es schürte die Wut in dir nur noch mehr.
»Dir was es egal dass ich sterbe.«, flüstertest du und seufztest tief. »Darum hast du mich auch verlassen. Du denkst nur an dich selbst.«
Er stöhnte genervt und verdrehte die Augen.
»Jetzt hör mit dem Melodrama auf!«, herrschte er dich an. »Du tust so als wäre es so einfach! Aber das ist es nicht!«
Du erhobst dich, balltest die Hände zu Fäusten.
»Es hätte so einfach sein können! Du müsstest nur Ja sagen, verdammt!« Zornige Tränen rollten über deine Wangen, so wütend machte er dich. Er stellte sich an wie ein kleines Kind, stur und dickköpfig!
Er schnaubte, war genauso wütend wie du. Er kletterte durchs Fenster auf das Dach des Gasthauses und verschwand in die Nacht.
Weinend und schluchzend standest du im Zimmer.
Wieder einmal stellte sich die Frage – und jetzt?

Big Bad WolfWo Geschichten leben. Entdecke jetzt