Everything stays
Right where you left it
Everything stays
But it still changes
Ever so slightly
Daily and nightly
In little ways
When everything stays
Du sahst auf die Uhr und seufztest tief auf. Er war zu spät. Er kam selten zu spät.
Etwas Sorge mischte sich in deine Ungeduld, aber das schobst du bewusst wieder zur Seite. Er war ein Kopfgeldjäger und wusste sich zu wehren. Du fragtest dich ob er wohl je auf einen Gegner treffen würde der ihm gewachsen war. Oder besser gesagt: Der euch beiden gewachsen war. Euer Teamwork hatte sich noch weitaus verbessert seit dem Zwischenfall mit Yoshio und euch ein eingespieltes Team zu nennen war eine Untertreibung.
Trotzdem war er oft unterwegs um allein Aufträgen nachzugehen. Du schobst Langeweile in der Hütte, die sich inzwischen zu einer Art festen Wohnsitz gewandelt hatte. Es war kein riesiges Haus, jedoch hegtest du Pläne ein wenig auszubauen – ob du es im Alleingang schafftest ein Haus zu vergrößern war zwar noch nicht geklärt, aber einen Versuch war es wert.
Du sahst auf als die Tür aufging und Sonnenlicht in die Küche fiel.
Kakuzu zog sich die Maske vom Kopf und dein Herz machte einen kleinen Hüpfer. Nach wie vor verdoppelte sich dein Herzschlag bei seinem Anblick.
Er warf seinen Mantel über die Stuhllehne und streckte sich mit einem Seufzen.
»Du bist zu spät!«, schimpftest du mit liebevollen Unterton in der Stimme und er verdrehte die Augen.
»Es hat länger gedauert, reg dich nicht künstlich auf.«
Du zeigtest warnend mit dem Kochlöffel auf ihn und rümpftest die Nase.
»Ich reg mich so viel auf wie ich will. Das ist mein gutes Recht! Immerhin habe ich hier die ganze Arbeit!«
»Ich bring das Geld rein.«
Du strecktest ihm die Zunge raus und rührtest weiter im Soßentopf herum, bevor das Essen anbrannte.
»Ich war eine sehr erfolgreiche Kopfgeldjägerin«, sagtest du mit einem Seitenblick auf ihn. »Auch wenn ich es nicht bereue den Job an den Nagel gehängt zu haben.«
Er warf dir einen amüsierten Blick zu, sah aber auf als das Getrappel von zwei flinken Beinen aus dem Garten zu hören war.
»Papa!«
Mit einem sanften Lächeln hob er das kleine Mädchen hoch und setzte sie auf seinen Schoß. Ihre großen Augen, die den deinen beinahe perfekt glichen, schauten ihn erwartungsvoll an. Er hielt dem einige Sekunden lang Stand, seufzte dann aber und griff in seine Tasche. Zum Vorscheinen kam eine kleine Holzfigur in Form eines Pferdes und vor Freude quiekend sprang die Kleine auf. Ihr rabenschwarzes Haar war wild gewachsen wie seines und sie hüpfte aufgeregt auf seinem Schoß herum.
»Jetzt hab ich schon sooo viele Pferde!«, rief sie erfreut und hielt einige Finger hoch – auch wenn es nicht ganz die richtige Anzahl ihrer Figuren gerecht wurde. Es war eine verdammt riesige Sammlung die sie besaß und nach jedem Auftrag war es ein Pferd mehr in der Herde.
»Schon wieder eins...«, stöhntest du und verdrehtest die Augen. »Kakuzu, wo sollen wir mit denen denn noch hin? Ich hab gestern den Schrank im Schlafzimmer geöffnet und weißt du was mir da entgegen kam?!«
»Pferde?«
»Ja, Pferde! Mindestens zwanzig!«, erwidertest du hitzig und nahmst das Essen vom Herd. »Liebes, geh und wasch dir die Hände.«
Eure Tochter schob trotzig die Unterlippe vor, wurde jedoch vom Schwarzhaarigen auf den Boden gehoben und er nickte in Richtung des Badezimmers. »Los jetzt, hör auf deine Mutter.«
»Okay...«, murrte das Mädchen und schlurfte ins Bad. Zufrieden hörtest du das Rauschen des Wasserhahns und wandtest dich Kakuzu zu.
»Keine. Pferde. Mehr.«
Er schnaubte amüsiert.
»Das erklärst du ihr aber.«
Du verzogst die Mundwinkel, konntest das Gezeter schon in deinem geistigen Ohr hören. Mutter zu sein war manchmal wirklich nicht leicht!
»Na schön.«, brummtest du. »Es gibt gedämpftes Gemüse.«
Jetzt war er daran den Mund zu verziehen, doch zu seinem Unglück kam das aufgeweckte Mädchen in diesem Moment in die Küche und sah seinen Gesichtsausdruck. Sofort wirbelte sie herum und funkelte dich triumphierend an.
»Papa will auch kein Gemüse essen! Das heißt ich muss auch keins essen!«, rief sie und hüpfte auf und ab.
»Setz dich. Und nur weil dein Vater« Ein strafender Blick zu Kakuzu. »Sein Gemüse nicht isst hast du keinen Freifahrtschein das auch zu machen! Du sollst immerhin noch wachsen!«
»Aber ich mag das nicht.«
»Genau, sie mag es nicht.«, fuhr Kakuzu jetzt in die Parade und grinste dich süffisant an. Deine Augen verengten sich warnend – aber er ließ sich davon natürlich nicht beeindrucken. Dafür kannte er dich schon viel zu lange.
»Kein Gemüse!«, rief eure Tochter und machte sich über den gebratenen Fisch her – nicht, ohne die Hälfte des Fisches über den Tisch zu verteilen.
»Aber natürlich wirst du ohne Gemüse nicht wachsen und also auch keine Kunoichi werden können.«, bemerkte der Schwarzhaarige und wartete auf die Reaktion, die auch sofort kam. Große Augen sahen ihn an, ganz erschrocken.
»Nicht?«
»Nein.«
Angestrengt nachdenklich zog eure Tochter die Brauen zusammen und dachte fieberhaft nach – war es das wirklich wert?
Wortlos schaufelte sie sich dann Möhren und Broccoli auf den Teller und du warfst ihm einen anerkennenden Blick zu.
»Gerade noch so davon gekommen.«, rauntest du ihm zu.
Am Abend betratst du den kleinen Flur und sahst Kakuzu am Türrahmen zum Schlafzimmer lehnen.
»Hey.«, flüstertest du und ließt die Hand über seinen Rücken fahren. Er warf dir einen kurzen Seitenblick zu, sah dann aber wieder in euer Schlafzimmer. Er sah eurer Tochter beim Schlafen zu und dir wurde wieder einmal klar wie sehr er sie vermisste.
Du lehntest den Kopf gegen seine Schulter und seufztest leicht.
»Sie vermisst dich auch.«, rauntest du ihm zu. »Jeden Tag fragt sie nach dir.«
»Du weißt, dass es nicht anders geht.«, erwiderte er leise, legte aber den Arm um dich. »Außerdem darf niemand von ihr wissen.«
Sorge spiegelte sich in seinen Augen wieder und du drücktest ihm einen Kuss auf den Mundwinkel.
»Jetzt tu nicht so als wäre ich wehrlos.«, sagtest du. »Sobald sie etwas älter ist werde ich sie ausbilden.«
Er zog dich an sich und vergrub das Gesicht in deiner Halsbeuge. Du schlangst die Arme um seinen Nacken und genosst die Wärme seines Körpers, die du so sehr vermisst hattest in den letzten Wochen.
»Ich liebe dich.«, rauntest du.
»Ich liebe dich auch.«
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Big Bad Wolf
FanfictionKakuzu x Reader // Es war schon immer eine seltsame Beziehung zwischen dir und Kakuzu - man konnte es eher ein schwaches Interesse nennen. Doch selbst ein nur schwaches Interesse kann der Funke sein der alles niederbrennt.
