Chapter 8 - they

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Phillip pov.

Lachend nahm ich ihre Schultasche an mich und ging mit ihr hinunter in die Garage. Nachdem sie die beiden leeren Teller in den Abwasch gestellt hatte. Sie hatte ihren tatsächlich komplett aufgegessen. Das machte mich glücklich. Es muss ihr sehr gut geschmeckt haben, denn sie hatte es fast mit einem Mal verschlungen. Heute früh, als ich sie zum ersten Mal sah, war jeglicher Glanz, in ihren Augen, erloschen und erst wieder gekommen, als sie mich erblickt hatte. Sie hatte ihre Augenringe versucht zu überschminken, aber ich war nicht blind. Ich sah, das es ihr nicht gut ging. Doch ich schwieg. Ich hatte mir nur mein Talent als Nervensäge zu nutze gemacht, um sie aufzumuntern, was ich mit Erfolg geschafft zu haben schien. Wir stiegen beide in ihr Auto ein. Ich bei der Fahrertür und sie zur Beifahrertür. Auf dem Weg zur Schule redeten wir nicht, stattdessen lief das Radio leise im Hintergrund unserer Gedanken. An der Schule angekommen bog ich in den Parkplatz ein und hielt. Alle Augen waren auf das Auto gerichtet. Sie begann neben mir zu zittern. Ich wusste nicht warum sie alle starrten, aber ich spürte das Emely Angst hatte. Ich wusste nicht wovor, aber ich wollte ihr beistehen. Ich nahm ihre zitternde Hand in meine Hände und strich beruhigend drüber. Kurz schaute sie hoch in meine Augen ehe sie den Kopf wieder senkte, einmal tief durchatmete und ausstieg. Jetzt waren alle Augen auf sie gerichtet, einige begannen zu tuscheln und andere schauten sie mitleidig oder verwundert an. Sie hatte die Beifahrertür geschlossen und öffnete jetzt die Tür dahinter, holte ihren Rucksack heraus und schloss sie wieder. Von Blicken erdrückt lief sie in Richtung Schuleingang. "Tschüss, Emmi", murmelte ich leise, da mir aufgefallen war das ich ihr nicht Tschüss gesagt hatte. Wie aufs Stichwort, drehte sie sich in ihrem Schritt um und sah mir direkt in die Augen. Für euch mag das unmöglich klingen, aber sie sah mir, durch das verspiegelte Fenster, wirklich direkt in die Augen. Ich sah, wie ein kleine Träne ihre Wange lang rollte und der Glanz ihrer Augen wieder aufkeimte. Sie hatte mich gehört. Aber das war unmöglich? Sachte schüttelte ich den Kopf, weil ich spürte das sie jeden Moment zurück gerannt kommen würde. Sie schien das ebenfalls zu sehen, lächelte mir schwach zu, drehte sich wieder um und ging so selbstbewusst, wie wahrscheinlich lang nicht mehr, in das Schulgebäude. Alle auf dem Schulhof hatten diese Szene beobachtet und starrten jetzt mich oder besser gesagt das Auto in dem ich saß an. Ich sah, wie eine Gruppe alter Mitschüler von mir in meine Richtung kamen. Sie schienen sich als die Coolen aufgespielt zu haben. Die Mädchen tuschelten und die Jungs versuchten mit ihren Blicken die verspiegelte Fensterscheibe zu durchbohren. Sie fühlten sich wahrscheinlich in ihrem Revier bedroht. Ich erkannte sie. Es waren Carina, Jo, Matthew und Thomas. Bevor sie mich erreichten und gucken konnten, wer es war der in dem Auto saß. Raste ich davon und hinterließ sie in einer Staubwolke.

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