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So hier kommt das neue Kapitel. Viel Spass!

Seraphias Sicht

Donnerstag, Abendverkauf, die Läden der Altstadt hatten bis um neun Uhr geöffnet. Ich freute mich bereits darauf mit Liv und Tarek, meinem besten Freund, shoppen zu gehen. Umso eiliger hatte ich es, um halb sieben aus dem Laden zu kommen. Schnell holte ich meine Sachen und verliess die Buchhandlung. Draussen war es noch angenehm warm, Leute strömten an mir vorbei. Lachten, redeten, diskutierten. In Winterthur gab es einige merkwürdige Gestalten. Zum Beispiel eine alte Frau die ständig vor sich hin fluchte und bei der Jeder ein Vollidiot war. Dann gab es eine Gruppe junger Punks, aber die sassen meist beim Bahnhof rum. Gerade schlenderte ich an einem etwas zu dickem, farbigen Mann vorbei, der laut singend herumlief. Nachdem ich beim Beck ein Sandwich gekauft hatte, setzte ich mich auf eine Bank und wartete. Liv und Tarek müssten jeden Moment kommen. Ich beobachtete die Leute, zuerst schaute ich auf die Schuhe. Anhand von ihnen stellte ich mir dann die Person vor, bevor ich sie ansah. Es war ein Spiel zur Zeitvertreibung und es machte durchaus Spass. Zu zweit wäre es natürlich unterhaltsamer. Wo blieben nur Liv und Tarek. Mein Blick wanderte hoch zur Uhr. Viertel vor sieben.

Jemand lachte laut und ich schaute mich um. Da zwischen den Leuten blitze etwas Weises auf. Es waren weissblonde Haare und ich wusste genau zu wem sie gehörten. Eilig stand ich auf und versteckte mich hinter einer der Säulen. Zum Glück gab es die hier. Ich stand still da und wagte nicht zu atmen. Ihm wollte ich keinen Falls über den Weg laufen.

„Versteckst du dich vor mir?“, fragte eine vertraute Stimme.

Ich lachte. „Nein, natürlich nicht.“ Wir umarmten uns, aber die Umarmung kam mir etwas zu lang vor. Na ja, was soll's. Ich kannte Tarek schon fast so lange wie Liv und er war wirklich ein guter, treuer Freund. Gemeinsam setzten wir uns auf die Bank. Kurz darauf ging die erste, kichernde Mädchenschar an uns vorüber. Sie taten so, als würden sie das Schaufenster gegenüber von uns betrachten, aber ihre Blicke glitten immer wieder zu uns hinüber. Besser gesagt, zu Tarek.

„Oh Gott, den Mädchen fallen ja beinahe die Augen raus“, flüsterte ich ihm zu. Er zog fragend eine Augenbraue hoch. Ich deutete mit dem Kopf in die Richtung seiner Bewunderinnen. Sein Blick wanderte hinüber, er lächelte und die Mädchen wandten den rot gewordenen Kopf ab. Ich konnte es ihnen nicht verübeln. Tarek war gross, sicher um die eins neunzig, zudem war er sehr muskulös. Ein richtiger Kasten. Dazu kam sein schwarzes, stets wirres Haar und seine dunkelgrünen, klaren Augen. Es schien als würden die Augen immer voller Lebensfreude strahlen und ja Tarek war wirklich voller Lebensfreunde. Er hatte fast nie schlechte Laune und versuchte aus jeder Situation das Beste zu machen. Er sah wirklich toll aus. Mehr als einfach nur toll. Ich lächelte versonnen.

„Was ist?“

„Was glaubst du, wovon die Mädchen heute Nacht träumen werden?“ Er schlug mich spielerisch und ich sprang von der Bank auf, um ihm die Haare zu zerzausen. Wir fingen an zu rangeln und schliesslich lag ich halb auf seinem Schoss und er hielt mich an den Handgelenken fest.

„Oh, ist das alles, was du draufhast, Süsse?“, neckte er mich.

„Wart's nur ab!“, gab ich zurück und funkelte in böse an, was ihn nur noch mehr zum Lachen brachte. 

„Nicht so wild, ihr zwei!“

Ich drehte den Kopf nach links, ich musste mich ziemlich verrenken, und sah Liv, die winkend auf uns zukam. Plötzlich lenkte ein Aufblitzen meine Aufmerksamkeit auf sich. Da stand er, die Hände in den Taschen seiner Jeans vergraben. Kurz erwiderte er meinen Blick, er war wütend. Wütend auf was? Man könnte ja glatt meinen auf mich, so wie er da stand und mich anstarrte. Nur ergab das keinen Sinn. Was ihn auch wütend machte, ich vergass seinen Blick schnell. Liv und Tarek liessen mir keine Zeit,  darüber nachzudenken.

Love me till the EndGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt