- Ich werde mich erinnern müssen, an jeden einzelnen dieser Momente. An die schönsten Wochen meines Lebens. -
Auch als ich kurz darauf über den Flur zu meinem Zimmer lief, wollte dieses angenehm warm-weiche Gefühl in meiner Brust nicht verschwinden. Ich blickte auf die verschlossene Tür und direkt in das grelle Licht, welches damals so sonderbar auf Davis Augen geschienen hatte. Hier hatte er mich zum ersten Mal geküsst. An diesem Ort hatte ich zum ersten Mal dieses Gefühl gespürt. Ein Lächeln entwich mir, als ich in den verhältnismäßig warmen Raum trat. Die Luft war abgestanden, dass ich es bereute, kein Fenster geöffnet zu haben. Mit den Gedanken daran, es gleich voller Elan aufzureißen, war ich im Inbegriff das Licht anzuschalten, bis ich bemerkte, dass mir jemand zuvor gekommen sein musste. Kurz erschreckte ich mich, verwirrt, da ich noch mitten in meinen Gedanken steckte. Dann blickte ich plötzlich in ein verweintes Gesicht.
,,Cara?", rief ich überrascht und blieb in der Tür stehen. Sie saß an dem kleinen Tisch und hatte ihren Kopf müde auf ihren Arm gestützt. Ihre Augen umrandeten tiefe Augenringe. ,,Hey", krächzte sie und klang als hätte sie stunden lang geweint. ,,Was macht du hier? Alles in Ordnung" In der Bewegung schloss ich die Tür und lief besorgt auf sie zu.
,,Tut mir leid, dass ich jetzt einfach so reinplatze, aber die Frau im Eingang hat mir gesagt, dass du bestimmt gleich wiederkommst", fuhr sie leise fort und sah mich aus gläsernen Augen an. Es war fast, als würden sie aus Eis bestehen. Ohne sie aus den Augen zu lassen, ließ ich mich auf den zweiten Stuhl fallen und griff nach ihrer zitternden Hand. ,,Erzähl, was ist passiert?"
Sie entgegnete ein schniefen, versuchte Luft zu holen. ,,Ich...ich habe mit Mason Schluss gemacht."
,,Was?
Schweigen.
Ich sah sie intensiv und mit nervösen Augen an. Tausende Gedanken zuckten im Sekundentakt durch meinen Kopf.
,,Wieso? Ich meine, du liebst ihn doch." Sie nickte, ihre Schultern waren in sich zusammengesackt. ,,Das habe ich und tu es auch immer noch, aber..."
,,Was hat er gemacht?", rief ich entsetzt, konnte nicht glauben, dass sich Mason ihr etwas angetan hatte
,,Nichts, Loucy, absolut gar nichts. Es ist schwierig und ich glaube du bist die Einzige, die mich verstehen wird." Ich nickte, versuchte zu lächeln, auch wenn ich innerlich wie versteinert war. Ich lehnte mich nach vorn und zog sie sanft in meinen Arm. Eine Weile lang lag ihr Kopf auf meiner Schulter. Mit meiner Hand strich ich durch ihre weichen Wellen.
Dann setzte sie sich langsam wieder aufrecht hin. Die Tränen aus ihren Augen waren verschwunden, doch noch immer waren sie von dunklen Schatten unterlaufen.
,,Ich glaube wir haben beide gemerkt, dass wir nicht länger zusammen sein können. Wir waren Freunde unser ganzes Leben lang. Und seit ein paar Wochen habe ich das ständige Gefühl, dass es nicht mehr ist, es vielleicht niemals war. Du und Mason, ihr wart schon immer meine besten Freunde. Ich glaube, ich hab dir noch nie davon erzählt. Damals hatte ich so Angst, du würdest wütend werden. Ich habe wochenlang versucht, Mason davon zu überreden, dir nicht zu sagen, dass wir zusammen sind, da ich so eine Angst hatte, dich zu verletzen."
,,Ich weiß", grinste ich und bemerkte erleichtert, wie es ihr immer besser zu gehen schien, während sie erzählte.
,,Wir sind damals zum Schulball gegangen, der erste überhaupt. Er hat mich kurz vor knapp gefragt, ob wir zusammen gehen wollen - als Freunde, da wir beide niemanden gefunden hatten" Auch sie musste lächeln. Mein Puls beruhigte sich.
,,Eigentlich war alles normal, bis er mich dann plötzlich geküsst hat." ,,Was?Das hast du mir wirklich nie erzählt", entgegnete ich. Cara lachte leise. ,,Ich habe ihn wirklich geliebt Loucy. Das Problem ist, dass ich ihn schon die ganze Zeit über geliebt habe - als meinen besten Freund - genau wie dich." Ich wusste nicht, was ich darauf entgegnen sollte. Einerseits hatte ich durchgängig eine unterdrückte Angst in mir, die vermutete, wir würden uns nun immer weiter voneinander entfernen. Angst nie wieder mit beiden im selben Raum sitzen zu können und über die Vergangenheit zu sprechen.
Anderseits, hatte ich einen winzigen Hoffnungsschimmer, dass irgendwann alles wieder so sein würde, wie früher.
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Herzenskämpfer
Teen Fiction»Wenn jeder Atemzug zu einem Geschenk wird« Seit sieben Jahren leidet Loucy an Leukämie. Ihr halbes Leben lang kämpft sie mit dem Tod. Ihre Kraft und ihr Glaube daran, gesund zu werden, sind längst verblichen. Dann trifft sie auf Davis. Ein Tumor, d...
