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Eigentlich hatte Amelia sich geschworen, dass sie nicht schwach wird und nicht in die Krankenstation geht. Sie hatte lange im Bett gelegen und sich dagegen entschieden, doch schlussendlich hatten die Schmerzen die Überhand gewonnen. Irgendwas stimmte nicht und wenn Madame Pomfrey ihr helfen kann, dann sollte sie dieses Angebot auch annehmen.

Amelia steht auf und zieht sich schnell etwas neues an. Ihre Klamotten wollte sie vor Snape wirklich nicht umziehen, weshalb sie sich jetzt schnell umzieht. Zumindest so schnell, wie es ihr gerade möglich ist.

Danach schnappt sie sich zur Sicherheit ihren Zauberstab und macht sich dann auf den Weg zur Krankenstation. Sie ist heilfroh, als sie dort ankommt, ohne von der entsprechenden Nachtwache oder ähnlichem gefunden zu werden. Madame Pomfrey wirft nur einen Blick auf die Slytherin, dann macht sie sich entsetzt an die Arbeit.

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Severus Snape fällt sofort auf, dass sie fehlt. Normalerweise würde sie jetzt auf ihrem Platz neben Draco sitzen und ihm mehr oder weniger gelangweilt dabei zuhören, wie er die Schüler ermahnt, bessere Leistungen zu erbringen.

Natürlich war es ihm aufgefallen, dass sie in letzter Zeit nicht ganz bei der Sache war und ihm nur noch geteilte Aufmerksamkeit schenkt. Doch da ihre Leistungen in diesem Fach nicht weiter nachlassen, hatte er beschlossen, dass er sich das Leben nicht weiter schwer machen sollte. Seine Schülerin raubte ihm so schon jeglichen Verstand.

Er rechnet eigentlich damit, dass sie einfach nur zu spät kommt, doch als sie am Ende der Stunde immer noch nicht aufgetaucht war, realisiert er, dass es etwas anderes sein muss. Und im Anbetracht der Tatsache, dass es ihr gestern nicht gerade gut ging, schleicht sich ein ungutes Gefühl in ihm hoch. Ob ihr etwas passiert ist?

Als der Unterricht beendet ist, schickt Snape seine Schüler schlechter gelaunt als sonst aus dem Raum und macht sich dann sofort auf den Weg zu Dumbledore. Dort stürmt er in das Büro und kann sich nicht zusammenreißen, als er direkt zur Sache kommt.

„Albus, wo ist Miss Hooch?", fragt er und reißt Dumbledore damit aus seinen Gedanken. Beinahe schon erschrocken sieht der Schulleiter ihn an.

„In der Krankenstation, Severus.", antwortet Dumbledore nur und zieht eine Augenbraue in die Höhe.

„Wieso wurde ich deshalb nicht informiert?", fragt Snape scharf und sieht Dumbledore fragend an.

„Sorgst du dich?"

„Sie ist eine Schülerin meines Hauses. Ich bin für ihre Sicherheit zuständig."

„Du bist noch nie so aufgeregt in mein Büro gestürmt, weil ein Schüler nicht in deinem Unterricht saß. Man sollte doch meinen, dass du dich freust, wenn du Miss Hooch nicht sehen musstest. Immerhin erinnere ich mich noch deutlich daran, wie sehr du dich immer über sie aufgeregt hast."

„Hat sich das etwa geändert, Severus?"

„Ach, tu doch nicht so! Ich weiß ganz genau, was du da geplant hast!"

„Ich?"

„Freue dich, dass es scheinbar funktioniert hat!" Mit diesen Worten stürmt Snape wütend aus dem Raum. Sobald die Tür hinter Snape wieder ins Schloss fällt, schlägt Dumbledore erfreut die Hände zusammen. Das, was Severus dort eben gesagt hat, klingt genau wie das, das sich Albus erhofft hatte! Natürlich weiß er, dass Snape nicht bereit dazu ist, zuzugeben, wie viel er für Amelia fühlt, doch diese Aussage eben bestätigt ihm, dass Severus überhaupt etwas für Amelia empfindet.

Beinahe mit einem selbstgefälligen Grinsen, das für Dumbledore so untypisch ist, setzt er sich an seinen Schreibtisch und gönnt sich zur Belohnung eine handvoll Lakritzschnecken.

Dragonblood || Severus SnapeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt