27.

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Am nächsten Tag ging ich zum Schmuckgeschäft, natürlich nicht ohne alle 5 Meter nach einem Foto gefragt worden zu sein.
Mit einem Klingeln von der Tür betrat ich den kleinen Laden. „Wie kann ich helfen?", fragte eine kleine, rundliche ältere Dame.
„Die Kette mit dem Mond im Schaufenster würde ich gerne kaufen.", antwortete ich höflich.
Sie musterte mich kurz und seufzte:„Sie haben gesehen wie viel sie kostet?", fragte sie, holte die Kette dennoch aus dem Regal. „Ja habe ich, alles gut.", gab ich zurück.
Wieder ein kritischer Blick. Sie ging hinter den Tresen und tippte auf der Kasse rum.
Nachdem ich bezahlt hatte fragte sie freundlich ob sie die Kette noch einpacken solle. Ein Glück, darin war ich wirklich mies.

Zwei Tage später erhielt ich eine Nachricht von Lia.

Sie ist weg

Wer?

Antwortete ich ahnungslos.

Die Kette. Ich hatte schon fast das
Geld zusammen und jetzt... weg ist sie

Ich schmunzelte, wenn du wüsstest.

Hättest du Lust heute Abend
mit mir Essen zu gehen?

Schrieb ich, ohne auf Lias Nachricht einzugehen.

Man Volkan ich bin deprimiert

Lange wird sie mir definitiv nicht böse sein.

Ach komm, das lenkt dich ab
Bambi

Ja okay wann soll ich
wo sein?

Ich hol dich ab, sagen wir
so um halb acht

Ich werde fertig sein

Lia P.O.V

Männer, können die nicht verstehen wenn man traurig über etwas ist und mit niemandem was zu tun haben will. Aber egal ich suchte ein Kleid aus meinem Schrank, ich hoffe das wird nicht zu Overdressed. Es war rot mit einem kleinen Rückenausschnitt und ging bis kurz über meine Knie, leichte Spitze am Top und ab der Taille ging es fließend herunter. Meine blonden Haare glättete ich und versuchte mein Make-Up nach meinen Ansprüchen zu perfektionieren. Viertel nach sieben, ich verließ das Badezimmer und zog meine Matt Schwarzen Louboutins an und verschloss den dünnen Riemen.
Als es an der Tür klingelte, schaute ich nochmals in den Spiegel neben der Tür und strich meine Haare zurecht. Dann ging ich aus der Tür und traf unten auf Volkan.
„Gut siehst du aus.", bemerkte er und nahm meine Hand und drehte mich im Kreis.
Ich schaute ihn an, auch nicht schlecht.
„Und etwas entgegenkommender.", neckte er und legte seine Hände an meine Taille. Ich schüttelte den Kopf und legte meine Arme um seinen Nacken.
Es kam mir vor wie eine Ewigkeit, doch es waren nur wenige Sekunden in dieser Position, ehe Volkan mich wie das letzte mal vorsichtig und schon fast zaghaft küsste. So langsam könnte ich mich dran gewöhnen. Widerwillig lösten wir den Kuss und Volkan hielt mir die Beifahrertür seines weißen Mercedes auf.

Der Kellner führte uns in einen kleinen Raum in dem hinteren Bereich des Restaurants.
„Das hättest du nicht machen müssen.",raunte ich Volkan zu. „Hätte ich nicht nein, aber ich wollte es.", entgegnete er, als er meinen Stuhl nach hinten rückte. „Okay, jetzt sei bitte ehrlich, warum bist du so süß heute?",fragte ich belustigt. „Gehört sich halt so.", murmelte er und schaute auf die gefaltete Serviette vor ihm.
Der Kellner brachte die Karte und ich musste nicht lange überlegen was ich nehmen würde. Trotzdem überflog ich die Karte, man weiß ja nie.
„Und was ist jetzt der wahre Grund weshalb wir hier sind?", fragte ich neugierig. „Das hast du doch bestimmt schon länger geplant.", fügte ich hinzu. „Das stimmt, aber du wirst schon erfahren warum.", gab Volkan die unglaublich Informierende Antwort.

„Lia, ich weiß nicht wie ich anfangen soll.", erhob Volkan das Wort nach dem Essen. Ich schaute ihn fragend an und zweifelte gerade an meiner Anwesenheit. Volkan zog ein kleines Packet aus seiner Hosentasche und schob es über den Tisch zu mir. „Ist nur eine Kleinigkeit.", meinte er und wartete darauf, dass ich es auspackte. Bedacht entfernte ich das Papier und zum Vorschein kam eine kleine Schatulle. „Was ist das?", fragte ich verwirrt und eher an mich selbst gerichtet. Vorsichtig hob ich den Deckel ab und sah die Kette auf einem kleinen roten Kissen liegen.
„Du, ich glaub's nicht.", stellte ich fassungslos fest und schaute in Volkans Gesicht. „Soll ich sie dir anlegen?", fragte Volkan, stand im selben Augenblick aber schon hinter mir. Ich nahm die Kette in die Hand und überreichte sie ihm. Als seine Finger meine Haut zart berührten, überkam mich ein kleiner Schauer. „So ist sie noch viel schöner.", bemerkte Volkan. „Danke, ich kann's gar nicht in Wort fassen." meinte ich und drehte mich zu Volkan um. „Sag mal, möchtest du meine Freundin sein?", fragte er gespielt Lässig, obwohl ich definitiv bemerkt hatte wie nervös er war.

                                             ✨

Na? Was wird wohl Lias Antwort sein??💕
Und noch ein zweites, längeres Kapitel falls ich es über das Wochenende nicht mehr schaffe.

Lost and found {Apache 207}Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt