Kapitel 17

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Ich nehme Derek mit zurück zur Wohnung, denn schließlich habe ich ihm mehr oder weniger zugestanden ab jetzt bei mir zu übernachten.

Um ehrlich zu sein, ich habe keine Ahnung wo er bisher geschlafen hat. Im Hotel wahrscheinlich.

Den ganzen Weg lang reden wir nicht, schließlich haben wir gerade alles Wichtige gesagt.

Ich weiß zwar immer noch nicht so ganz genau wo ich mit ihm stehe, aber es ist ein Anfang.

Als er plötzlich in der Mitte unseres Weges nach meiner Hand greift, zucke ich zusammen.

„Berührungen zulassen", flüstert er mir zu und ich grinse wie ein Vollidiot.

Mein ganzer Körper steht wegen dieser kleinen Berührung unter Strom. Irgendwie fühlt sich das gut an, aber gleichzeitig sagt mein Kopf mir, dass es nicht so einfach ist.

Klar, ich kann so tun als wäre nie etwas gewesen und mich so komplett auf ihn einlassen, aber es wäre eine Lüge. Zuerst muss ich ihm verzeihen und das fällt mir verdammt schwer.

Er gibt sein Bestes, hält mir die Tür des Wohnheims auf wie ein Gentleman und ist ansonsten still.

In der Wohnung wartet Tess schon auf dem Sofa.

„Hey, wo warst du denn?", fragt sie kopfüber. Sie hat sich einfach über die Sofalehne gelegt und lässt jetzt den Kopf nach unten baumeln. Ihr braunes Haar streift gerade so den hellen Parkettfußboden.

Entschuldigend lächle ich sie an und trete mit Derek im Schlepptau in die Wohnung.

„Achso", lacht sie und wirft mir einen Kussmund zu.

„Das ist nicht-", setze ich an, doch ich unterbreche mich selbst, da es wenig Sinn hat, Tess davon überzeugen zu wollen, dass wir nicht rumgemacht haben, „Er schläft ab jetzt hier."

Tess lacht daraufhin nur.

„Solange du dann nicht wieder so viele Knutschflecken hast", sagt sie dann in die Stille.

Im Moment könnte ich sie wirklich erwürgen!

„Ich garantiere für nichts", sagt Derek und ich fahre schnell zu ihm herum.

Ein breites Lächeln ziert sein Gesicht. Ihm scheint es Spaß zu machen mir in den Rücken zu fallen.

„Wir haben keinen Sex!", rufe ich und ziehe ihn hinter mir in mein Zimmer damit Tess nichts mehr Dummes sagen kann.

„Noch nicht!", antwortet Tess prompt.

Lachend schließe ich die Tür hinter mir und verdrehe die Augen.

So ein hormongesteuertes Wesen.

Ich drehe mich wieder Derek zu, der sich bereits in mein Bett gelegt hat.

„Das ging schnell", bemerke ich und er lacht leise.

„Ich mag dein Zimmer", bemerkt er und sieht sich ein wenig um, „Ein bisschen unordentlich vielleicht."

Lachend schnappe ich mir meinen Schreibtischstuhl und setze mich zu ihm. Ich weiß, ich werde heute Nacht neben ihm liegen, aber gerade will ich ihm nicht so nah sein.

„Was ist das?", fragt er dann und zieht einen Zettel von meinem weißen Nachttischchen.

Oh nein!

Schnell will ich ihm das Papier aus der Hand ziehen, doch er hält es außer Reichweite und liest vor. „Mein Mate und das erste Mal?"

Ein lautes Lachen kommt aus seinem Mund und ich würde ihm am Liebsten eine reinschlagen.

Schnell schnappe ich mir den Flyer, dann setze ich mich mit hochrotem Kopf auf meinen Platz.

Notorious Mate [Pausiert]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt