Kapitel 12

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Tag 3

Irgendwann musste ich eingeschlafen sein, denn ich spürte, wie mich jemand an meiner Schulter wachrüttelte. Verschlafen nahm ich meine Kopfhörer ab und sah Faith an.

„Du musst dir endlich mal einen Wecker stellen, Brooke.", meinte sie kichernd.

„Oh nein, wie spät ist es schon wieder?", fragte ich etwas wacher.

„Keine Sorge ich war noch nicht Essen. Du hast fünf Minuten Zeit um dich fertig zu machen dann geh ich.", antwortete Faith grinsend und ging zu ihrem Bett.

Ich ließ mich noch einmal mit dem Gesicht in mein Kopfkissen fallen, dann stand ich maulend auf. Schnell zog ich mich um und machte mich im Badezimmer fertig. Nach ein paar Minuten wurde Faith ungeduldig und wäre fast ohne mich gegangen, doch schlussendlich wartete sie auf mich.

Plaudernd gingen wir zum Speisesaal und holten unser Essen.

Als wir zu den Tischen gingen, sah ich, dass Jessy, Connor und Nate nicht bei unserem üblichen Tisch saßen. Erst bei genauerem Hinsehen, begriff ich, auf welchem Tisch sie saßen. Sie saßen bei den beliebten Schülern. Bei Zoey, Jason, Tracy, Bridget und ein paar anderen Jugendlichen die ich nicht erkannte.

Alles in mir sträubte sich dagegen, mich dazuzusetzen, doch Faith bewegte sich schon auf den Tisch zu.

„Warum sitzen wir nicht bei unserem Tisch?", fragte ich.

„Es ist unterschiedlich. Manchmal sitzen wir alleine und an anderen Tagen halt bei den anderen.", antwortete Faith.

Als Nate sie entdecktem sprang er auf, lief zu ihr und sie hüpfte auf ihn. Er wirbelte sie einmal im Kreis und murmelte gerade so laut, dass ich es noch hören konnte, zu Faith: „Schön dich wiederzusehen Jumpy."

Dann ließ er sie wieder hinunter und bevor ich über den Grund des Spitznamens nachdenken konnte, umarmte er auch mich. Ich quietschte kurz, als er mich noch einmal fest an sich drückte und mich dann loslässt.

Faith setzte sich auf den leeren Platz neben Nate und ich setzte mich auf den letzten freien Sessel bei Jessy. Ich bemerkte erst jetzt das Buch in ihrer Hand. Sie schien unglaublich vertieft in es zu sein und ich konnte den Titel nicht sehen, da sie das Buch auf ihrem Schoß liegen hatte. Während dem Frühstück merkte ich, dass sie nicht sonderlich scharf darauf schien, mit den anderen zu reden. Sie las die ganze Zeit und blickte nur wenige Male auf um einen Bissen ihres Brotes zu nehmen.

Die anderen unterhielten sich in Grüppchen miteinander. Ich bekam die verschiedensten Gesprächsfetzen mit, doch ich selber unterhielt mich mit niemandem. Großteils war ich in Gedanken über Connor und meine restliche Zeit hier versunken. Es waren schon zwei Tage vergangen und ich hatte nur noch 59 Tage hier auf der Erde, bis ich wieder gehen musste. Connor saß schräg gegenüber von mir, wodurch ich öfter einen verstohlenen Blick auf ihn werfen konnte. Wie sollte ich in dieser Zeit herausfinden, warum er nicht glücklich war? Besonders da er mich nicht so leicht an sich heranlassen würde. Ich hatte ihn doch selber gehört.

Ich will niemanden in mein Leben lassen, und besonders kein neues Mädchen.

Die Worte spukten immer wieder in meinem Kopf herum und wollten mich nicht in Ruhe lassen. Jetzt kam mir allerdings dazu ein neuer Gedanke. War ich der Grund warum er sich auf niemanden mehr einlassen wollte? War er wegen mir so zerbrochen? Der Gedanke kam mir immer realistischer vor und bedrückte mich immer mehr. Weil ich so fahrlässig war, musste Connor jetzt mit seinem Vertrauen bezahlen. Meine Augen fingen an zu brennen, doch ich hielt die Tränen mit aller Macht zurück.

Ich wollte auf keinen Fall vor all diesen Leuten zu weinen beginnen.

Schnell verdrängte ich meine Gedanken und versuchte beim irgendjemanden Anschluss an das Gespräch zu finden um mich abzulenken. Dies war allerdings nicht so leicht, da Jason gegenüber von mir saß und sich über irgendeinen Sport mit Connor unterhielt und Jessy neben mir, immer noch in ihr Buch versunken war. Die anderen saßen zu weit weg, als dass ich mich hätte an ihrem Gespräch beteiligen können, wenn ich wollen hätte. Doch da war ich mir auch nicht so sicher, weil Faith sich mit Nate ziemlich vertraut unterhielt und die anderen am Tisch mich alle nicht kannten.

Mein Blick blieb an Bridget hängen und damit war mein Plan meine schlechten Gedanken zu verdrängen Vergangenheit. Es ist unbeschreiblich wie es sich anfühlt, seine Schwester zu sehen aber nicht einfach zu ihr gehen zu können, weil sie dich nicht kennt.

Ich wollte sie umarmen, mit ihr stundenlang reden bis wir einschlafen, was wir früher immer gemacht hatten. Doch das alles war jetzt schlicht und einfach unmöglich. Ich hatte niemanden auf der Erde mit dem ich wirklich reden konnte.

See you later, deathGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt