Kapitel 22

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Wir machten uns schlussendlich aus, dass wir gemeinsam aufmerksam durch das Schloss gehen würden und am Abend uns über die Geschichte informieren würden, wenn es in dem Gebäude selber keine Informationstafeln gab.

Zu meiner Erleichterung gab es Informationstafeln, sodass wir genug Informationen bekamen, um am Abend nicht mehr recherchieren zu müssen.

Connor dachte sich mit mir eine Geschichte zum Schloss aus, was ich ziemlich süß von ihm fand, da er noch vor ein paar Tagen ein ziemliches Arschloch gegenüber mir war.

Als wir am Abend erschöpft in der Schule ankamen, standen wir unschlüssig im Hof, da zumindest ich mich noch nicht von ihm verabschieden wollte und er auch keine Anstalten machte gehen zu wollen.

„Also... willst du vielleicht noch kurz mit in mein Zimmer kommen, damit wir die Informationen noch einmal zusammenschreiben und durchgehen können?", fragte Connor mich beinahe schüchtern.

Ich lächelte vorsichtig und nickte. Innerlich freute ich mich unglaublich, noch mehr Zeit mit ihm verbringen zu können und hoffte, dass er auch Zeit mit mir verbringen und nicht nur den Stoff durchbesprechen wollte.

Schweigend gingen wir zu seinem Zimmer und als wir vor der Türe standen, fragte ich mich, ob Nate nicht im Zimmer sein würde. Bevor ich noch den Mund aufmachen konnte und etwas sagen konnte, hatte Connor schon die Tür aufgesperrt und Nate war tatsächlich da.

„Hey, King-Con. Wie war der Ausflug? Hat er dir gef-", setzte dieser an, stockte jedoch, als er sich umgedreht hatte und mich entdeckte. „Brooklyn?", fragte er überrascht und froh zugleich.

„Hey, Surfer Boy.", sagte ich und grinste. Ich wandte mich Connor zu und fragte ihn belustigt: „King-Con also?"

Er sah genervt aber gleichzeitig ebenfalls belustigt zu Nate und dann fingen wir alle drei an zu prusten.

Wir fassten und nach ein paar Minuten wieder. Ich lag mittlerweile gekrümmt am Boden, da mein Bauch so wehtat vom Lachen. Connor hielt sich ebenfalls den Bauch und stützte sich an einem Regal ab. Nate hatte sich auf seinem Bett zurückfallen lassen und die Hände hinter seinem Kopf verschränkt.

„Ich lass euch beide jetzt mal alleine.", sagte Nate und zwinkerte mir zu.

„Du musst nicht gehen.", sagte Connor schnell.

„Keine Sorge, Brooke wird dich schon nicht fressen und ich wollte mich jetzt mit Faith treffen."

Mein Herz bekam einen Stich und ich hörte schlagartig auf zu grinsen.

Connor hatte es bemerkt, doch diesmal konnte ich seinen Blick unter der Sonnenbrille nicht deuten.

„Ist alles okay, Brooke.", fragte er sanft, doch mein Herz bekam noch einmal einen Stich.

„Ja", log ich, allerdings musste jeder sehen, dass es nicht stimmte.

Ich wusste nicht warum auf einmal mein neuer Name so schmerzte, doch Connor war so normal gewesen, dass ich mich wieder wie früher gefühlt hatte, wie Liv.

„Wenn es dir nicht gut geht kannst du auch gehen, du musst nicht meinetwegen hier sein.", sagte Connor.

Ich konnte nicht antworte oder irgendetwas anderes machen. Wie versteinert stand ich da und rührte mich keinen Millimeter.

„Brooke?", flüsterte Connor noch sanfter.

Jedes Mal, wenn er meinen neuen Namen sagte hätte ich schreien können. In dem Moment brach er mir immer wieder das Herz.

„Hör auf!", flüsterte ich, während er mir näherkam.

Ruckartig blieb er stehen.

„Was ist los?", versuchte er es noch einmal.

Ich schüttelte einfach nur den Kopf und ließ mich auf den Boden fallen. Es war jetzt schon das zweite Mal, dass Connor mich so zerbrochen sah. Er würde sicher nichts mehr mit mir zu tun haben wollen nach dieser Aktion. Niemand mochte Drama Queens.

Connor überbrückte die letzten Meter zu mir und kniete sich vor mich hin.

„Brooke? Brooke verdammt, sieh mich an! Bitte, Brooke!"

Ich schluchzte und versteckte mein Gesicht in den Händen. Das Einzige, was ich wollte war, dass er mich endlich bei meinem echten Namen nennt. Natürlich konnte er das aber nicht, doch ich konnte nicht mehr klar denken.

„Hör auf mich so zu nennen!", fauchte ich ihn an.

Überrascht nahm Connor seine Hände von meinen Schultern, wo er sie gerade hingelegt hatte und ich wusste, dass er aufstand und ein paar Schritte zurück taumelte.

„Was zur Hölle ist los, Br- Was ist los?", versuchte Connor es immer noch.

Irgendetwas in mir zerbrach. „Hast du es nicht verstanden? Ich bin ein Hoffnungsloser Fall! Du kannst mich nicht verstehen oder gar reparieren! Dafür ist es einfach zu spät! Kannst du mich nicht einfach in Ruhe lassen?", schrie ich ihn an. Ich wollte nicht, dass er mich alleine ließ, doch ich konnte es kein einziges Mal mehr ertragen, wenn er mich Brooke nannte.

„Ich lasse dich in diesem Zustand nicht alleine, versteh das doch.", sagte Connor eindringlich.

Er nahm mich, wie damals, in den Arm und ich genoss seinen vertrauten Geruch. Eine gefühlte Ewigkeit saßen wir am Boden und er hielt mich einfach nur im Arm bis ich mich beruhigt hatte.

„Willst du mir erzählen was los war?", flüsterte er sanft. Ich schüttelte nur schwach den Kopf.

Keiner von uns beiden machte Anstalten aufzustehen, weshalb wir sitzen blieben, bis ich einschlief.

Ich wurde erst wieder wach, als ich spürte wie mich zwei starke Arme in mein Bett legten. Schläfrig öffnete ich die Augen und sah direkt auf Connors Sonnenbrille. Er war mir so nahe, dass ich fast seien Augen darunter erahnen konnte, doch da entfernte sich sein Gesicht auch schon von meinem und der dazugehörige Mund flüsterte eine Verabschiedung.

Ich wollte nicht, dass er geht, ich wollte ihn zu mir zurückziehen, doch bevor ich irgendetwas machen konnte war ich vor Erschöpfung schon wieder eingeschlafen.

See you later, deathGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt