Connor stellte sein Essen ab und ich setzte mich gegenüber von ihm hin.
Er begrüßte seine Freunde und ich konnte die teilweise skeptischen Blicke der Jungs sehen, mit denen er gestern noch über mich geredet hatte. Mein ehemaliger bester Freund ignorierte die Blicke jedoch geflissentlich und tat so, als wäre das vom Vortag nie vorgefallen.
Als Connor sich auf seinen Platz gegenüber von mir gesetzt hatte, wendete ich mich schnell meinem Essen zu, damit ich ihn nicht ansehen musste.
Ich sah nach ein paar Minuten auf, da keiner von uns beiden etwas gesagt hatte und erwischte Connor, wie er mich anstarrte, doch anstatt wegzusehen sah er mich weiter an.
„Wieso starrst du mich so an?", fragte ich ihn direkt.
Er antwortete nicht und sah auch nicht so aus, als hätte er das noch vor.
„Willst du mir wenigstens sagen, warum du auf einmal so nett zu mir bist? Gestern hast du mich noch angesehen, als würdest du mich am liebsten umbringen und heute bringst du mir mein Mittagessen. Du verwirrst mich ziemlich.", redete ich dann einfach weiter.
Er presste seine Lippen aufeinander und ich hätte schwören können, dass er nachdenklich aussah. Vielleicht versuchte er durch die Sonnenbrille seine Emotionen zu verstecken, doch ich kannte ihn einfach zu lange, als, dass er sie vor mir verstecken konnte.
Wir redeten zwar während dem Essen, doch nur über belangloses.
Ich hatte ganz übersehen, dass Nate, Faith und Jessy gekommen waren und sie wollten mich oder uns anscheinend nicht stören.
Als wir noch zehn Minuten bis zum Unterricht hatten, machten sich die meisten von uns auf den Weg und ich drehte mich zu Connor, um mich zu verabschieden, da wir jetzt nicht zusammen Unterricht hatten, doch da fiel mir auf, dass ich absolut keine Ahnung hatte, wie ich mich von ihm verabschieden sollte.
Da stand ich also unentschlossen vor ihm und sah schüchtern auf den Boden. Bevor ich noch eine Entscheidung treffen konnte, umarmte er mich schnell und ließ mich wieder viel zu schnell los.
Ich konnte den ganzen Tag nur noch an den folgenden Tag denken. Mit der Zeit schöpfte ich immer mehr Hoffnung, dass ich Connor vielleicht doch noch helfen konnte.
Am Abend traf ich mich mit Faith, Connor und Nate im Zimmer der Jungs. Jessy hatten wir auch gefragt, doch sie hatte keine Zeit.
Ich war nicht die Einzige, die sich ein wenig um sie sorgte, da sie sich immer weiter von uns entfernte.
„Ich verstehe einfach nicht warum sie sich schon wieder von uns abschottet.", dachte Faith gerade laut. Ich hörte nur noch mit einem Ohr zu bis der Satz vollkommen in meinem Gehirn angekommen war und ich realisierte, was sie gerade gesagt hatte.
„Sie hat das schon mal gemacht?", fragte ich also.
Überrascht sah Faith auf. „Ja, wieso?"
Als Antwort zuckte ich nur die Schultern, da ich selber nicht wusste, warum es mich so sehr interessierte.
Sie redeten noch eine Weile über Jessy bis eine Stille entstand.
„Woher kommst du eigentlich, Brooklyn?", fragte Nate mich um die Stimmung zu lockern.
„Ich... ähm also ich komme... also es ist gar nicht so weit weg wie man denken könnte...", stammelte ich vor mich hin. Ich überlegte fieberhaft, was ich sagen konnte. „Ich komme aus einem kleinen Dorf fünf Stunden entfernt von hier.", log ich, da es das erste war, was mir einfiel.
Früher lebte ich wirklich in einem kleinen Dorf zwei Stunden von hier entfernt.
Connor hob seinen Kopf und seine Mimik wurde starr.
„So nah wohnst du? Wie heißt dein Dorf?", fragte Nate weiter, der anscheinend nicht bemerkt hatte, dass Connor sich versteift hatte.
„Gutenberg.", murmelte ich unverständlich in der Hoffnung Connor würde es nicht verstehen, da ich früher dort gewohnt hatte und Conners Dorf neben meinem war.
Ich riskierte einen Blick zu ihm und sah wie ihm alle Gesichtszüge entgleisten.
„Gutenberg ist zwei Stunden entfernt", sagte Connor ohne seinen Blick zu heben.
Ich erstarrte. Er hatte es gehört und natürlich wusste er es.
Es musste jeder merken, dass es ein gescheiterter Versuch war. Vom einen auf den anderen Moment kippte die Stimmung.
Ich sah wie Nate seinen Mund öffnete und rechnete mit einem neuen Versuch die Stimmung zu bessern, doch da schloss er den Mund auch schon wieder.
Mir wurde immer unbehaglicher und ich fühlte mich schuldig, dass wegen meiner nicht existenten Kreativität die Stimmung derartig abgekühlt war.
„Es ist schon spät ich sollte gehen.", murmelte ich deswegen und stand auf um aus dem Raum zu gehen. Als ich schon aus der Türe hinaus war, hörte ich wie jemand aufsprang und hinter mir herkam.
Ich dachte es wäre Faith, weswegen ich mich nicht umdrehte. Doch als sich die Türe schloss und ich Connors Stimme erkannte, blieb ich überrascht stehen und drehte mich langsam um.
„Brooke warte mal.", sagte er
Er kam auf mich zu und blieb einen Meter entfernt von mir stehen. „Es gibt kein zweites Gutenberg und das wissen wir beide. Kennst du eine Liv?"
Ich schluckte. Hätte ich seine Augen nur sehen können, dann hätte ich vielleicht eher gewusst, was in ihm vorging, doch so konnte ich nur raten.
Wenig überzeugend schüttelte ich den Kopf, doch er fragte nicht noch einmal nach.
„Gute Nacht, Connor. Sch-" Ich wollte ‚schlaf gut' sagen, allerdings hatte das Connor früher immer zu mir gesagt.
Langsam drehte ich mich um und ging.
„Gute Nacht, Brooke.", sagte Connor nach ein paar Sekunden und ich spürte seinen Blick auf mir.
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See you later, death
Teen FictionNachdem Liv bei einem Autounfall gestorben ist, kann sie ein Jahr später als Brooke für zwei Monate zurück auf die Erde um ihren letzten Wunsch zu erfüllen: Dass es ihrem besten Freund gut geht. Sie versucht wieder an ihn heranzukommen um herauszuf...
