„Hey, Bridget.", sagte ich als ich in den Hof ging und hinter meiner Schwester stehen blieb.
Erschrocken fuhr sie herum und sah mich mit weit aufgerissenen Augen an.
„Tut mir leid ich wollte dich nicht erschrecken.", schob ich schnell nach und lächelte leicht.
Sie entspannte sich und lächelte zurück. „Wenn es dir nichts ausmacht würde ich gerne hinunter vom Schulgelände. Ich will dir was zeigen."
Ich nickte und sie führte mich aus dem Tor der Straße entlang. Mir war klar, was sie mir zeigen wollte.
Wir blieben bei meiner Gedenkstätte stehen und ich sagte sanft: „Ich kenn sie, also die Gedänkstätte. Ich bin hier schon ein paar Mal vorbeigegangen, wenn ich es in der Schule nicht mehr ausgehalten habe... kommst du oft hierher?"
Ich sah, dass ihre Augen glasig wurden und sie flüsterte: „Jedes Mal, wenn ich es nicht mehr in der Schule aushalte und das ist ziemlich häufig. Ich vermisse sie so sehr." Beim letzten Satz wurde sie noch leiser und ein Schluchzer unterbrach sie.
Ohne nachzudenken schritt ich auf sie zu und umarmte sie. Auch wenn sie mich nicht wirklich kannte, war eine Umarmung immer tröstlich.
„Ich verstehe dich.", und „Alles wird gut.", waren die einzigen beiden Sätze die ich immer wieder wiederholte, während ich ihr beruhigend über die Haare strich.
Ich wollte selber daran glauben, dass alles wieder gut werden würde. Für sie würde es das auch. Sie würde leben und irgendwann über mich hinwegkommen. Genauso wie Connor. Und vielleicht konnte ich dabei nachhelfen, dann hätte ich wenigstens irgendetwas für die beiden getan. Ich wollte nicht daran denken, was dann mit mir war.
Als Bridget aufgehört hatte zu weinen nahm sie an den Schultern und sah ihr in die Augen. „Was würdest du sagen, wenn du ihr noch etwas sagen könntest?", sagte ich sanft.
„Dass ich sie liebe und... und..."
„Du kannst mir vertrauen.", sagte ich eindringlich.
Sie holte mehrmals stockend Luft und versuchte weiterzureden, doch es dauerte trotzdem kruz bis sie es schaffte.
„..., dass ich bisexuell bin.", flüsterte sie ganz leise.
Es überraschte mich zwar, doch in keiner Weise schlecht. Ich hatte noch nie ein Problem mit Leuten, die sexuell anders orientiert waren.
Lüge.
Flüsterte eine gemeine kleine Stimme in meinem Kopf. Ich habe früher dabei zugesehen, wie ein Mädchen gemobbt wurde, wegen ihrer sexuellen Orientierung. Ich selber hätte wahrscheinlich nicht begonnen jemanden zu mobben, doch ich hatte nie jemanden daran gehindert.
Doch bei meiner Schwester wäre es etwas anderes gewesen. Obwohl ich mir doch nicht ganz sicher sein konnte, wie ich reagiert hätte. Für diesen Gedanken schämte ich mich, doch ich wusste, dass er wahr war.
Allerdings hatte ich mich geändert. Ich würde nie wieder dabei zusehen, wie jemand verhöhnt oder gemobbt wurde. Und auf keinen Fall würde ich meine Schwester dafür verurteilen, was sie mir gerade gesagt hatte.
„Sie würde das sicher akzeptieren und sich für dich freuen.", sagte ich zuversichtlich.
Sie erwiderte nichts und starrte einfach nur auf ein Bild von mir und ihr, wie wir in unserem Garten stehen und die Zungen hinausstrecken.
Nach ein paar Minuten schlug ich vor spazieren zu gehen und sie stimmte zu. Es war uns egal, dass der Unterricht begann. Wir schwänzten insgesamt drei Schulstunden und ich hatte dann nur noch eine Stunde, Bridget hingegen hatte schon aus.
Ich rannte um wenigstens noch rechtzeitig in die letzte Stunde zu kommen und betrat gerade mit dem Lehrer den Raum. Wir hatten jetzt Mathe.
Eigentlich mochte ich Mathe immer, weil es für mich ziemlich leicht war, doch vor den anderen hatte ich immer so getan, als ob ich es nicht mochte und konnte. Allerdings hatte Connor mich damals sehr schnell durchschaut, da ich immer viel zu früh fertig war mit meinen Hausaufgaben, wenn wir sie zusammen machten.
Also obwohl ich nichts gegen Mathe hatte, zog sich die Stunde unglaublich in die Länge. Ich saß vor Faith in der Klasse und spürte die ganze Zeit über ihren Blick auf mir, da sie genau wusste, dass ich geschwänzt hatte.
Genau darauf sprach sie mich auch direkt an, als es geläutet hatte.
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See you later, death
Ficção AdolescenteNachdem Liv bei einem Autounfall gestorben ist, kann sie ein Jahr später als Brooke für zwei Monate zurück auf die Erde um ihren letzten Wunsch zu erfüllen: Dass es ihrem besten Freund gut geht. Sie versucht wieder an ihn heranzukommen um herauszuf...
